Seit 75 Jahren ein wichtiger Verein

Guttannen

Der Samariterverein feierte sein 75-Jahr-Jubiläum in der gleichaltrigen Festung A 8912 auf der Grimsel. Präsidentin Vreni Willener hielt Rückschau vor gut 70 Mitgliedern, Dorfbewohnern und Gästen.

Vreni Willener (l), seit 17 Jahren Präsidentin, erhielt von Doris Wolf (m) und Rolf Imhof (r) die Glückwünsche des Kantonalverbandes Bernischer Samaritervereine.

Vreni Willener (l), seit 17 Jahren Präsidentin, erhielt von Doris Wolf (m) und Rolf Imhof (r) die Glückwünsche des Kantonalverbandes Bernischer Samaritervereine.

(Bild: Beat Jordi)

«In einem abgelegenen Dorf wie Guttannen erfüllt der Samariterverein eine wichtige Aufgabe», betonte Doris Wolf, Präsidentin des Kantonalverbandes Bernischer Samaritervereine, bei ihrer Grussbotschaft zum 75-Jahr-Jubiläum des genannten Vereins. Am Festanlass in der ebenfalls 75-jährigen Festung A 8912 auf dem Grimselpass nahmen rund 70 Mitglieder und Gäste teil.

Die Bedeutung des Vereins wird auch bei einem Blick in die Statistik von Vreni Willener augenfällig: Von den rund 300 Dorfbewohnern sind deren 14 aktive und 44 passive Mitglieder. Die Aktiven treffen sich monatlich zu einer Übung und sind über zehnmal pro Jahr bei einem Notfall im Einsatz, nicht eingerechnet die zahlreichen Sicherheitsaufgebote bei Anlässen.

Telefon für Notfälle

Die Samariter sind über eine spezielle Nottelefonnummer vernetzt. Meistens werden die Nothelfer zu einem Unfall oder einer akuten Krankheit gerufen und können Erste Hilfe leisten, bevor der Rettungswagen von Meiringen oder der Rega-Helikopter eintrifft. Dies dürfte in den letzten 75 Jahren gemäss Statistiken wohl rund neunhundertmal der Fall gewesen sein.

Präsidentin Willener hielt die Festansprache im Kreise ihrer Kolleginnen und Kollegen. Bild: Beat Jordi.

«Ihre Samariter, ihr Verein mit Herz»: Nach diesem Motto gründeten am 18. Dezember 1943 genau 14 Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner nach Abschluss eines von der Ortswehr durchgeführten Samariterkurses den Verein. Rund um die Schweiz tobte damals der Zweite Weltkrieg, und der Bedarf an Sanitätspersonal war für Truppe und Zivile von grösster Bedeutung, wie in den Vereinsakten nachzulesen ist. In dieser Zeit wurde die Reduit-Vision von General Guisan umgesetzt, unter anderem mit dem Bau der Befestigungsanlagen in den Alpen.

Festanlass in der Festung

In Erinnerung an die Situation zur Gründungszeit anno 1943 hatte der Vorstand zum Festanlass in die Festung auf der Grimselpasshöhe eingeladen. Roland Künzler, Alt-Grossrat von Guttannen, betreut die Anlage und entführte die Festgemeinde mit einem spannenden Referat in die damalige Zeit.

Die Anlage war Teil der sogenannten Juchli-Festungsanlage und konnte bis zu 200 Mann beherbergen. Sie ist noch heute komplett ausgerüstet mit Küche, Schlafplätzen und Kommandoräumen und ist Eigentum des Bundesamtes für Rüstung.

Nach den von zahlreichen Organisationen überbrachten Gratulationen und Dankadressen wurde als eigentliches Festmahl ein leckerer «Spatz» serviert – notabene gekocht von Küchenchef Patrik Reber in der 75-jährigen Kippbratpfanne in der Festungsküche.

Berner Oberländer

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