Ja zur Saanersloch- und Eggli-Bahn

Saanen

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in Saanen stimmte der Souverän drei raumplanerischen Überbauungs­vorlagen zu. Ein Gegenvorschlag zum fakultativen Referendum verhalf dem Reglement zur Parkplatzbewirtschaftung zum Durchbruch.

So wird die Talstation der Saanerslochbahn dereinst aussehen.

So wird die Talstation der Saanerslochbahn dereinst aussehen.

(Bild: zvg)

Im Landhaus von Saanen folgten die 209 Stimmberechtigten den umfangreichen Ausführungen von Gemeinderat Walter Heer (FDP) als Vorsteher von Bau und Planung. Beide Vorlagen mit Änderungen zu den Überbauungsordnungen (ÜO) der Schneesportgebiete Saanersloch und Eggli konnte Louis Lanz als Vorsitzender der Gemeindeversammlung nahezu diskussionslos als genehmigt erklären.

Da im Schneesportgebiet Saanenmöser-Schönried die neue Bergstation und der oberste Teil der geänderten Linienführung zur Erneuerung der Saanerslochbahn auf Zweisimmner Gemeindegebiet liegen, wird die Gemeindeversammlung von Zweisimmen am Mittwoch, 5. April, auch darüber zu befinden haben.

Zur Änderung der ÜO Schneesportgebiet Eggli-Pra Cluen gab es einen Rückweisungsantrag bezüglich der Erhaltung des Abfahrtteilstückes Bitzegg nach der Aufforstung. Das öffentliche Interesse am Vorhaben überwog, sodass dieser nur 45 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die Einsprache zum Seilbahnkorridor aus dem ordentlichen Auflageverfahren wurde durch den Gemeinderat an das Bundesamt für Verkehr überwiesen und zur Ablehnung empfohlen.

Kunden- und gästefreundlich

Viel zu reden gab die Parkplatzbewirtschaftung auf dem ganzen Gemeindegebiet, also auch in Schönried und Saanenmöser. In Gstaad ist die Bewirtschaftung schon länger Usus, in Saanen seit der Dorfneugestaltung. Die Bergbahn Destination Gstaad AG führte diese zu Beginn der Wintersaison ein, um das Abstellen nicht benötigter Fahrzeuge und Anhänger zu unterbinden.

Dies alles führte mit 292 Unterschriften zum fakultativen Referendum. Therese Mösching (SVP) als Gemeinderätin für die Infrastruktur: «Der Gemeinderat kam in die Pflicht, die seit 25 Jahren hängige Reglementierung aufzuarbeiten und auf das ganze Gemeindegebiet auszudehnen. Doch massgebend ist die zu erarbeitende Verordnung.»

Zuerst ein Unentschieden

Nach längerem Hin und Her hielten sich Befürworter und Gegner zum Rückweisungsantrag mit 84 zu 84 die Waage. Mit 85 zu 80 zugestimmt wurde dem Gegenvorschlag von Jonas Wanzenried, Co-Präsident des Gewerbevereins Saanenland, zur Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die das Reglement im Sinne eines mehrheitsfähigen Vorschlages überarbeitet, deren Stossrichtung eine kunden- und gästefreundliche Lösung darstellt. In der Schlussabstimmung wurde das Parkplatzbewirtschaftungsreglement mit 110 zu 65 Stimmen angenommen.

Angenommen wurde auch die ÜO über den Abbau- und Deponiestandort Allmiwald mit der geplanten Westerschliessung. Genehmigt wurden ausserdem 675'000 Franken für einen Informationspavillon mit Tourismusbüro und Lager für Heimatwerk und dem Saaner Museum. Im Raumangebot integriert ist ein unterirdisches Überbauungsrecht der Milchverwertungsgenossenschaft.

Berner Zeitung

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