Rox am See: Macher erhoffte sich mehr

Spiez

Steht das Kollekten-Open-Air Rox am See im Schatten des Seaside Festival? Gerne hätte Rox-Organisator Manuel Schaffer am 27./28. Juli länger als bis um 23.30 Uhr rocken lassen. Die Gemeinde aber winkte ab.

«Ein Festival mit einer rockigen Ausrichtung lässt sich nicht am Nachmittag durchführen», bedauert Manuel Schaffer den Entscheid der Gemeinde.<p class='credit'>(Bild: Jürg Spielmann)</p>

«Ein Festival mit einer rockigen Ausrichtung lässt sich nicht am Nachmittag durchführen», bedauert Manuel Schaffer den Entscheid der Gemeinde.

(Bild: Jürg Spielmann)

«Grundsätzlich ist es schön, darf ich das Open-Air durchführen», sagt Manuel Schaffer. Der Betreiber der Spiezer Rox Musicbar, die sich mit ihren samstäglichen Kollekten-Konzerten längst einen Namen in der Musikszene gemacht hat, führt Ende Juli zum dritten Mal ein zweitägiges Festival in der Bucht durch. Rox am See nennt sich, was bei den beiden ersten Ausgaben 2016 und 2017 pro Abend rund 700 Musikbegeisterte anlockte und von einem lokalen Verein getragen wird.

«Ich hatte mir bezüglich Bewilligung etwas mehr erhofft.» Die Erhaltene bezeichnet Schaffer als «halb realistisch». Die Gemeinde Spiez hat jüngst die Organisation der Anlässe auf dem Gemeindegebiet neu geregelt. Einerseits mit dem Büro für Veranstaltungen, das sämtliche Anlässe ko­ordiniert, und andererseits mit einer Verordnung, in welcher der Gemeinderat die lärmintensiven Events in der Bucht kontingentiert. Neu sind noch 17 Anlässe respektive Tage mit Beschallung pro Jahr möglich; zehn bis 20 Uhr, vier bis 0.30 Uhr (Musik bis 23.30 Uhr) und drei bis 3.30 Uhr (Musik bis 2.30 Uhr).

Kein dritter lauter Spätanlass

Am Rox am See vom 27. und 28. Juli wird um 0.30 Uhr Lichterlöschen sein. So beschloss es die Behörde. Der Rox-am-See-Organisator hoffte, wie er sagt, dass er einen Abend länger bestreiten kann, weil das Seaside Festival am 24./25. August lediglich zwei von drei möglichen «Spätanlässen» beansprucht.

Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner meint dazu, dass bewusst auf einen dritten Anlass bis 3.30 Uhr verzichtet worden sei. Um das neue Grossfestival im sensiblen Umfeld etablieren und «auf gute Beine stellen» zu können. Sie bestätigt, dass für das Rox am See ein Gesuch mit späten Zeiten eingereicht worden ist. Jolanda Brunner spricht aber auch davon, dass sich die Macher bewähren müssen, «wir brauchen verlässliche Partner».

Renato Heiniger, Leiter der Abteilung ­Sicherheit, klärt auf: «Im ersten Jahr überzogen die Organisatoren und verärgerten damit viele Leute.» Manuel Schaffer bestätigt den Fauxpas von 2016. Technische Probleme vor dem Halunke-Konzert hätten diesen verursacht. 2017 verhallte die Musik, gegenüber 2016 um eine halbe Stunde auf 23.30 Uhr reduziert, zur rechten Zeit.

«Ich werde das dritte Rox am See durchführen – nach anfänglichem Zögern.» Die zeitliche Vorgabe sei aber eine Herausforderung. «Ein Festival mit einer rockigen Ausrichtung wie das unsere lässt sich nicht am Nachmittag durchführen. Es läuft mit dem Einnachten, also erst gegen 22 Uhr, richtig an, auch publikumsmässig.» Was wiederum bedeute, dass sich der Anlass, der zu grossen Teilen über die Festwirtschaft finanziere, innerhalb einer kurzen Zeit rechnen müsse.

Überfliegerin am Start

Schaffer findet die professionelle Koordination der Veranstaltungen eine gute Sache. Sie bringe Transparenz und Gleichbehandlung. Was er sich in der Verordnung präziser gewünscht hätte, seien verbindliche Angaben zu den maximal erlaubten Lautstärken, «da dies gesetzlich nicht klar definiert ist». Auch gibt er zu bedenken, dass der Erhalt der Bewilligung per Ende Jahr für das Buchen von Bands für den Folgesommer eher knapp sei.

Dennoch hat der Musik-Sekundarlehrer, der im Sommer den Diplomlehrgang Eventmanager beschliesst, Hochkaräter an der Angel: Nebst den lokalen «Streugut» dürften Two Romans und Überfliegerin Veronica Fusaro aus Thun, die Zürcher Olympiasong-Schreiber Baba Shrimps und die Luzerner Dada ante Portas in der Bucht aufspielen. Wie in der Musicbar werden es die Künstler auch unten am See für den Inhalt des Kollektentopfes tun.

Berner Oberländer

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