Saanen-Gstaad

Rund 1500 feuerten den Tross im Ziel an

Saanen-GstaadUm die 1500 Interessierte verfolgten die spannende Schlussschleife der Tour-de-Suisse-Fahrer auf dem Flugplatzareal. Verantwortliche aus der Szene und der Region sprechen von einem gelungenen Anlass.

Nadelöhr kurz vor dem Ziel. Der Tour-Tross biegt von der Hauptstrasse hinein ins Airport-Gelände von Saanen. Dabei wird erstmalig in der Tour de Suisse auch ein Gebäude durchfahren – hier der Flügel des Airports.

Nadelöhr kurz vor dem Ziel. Der Tour-Tross biegt von der Hauptstrasse hinein ins Airport-Gelände von Saanen. Dabei wird erstmalig in der Tour de Suisse auch ein Gebäude durchfahren – hier der Flügel des Airports. Bild: pd

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Ein wettermässiger Traumtag war gestern schon aufgrund der Prognosen nicht zu erwarten gewesen. Schwamm drüber. Es war trotzdem schön, was sich gestern von Amsoldingen an über Thierachern und Wimmis bis Zweisimmen und über die Saanenmöser bis hinunter nach Saanen sportlich abspielte. Am Schluss war es der Däne Christopher Juul Jensen, der das glückliche Ende für sich behielt und auf dem Flugplatzareal von Saanen einen grossen Erfolg feiern konnte.

«Richtig Freude»

Ueli Anken, Medienverantwort­licher der Tour de Suisse, sprach von rund 1500 Schaulustigen, die das Finale auf dem Airport-Areal trotz der misslichen Bedingungen aus der Nähe verfolgten. «Wir haben richtig Freude – dass alles rundgelaufen ist, dass es einen dänischen Sieg gab und der Schweizer Stefan Küng das Gelbe Trikot verteidigen konnte. Das ist das Beste, was uns passieren konnte.» Für die nachmittägliche Belebung des Flugplatzareals hatten die Kids-Rennen gesorgt, die bereits viele Familienmitglieder angezogen hatten.

Einheimische und (geladene) Gäste aller Art gesellten sich hinzu, je näher die Ankunftszeit von 17.20 Uhr rückte. Und wie ein Schweizer Uhrwerk fuhr das Feld pünktlich im Zielgelände ein. Die Tour de Suisse allein stellt 230 Helfer. Dazu gehören unter anderem der Begleittross und die Sicherheitsequipe, nicht aber die Werbekolonne, die Anken auf weitere 100 Personen schätzt.

«Wir wollten das Gleiche»

Mario Cairoli, OK-Präsident der Etappenankunft Saanen-Gstaad, lobte die weiteren knapp 100 Hilfsbereiten, welche die Etappenankunft stemmen halfen. Dazu gehörten neben Leuten vom Veloclub Saanenland, dem Senioren-Männerturnverein Saanen-Gstaad und spontan Zulangenden auch gegen 30 Personen vom Zivilschutz. Sie sorgten dafür, dass die Strassen- und Hinweisposten aufgestellt waren, die Übergänge zu den Absperrungen und Ab­riegelungen überwacht wurden. Und für vieles mehr. «Die super durchorganisierte Tour de Suisse und wir wollten das Gleiche. Das hat Spass gemacht.» Cairoli hatte mit seiner Familie die Verantwortung für das «Riesenprojekt» an die Hand genommen und monatelange Vorbereitungsarbeit geleistet: «Es hat alles bestens geklappt. Es passierte nichts Unvorhergesehenes.»

Mit dem Startteam der Tour, das gestern gegen 19 Uhr in Gstaad eintraf und für die heutige Weiterfahrt nach Leukerbad aufbauen half, rechnete Cairoli gestern mit einem Einsatz bis nach 23 Uhr. Heute um 13.15 Uhr wird der Tross weiter ins Wallis rollen.

Insgesamt waren aus Sicht des OK 125 000 Franken budgetiert. 50 000 Franken gingen allein an die Tour de Suisse, welche mit einem Budget von 7 Millionen operiert. Dabei fliesst ihr rund eine Million von den Etappenorten zu.

«Der Ort wird belebt»

Die 50 000 Franken sind also der Preis für jene Orte, die sowohl die Etappenankunft wie am nächsten Tag auch den Start buchen wollen. Sébastien Epiney, Tou­rismusdirektor der Destination Gstaad, findet dieses Doppelpaket wichtig: «So bleiben die Fahrer und Mannschaften über Nacht in der Region. Der Ort wird belebt. Das erlaubt gerade auch den Jungen, die Stars aus nächster Nähe zu sehen.» Und was ist ein dänischer Gewinner für das Saanenland wert? «Ein ausländischer Sieger schafft uns immer eine gute Plattform, um auf uns aufmerksam zu machen.

Die TV-Bilder sind dafür ein gutes Schaufenster.» Beim Marketing von Gstaad Saanenland Tourismus fokussiert man nicht zuletzt auch mit dieser Etappenankunft vermehrt auf Rennvelofahrerinnen und -fahrer: «Wir haben für diese Sportler geeignete Strassen und Pässe. Das wollen wir vermehrt hervorheben und versuchen, uns auch in der Zwischensaison ins Gespräch zu bringen. Zum Beispiel als Alternative zur Tos­kana oder zu Sardinien. Dazu ­haben wir auch die passende Infrastruktur zum Essen und Übernachten.»

Toni von Grünigen, Gemeindepräsident von Saanen, sprach gestern Abend von einem «guten Anlass und einer guten Sache für die Region». Vor allem habe ihm «imponiert, was die Familie Cairoli angerissen hat» und wie ihre Initiative belohnt worden sei.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 13.06.2018, 07:41 Uhr

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