Seit 125 Jahren erfolgreich unterwegs

Die Wengernalpbahn (WAB) und die Schynige-Platte-Bahn (SBP) werden 125 Jahre alt. Am Mittwoch trafen sich die beiden Zahnradbahnen zum Start des Jubiläumsjahres auf der Kleinen Scheidegg.

125 Jahre Wengernalpbahn: Zugbegleiter Philipp Kindler in historischer Uniform und Urs Kessler, Direktor Jungfraubahnen, vor der Jubiläumskomposition.

125 Jahre Wengernalpbahn: Zugbegleiter Philipp Kindler in historischer Uniform und Urs Kessler, Direktor Jungfraubahnen, vor der Jubiläumskomposition. Bild: Peter Wenger

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«Unterschiedlicher könnten die beiden Bergbahnen nicht sein und doch, vieles verbindet sie.

Gemeinsam schauen die Bahnen stolz auf erfolgreiche 125 Jahre Bahngeschichte zurück: Die Schynige-Platte-Bahn als reine Sommerbahn hat sich ihren historischen Charme als Zahnradpionier bis heute bewahrt; die Wengernalpbahn zeichnet sich als leistungsfähiger Zubringer von Wengen, vom Ausflugsziel Kleine Scheidegg und von der Jungfraubahn aus», so kommentierte Urs Kessler den Start ins Jubiläumsjahr unter dem Titel «250 Jahre Bahngeschichte».

Am Mittwoch trafen sich die beiden Zahnradbahnen zum Start des Jubiläumsjahres auf der Kleinen Scheidegg. Erstmals verkehrte ein WAB-Triebwagenzug in seinem neuen Geburtstagskleid.

Einmalig in ihrer Art

Die Wengernalpbahn (WAB) und die Schynige-Platte-Bahn (SPB) sind als Bergbahnen einzigartig in jeder Beziehung. Während die WAB mit 19,11 Kilometern als längste reine Zahnradbahn der Welt an 365 Tagen im Jahr unterwegs ist, verkehrt die SPB als Ausflugsbahn von Mai bis Oktober.

Als einzige Bahn der Schweiz ist sie täglich mit Fahrzeugen aus den Anfangsjahren von 1909 bis 1914 unterwegs. Oft leistet ihr die Dampflok Nr. 5 aus dem Gründerjahr bei Sonderfahrten Gesellschaft.

Die Wengernalpbahn im Eröffnungsjahr 1893 oberhalb von Lauterbrunnen. Bild: PD

Beide Bahnen eröffneten im Jahr 1893 ihren Betrieb und schauen auf bewegte 125 Jahre zurück. So brachten schon im ersten Jahr die dampfschnaubenden Züge der WAB den Eisenbahnpionier Adolf Guyer-Zeller auf die geniale Idee, seine Jungfraubahn auf der Kleinen Scheidegg starten zu lassen. Eine Idee, dank der heute über eine Million ­Fahrgäste zu Benutzern der WAB werden.

Pauschal, für 7 Millionen

«Würde man heute noch einmal die eine oder andere Zahnradbahn bauen können?», stellt Urs Kessler die Frage in den Raum. «Wohl kaum. Die Kosten für eine neue Triebwagenkomposition betragen heute rund 7 Millionen Franken.

Fast auf den Franken gleich viel wie vor 125 Jahren die Entstehungskosten beider Bahnen zusammen.» Als Pauschalen wurden diese samt dem Bau des Trassees mit Brücken und Tunneln, den Gebäuden, den Dampflokomotiven und Wagen in Auftrag gegeben. Selbst die Uniformen und der «Täfeliautomat» sind angeliefert worden.

«Grund genug, sich um die Fitness der beiden Bahnen zu kümmern und sie mit zeitgemässen Mitteln und Anlagen zu ergänzen. Immer mit dem Ziel, die einmaligen Zahnradbahnen in ihrer Art auf Zeit und Dauer zu erhalten», ist Urs Kessler überzeugt.

Bunt, mit verspieltem Witz

Die Eröffnungsfahrt vom Mittwoch auf die Kleine Scheidegg galt als Kick-off für das begonnene Jubiläumsjahr. Bunt und mit verspieltem Witz präsentierte sich der Jubiläumszug der WAB im neuen Kleid.

Dieses steht ganz im Zeichen seiner Gäste. Gäste, die sich in jeder Jahreszeit der jung gebliebenen Bergbahn bedienen. Sei es als Ausflügler in die faszinierende Berglandschaft oder als Schneesportfan, um bequem in den geheizten Zügen an den Start im grössten Skigebiet der Jungfrauregion zu gelangen.

Um den historischen Kontrast zu dokumentieren, traf der schmucke Triebwagenzug der WAB auf der Kleinen Scheidegg auf eine historische Komposition der Schynige-Platte-Bahn. Seine Lok 51 ist seit der Elektrifizierung der beiden Bahnen 1909 jeden Sommer unterwegs auf den Familienberg Schynige Platte.

Für die rüstige Lok 51 eine besondere Fahrt in ihre Vergangenheit. War sie doch schon in frühsten Jahren auf dem Schienennetz der WAB unterwegs. Der offene Sommerwagen garantiert, dass bei der Fahrt auf die Schynige Platte die Natur voll zum Zuge kommt. (Berner Oberländer)

Erstellt: 10.01.2018, 20:41 Uhr

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