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Rund 200-mal im Jahr im Einsatz für die Menschen

Was genau macht eigentlich ein Kirchgemeinderat? Der neue Präsident der Bezirkssynode Frutigen-Niedersimmental Martin Graf erklärt.

Martin Graf aus Wimmis ist neuer Präsident der Bezirkssynode Frutigen-Niedersimmental.
Martin Graf aus Wimmis ist neuer Präsident der Bezirkssynode Frutigen-Niedersimmental.
Claudius Jezella

«Wenn wir nicht bereit sind, uns überdurchschnittlich zu engagieren, dann sind wir hier am falschen Ort.» Martin Graf ist bereit. Und diese Bereitschaft erwartet der Präsident des Kirchgemeinderats auch von den anderen Mitstreitern im Gremium. Das gilt für Grafs Heimatgemeinde in Wimmis, aber auch für die weiteren zehn Kirchgemeindepräsidenten der Bezirkssynode Frutigen-Niedersimmental, welcher der 53-Jährige seit dem 1. November vorsteht.

Das Amt sei mit viel Arbeit verbunden, aber die sei sehr wichtig, betont er. Und: «Kirche ist nicht nur der Gottesdienst am Sonntagmorgen.» Sondern? «Letztlich geht es um die Menschen», meint Graf und verweist auf einen Leitspruch, der zu seiner Lebensphilosophie geworden ist: «Von Gott bewegt, dem Menschen verpflichtet.»

Netzwerken und sich zeigen

Dieser Verpflichtung nachfolgend ist ein Kirchgemeinderat mindestens 35-mal im Jahr im Einsatz für die Kirche, Graf als Präsident sogar rund 200-mal – und das neben Familie und und Job, rechnet der Kundendienstmitarbeiter einer Sicherheitsfirma vor. Es gehe darum, Netzwerke aufzubauen und sich zu zeigen, beim Wimmis-Märit genauso wie bei Gemeindeversammlungen oder bei Treffen mit der Regierungsstatthalterin, aber auch bei Veranstaltungen anderer Kirchgemeinden und nicht zuletzt zweimal im Jahr bei der Bezirkssynode.

Dort koordinieren die Kirchgemeinderatspräsidenten gemeinsame Aufgaben wie Ehe- und Familienberatung oder den heilpädagogischen kirchlichen Unterricht, tauschen sich aus und geben ihre Anliegen weiter an die 9 Synodalen des Bezirks, die als Kirchenparlamentarier auf der nächst höheren Ebene die Geschicke der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn mitbestimmen. 200 Synodale sind es insgesamt, die zweimal im Jahr zu jeweils zweitägigen Sessionen im Grossratssaal in Bern zusammenkommen.

Martin Graf weiss nur zu gut, wie viel Arbeit in den Kirchgemeinden geleistet wird: Veranstaltungen für Senioren, Kinder- und Jugendarbeit, Angebote für Flüchtlinge und noch mehr, alles organisiert und durchgeführt von einem Heer von Freiwilligen. «Wenn ich sehe, was die Kirchgemeinden alles machen, dann ist das sehr wertvoll für unsere Gesellschaft», sagt Graf stolz und weist gerne auf die vielen Dienste hin.

Neben der Anerkennung der wertvollen Freiwilligenarbeit hat das noch einen anderen Hintergrund: den Bestandserhalt in Zeiten des Mitgliederschwunds. «Man muss mit den Leuten reden und ihnen das alles vor Augen führen, bevor sie ihren Austritt einreichen.» Natürlich könne man Kirchenaustritte nicht ganz verhindern, aber zumindest etwas eindämmen, hofft Graf. Und ab und zu gebe es ja sogar Neueintritte.

Tue Gutes und sprich darüber

Zu einem solch offenen Umgang mit den eigenen Leistungen möchte Graf auch die Kirchgemeindepräsidenten der anderen Gemeinden ermuntern, wenn er am morgigen Donnerstag als neuer Präsident die Bezirkssynode in Aeschi leitet. Getreu dem Grundsatz: «Tue Gutes und sprich darüber.» Der Wimmiser tritt die Nachfolge von Elisabeth Aellig aus Kiental an, die das Amt acht Jahre ausübte. Neu im Vorstand sind neben Martin Graf Margret Ruchti, Kirchgemeindepräsidentin in Frutigen, und Helma Wever, Pfarrerin in Erlenbach, als Vertreterin der Pfarrpersonen im Bezirk. Und eines ist für Graf klar: «Der Einsatz ist gross, aber das Amt gibt auch sehr viel zurück. Freiwilligenarbeit ist etwas, das sehr viel Befriedigung bringt.»

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