Spitäler fmi: Mehr Geburten gezählt, mehr Touristen verarztet

Die Spitäler von Frutigen, Meiringen und Interlaken verzeichnen für das Geschäftsjahr 2015 einen kleinen Gewinn. Erstmals wurden über 10'000 stationäre Patienten behandelt.

Mitarbeitende der Spitäler fmi in Interlaken im umgebauten Haus K, wo sich alle Bettenstationen und die Geburtshilfe befinden.

Mitarbeitende der Spitäler fmi in Interlaken im umgebauten Haus K, wo sich alle Bettenstationen und die Geburtshilfe befinden.

(Bild: zvg)

Zwei Spitäler in den Gemeinden Frutigen und Unterseen, ein Gesundheitszentrum in Meiringen – ein Betrieb: Die Spitäler fmi AG erlauben in ihrem Geschäfts­bericht 2015 einen detaillierten Einblick in die Kennzahlen des Unternehmens. Diese widerspiegeln auch aktuelle demografische und touristische Aktualitäten im medizinischen Bereich wieder.

Jeder 5. Patient ist ein Tourist

2015 wurden erstmals mehr als 10 000 stationäre Patienten behandelt. «Aufgrund der demografischen Entwicklung mit immer mehr älteren Menschen gehen wir von einer Fortsetzung dieses Trends aus», schreibt das Unternehmen. Immer mehr Personen würden bei Erreichen des Pensionsalters ihren Wohnsitz in das Einzugsgebiet der Spitäler fmi verlegen.

Die Lage der Spitäler in bekannten Tourismusdestinationen hat auch Auswirkungen auf die Behandlungszahlen: Mittlerweile sei jeder fünfte behandelte Patient in den beiden Akut­spitälern Frutigen und Interlaken ein Tourist: «Erfreulicherweise konnte der Rückgang insbesondere der deutschen Urlauber mit immer mehr Gästen aus dem asiatischen und dem arabischen Raum nahezu kompensiert werden», schreibt das Unternehmen (siehe Kasten).

Zu wenig Geburten

Obwohl die Spitäler im vergangenen Jahr mit einem Zuwachs von 14 Prozent über 600 Entbindungen zählten (Frutigen 309, Interlaken 320), sind es zu wenig: «Um mindestens kostendeckend arbeiten zu können, wären jährlich rund 1000 Geburten notwendig. Der Kanton wollte sich nicht an der Unterdeckung beteiligen. Die Gemeinden im Einzugsgebiet, die die Geburtshilfe in den vergangenen Jahren finanziell unterstützt hätten, wolle man nicht weiter zusätzlich belasten. «Dennoch werden wir alles daransetzen, die versorgungspolitisch notwendige Geburtshilfe aufrechtzuerhalten.»

1580 Dienstjahre

Die Spitäler fmi sind auch als Arbeitgeberin im Berner Oberland ein Gewicht: 929 Personen teilen sich knapp 690 Vollzeitstellen inklusive Psychiatrie, 75 Mitarbeitende sind in Ausbildung. Die Mitarbeiter stammen aus 24 Ländern, 74,6 Prozent sind Frauen, 25,4 Prozent sind Männer. 2015 konnten 83 Dienst­jubiläen gefeiert werden, zusammengezählt waren dies 1580 Dienstjahre.

Dennoch: Gemäss Jahresbericht werde die Personalrekrutierung immer schwieriger. Dem begegne man mit verschiedenen – erfolgreichen – Marketingmassnahmen, etwa mit der Möglichkeit, sich online und mobile zu bewerben. «Mittlerweile arbeiten mehr als 100 Festangestellte für die Spitäler fmi AG, die ihren Wohnsitz ausserhalb des Berner Oberlandes hätten.

Im Jahresbericht erwähnt findet man zudem viele bauliche Massnahmen. Aufgeführt ist etwa der reibungslose Umzug der Patientinnen und Patienten im Spital Interlaken ins Haus K (siehe Bild), aber auch die Eröffnung des dem Spitalnotfall vorgelagerten Hausarztnotfalls Region Interlaken und ausserdem der Spatenstich für die millionenschwere Erweiterung des Spitals Frutigen.

Viel Geld für Pensionskasse

Die Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn von 12'936 Franken ab, ein Jahr zuvor war es noch mehr als eine halbe Million Franken mehr. Verantwortlich dafür sind einmalige Personalkosten. fmi-Kommunikationsleiter Sandro Hügli: «Die Eingliederung aller aktiven und pensionierten Mitarbeitenden in eine neue Pensionskasse hat viel Geld gekostet.» Rund 3 Millionen Franken habe man dafür ausgegeben.

Zufrieden sind offenbar auch die Patienten mit den Leistungen der Mitarbeiter, wie fmi-Spital­direktor Urs Gehrig und Verwaltungspräsident Robert Zaugg im Vorwort schreiben: «Gemäss einer Befragung von 35'000 Patientinnen und Patienten von 197 Schweizer Akutspitälern sind bereits zum vierten Mal in Folge die Patienten mit ihrem Spitalaufenthalt überaus zufrieden.»

Berner Oberländer

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