Schweizer Rocktag zu Füssen des Eigers

Kleine Scheidegg

Eine geballte Ladung Schweizer Rock-Power wartete am Samstag zum Auftakt des 20. SnowpenAir auf der Kleinen Scheidegg auf das früh angereiste Publikum. Juraya, Chubby Buddy, Gotthard und Gölä machten kräftig Stimmung.

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Kaum hatte die warme Frühlingssonne ihre ersten Strahlen vom Eiger hinunter geschickt, gab die Berner Rockband Juraya schon mal mächtig den Tarif durch. Frontmann Peter Urfer - als Interlakner hatte er da oben ein Heimspiel - sorgte mit seiner Röhre für Stimmung, und die Traumriffs des Gitarristen Gian Carlos Monn beschleunigten gar die Schneeschmelze.

Die bis dahin rund 2000 Frühaufsteher im Zuschauerraum auf 2060 Meter über Meer kamen unter anderem in den Genuss des eben neu releasten Juraya-Ohrwurms «Break Away». Höhenluft sind sich die vier Jurayaner als Hausband der Lauberhorn-Startbar (2315 ü. M.) ja gewohnt, spielen sie doch schon seit fast zehn Jahren jeweils das Publikum vor der legendären Lauberhornabfahrt in Fest- und Rennlaune.

Dank Juraya mit ihrem gradlinigen, grundehrlichen Rock'n Roll nahm der SnowpenAir-Dampfer bereits bei der Opener-Band Fahrt auf wie selten zuvor.

Etwas ruhiger wurde es auch im Publikum beim anschliessenden Auftritt von Marc Amacher: Der in Steffisburg lebende Brienzer Newcomer machte einen abgekämpften Eindruck - er gab es denn auch zu: «Ich bin gestern nicht gerade als Erster ins Näscht gegangen - wie meistens.»

Begleitet von seinem Partner Dominik Liechti zog er seinen Gig aber tapfer und mit dem für Amacher typischen Bluesgroove durch.

Gotthard brachten den Rock'n Roll-Drive schliesslich wieder zurück auf die Kleine Scheidegg. Kein Song hätte besser in die Arena der Viertausendergipfel gepasst als «Mountain Mama». Und inzwischen war auch der «Tank» voll, der SnowpenAir-Samstag war ausverkauft.

Ein emotionaler Moment, als Gotthard-Gitarrist Leo Leoni zu Ehren des vor sechs Jahren tödlich verunfallten Leadsängers Steve Lee die Ballade «Heaven» ankündigte.

Gotthard, die Band, die bereits 1998 beim allerersten SnowpenAir und auch 2002 dabei war, feiert bei der 20. Austragung des Festivals ihren 25. Geburtstag.

Der Samstag wurde abgeschlossen durch den populären Oberländer «Büezer» Gölä. Mit seinen Mundart-Hits begeisterte er das Publikum.

Am Sonntag wartet mit Andreas Gabalier ein besonderes Jubiläums-Highlight auf die Besucher. Neben dem derzeit wohl gefragtesten österreichischen «Volks-Rock ‘n‘ Roller» bilden The Baseballs und Hamschter das Line-up. Der zweite Konzerttag ist bereits seit Mitte Februar ausverkauft.

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Schnee herbeitransportiert

Vor über zwanzig Jahren war der Schnee der Grund,warum das Snowpen­air ins Leben gerufen wurde. Jungfraubahnen-CEO Urs Kessler (damals noch Marketingchef) überlegte sich, wie die Wintersportler auch gegen Ende der Saison auf die Ski zu bekommen waren.

Zu jener Zeit herrschten hier Anfang April noch beste Schneeverhältnisse. Im Jahr 2017 müssen die Verantwortlichen den Schnee ins Konzertgelände transportieren, damit die Zuschauer nicht im Grünen stehen.

Für Sonntag vermeldet beispielsweise SRF Meteo einen wolkenlosen Himmel bei acht bis neun Grad. Die Veranstalter empfehlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Türöffnung am Sonntag ist um 10.30 Uhr. Alle Infos unter: www.snowpenair.ch.

Berner Oberländer

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