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Schulferien als «logistisches Problem»

Die SP Bödeli setzt die Ferienbetreuung für Kinder auf die politische Agenda.

Für die Kinder die schönste Zeit, für Eltern ein logistisches Problem: Die Schulferien.
Für die Kinder die schönste Zeit, für Eltern ein logistisches Problem: Die Schulferien.
Keystone

«Schulferien sind immer ein spannendes logistisches Problem.» So schilderte eine berufstätige Frau mit drei Kindern und einem ebenfalls berufstätigen Mann ihre Lage. Es sei ein dauerndes Hin-und-her-Schieben der Kinder. Sie wünsche sich eine ganztägige, für die Eltern finanzierbare Kinderbetreuung während der Schulferien.

Die Frau steht nicht allein. Das zeigte die gut besuchte Informationsveranstaltung der SP Bödeli im Stadthaus Unterseen. Auch die Exekutiven von Interlaken, Matten und Unterseen waren mit je zwei Gemeinderatsmitgliedern vertreten. Die drei Bödeligemeinden verfügen zwar über gut funktionierende Tagesschulen, eine Ferienbetreuung fehlt jedoch bis jetzt.

An der Informationsveranstaltung wurden drei Modelle vorgestellt, die seit einiger Zeit laufen. In Thun ist das die Ferieninsel. Dort verbringen die Kinder die Ferien getrennt von der Tagesschule, wie Co-Leiter Stefan Wenger erklärte. Geboten werden drei Mahlzeiten, Bastelprogramme, freies Spielen, aber auch Ausflüge. Ein Ferieninseltag kostet für die Eltern 30 Franken pro Tag und Kind, den Rest der Vollkosten von 110 Franken subventioniert die Stadt Thun.

Anders läuft es in Moosseedorf. Dort ist die Ferienbetreuung in die Tagesschule integriert. Der Vorteil ist laut Leiter Thomas Ulrich, dass die Kinder auch in den Ferien das gleiche Umfeld und die gleichen Betreuungspersonen antreffen. Gleichzeitig wird mit einem sehr aktiven Programm der Alltag durchbrochen. Pro Tag müssten die Eltern 50 Franken zahlen, 20 Franken übernehme die Gemeinde, sagte Ulrich.

Nochmals ein anderes Modell präsentierte Chantal Fankhauser, Geschäftsleiterin Leolea Region Thun. Leolea ist eine Organisation rund um die familienergänzende Kinderbetreuung. Sie entwickelt individuelle Lösungen für Familien, Gemeinwesen und Unternehmen. Die Organisation hat während dreier Jahre im Auftrag der Gemeinde Steffisburg die Ferienbetreuung durchgeführt. Die Gemeinde ist dann allerdings aus Kostengründen ausgetreten.

Die Kosten werden gestaffelt nach Einkommen verrechnet und betragen zwischen 40 und 120 Franken pro Tag und Kind. Der Kanton hat einen Leitfaden herausgegeben, seit Anfang 2019 ist auch eine Mitfinanzierung möglich. Doch noch fehlt die Verordnung des Regierungsrates. Östlich von Thun gibt es keine einzige Oberländer Gemeinde, die eine Ferienbetreuung für Kinder anbietet.

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