Skiweltcup verabschiedet sich aus dem Dorfzentrum

Adelboden

Die Weltcup-Skiparty mit der Boxenstrasse und der Startnummernauslosung auf dem Märitplatz ist Geschichte. Im Januar 2019 zieht sich der alpine Grossanlass ganz ins Weltcupdorf im Boden zurück.

Dieses Bild ist Geschichte: Die Startnummernauslosung findet nicht mehr auf dem Märitplatz in Adelboden, sondern im Weltcupdorf statt.

Dieses Bild ist Geschichte: Die Startnummernauslosung findet nicht mehr auf dem Märitplatz in Adelboden, sondern im Weltcupdorf statt.

(Bild: Manuel Lopez)

Jürg Spielmann

Tausende Skifans feiern auf dem Adelbodner Märitplatz eine ausgelassene Party, die alpinen Heroen werden an der Tyrolienne vom nahen Hoteldach auf die grell beleuchtete Bühne vor dem schmucken «Heimetli» runtergelassen. Um dort ihre Startnummer für den samstäglichen Riesenslalomklassiker oder den sonntäglichen Slalom entgegenzunehmen. Musik und Feuerwerk runden die bierselige Stimmung mitten im Dorf ab.

Weniger rein, mehr raus

Das Beschriebene wird es bei den 63. Internationalen Skitagen vom kommenden 12. und 13. Januar nicht mehr geben. «Die Startnummernauslosungen vom Freitag- und Samstagabend werden neu in der Zielarena im Weltcupdorf stattfinden», ist in einer Mitteilung der Ski-Weltcup Adelboden AG von gestern zu lesen. Der Grossanlass verabschiedet sich damit aus dem Zentrum in den Adelbodner Boden – denn: Nebst der Auslosung wird neu auch die internationale Medienschar, welche Bild, Text und Ton vom Klassiker am Chuenisbärgli in die weite (Ski-)Welt übermittelt, neu im Bodenschulhaus und nicht mehr in der Dorfturnhalle arbeiten.

Verwaltungsrats- und OK-Präsident Peter Willen klärt auf: «Der Umzug in den Boden ist die grösste von mehreren Sparmassnahmen, die wir eingeleitet haben.» Die Krux der Weltcupmacher ist es, dass die Besucherzahlen zwar unverändert hoch (2018 wurde mit 41 000 der Wochenendrekord egalisiert sowie mit 31 000 eine neue Riesenslalom-Bestmarke erzielt), die Einnahmen aus dem Hospitality hingegen rückläufig sind.

Zudem sei der Aufwand wegen Investitionen in die Qualität, teils gefordert vom internationalen Skiverband FIS, stetig gestiegen, erläutert Willen. Diese Entwicklung führte dazu, dass der 5,5-Millionen-Anlass in den letzten «drei, vier Jahren» unterm Strich ein Defizit geschrieben hat. Mit dem Umzug in den Boden werde vieles einfacher, da kompakter, sagt der OK-Chef. Bauten auf dem Märitplatz etwa entfallen. «Wir gehen davon aus, dass wir im grösseren Rahmen Kosten einsparen können.»

Die Boxenstrasse, an der sich die Skiteams mit ihren Athleten präsentieren, wird neu im Weltcupdorf bei der Bodenkapelle aufgebaut werden. Für die Startnummernauslosung wird die mit 4900 Plätzen grösste Tribüne im alpinen Skiweltcup fürs Publikum geöffnet sein. «Es wird auch wieder eine Tyrolienne geben, an der die Fahrer in die Zielarena schweben», erklärt Peter Willen.

Verkaufen, was läuft

Diesen Freitag um 8 Uhr morgens startet der Vorverkauf für die beliebten Adelbodner Rennen – bei den offiziellen Stellen oder online unter Weltcup-adelboden.ch. Die Ticketpreise wurden nach Willen auf dem Niveau der letzten Rennen belassen. Nebst dem Tribünen-, dem Weltcup- und dem äusserst nachgefragten Family-Ticket gelangen neu auch die hochpreisigen Club-Zelt-Angebote (Anreise ab Reichenbach, Tribünenplatz und Verpflegung) in den Vorverkauf. Bislang waren diese Angebote Gruppen vorbehalten gewesen. «Wir verkaufen alles, was beim Skisportanhänger gefragt ist», begründet Peter Willen.

Der «Mister Weltcup Adelboden» hofft, dass sich die Ticketverkäufe im Rahmen der letzten Rennen – beide gewonnen von Marcel Hirscher – bewegen werden. Möglichst mit mehr Umsatz im Hospitality. «Es gibt erste Anzeichen dafür, dass Firmen wieder mehr Tickets erwerben, weil die Leute nun wieder da sein werden.» 2018 fiel der Weltcup im Lohnerdorf aufs letzte Wochenende der Weihnachtsferien – nun wird er eine Woche später über die schneeweisse Chuenisbärgli-Bühne gehen.

Berner Zeitung

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