Rollende Züge, Garagen-Sound und eine Setlist mit bekannten Covers

Punkrock und Metal dominierten die Auswahl der Headliner am Greenfield Festival. Was die Energie auf der Bühne angeht, stachen die Auftritte von The Prodigy am Donnerstag sowie Volbeat am Samstag heraus.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

Das Beste zum Schluss, hatten sich die Greenfield-Organisatoren vielleicht gedacht, als sie Volbeat zum Samstag-Head­liner machten. Die Dänen rund um Bandleader Michael Poulsen legten musikalisch und mit einer beeindruckenden Lichtshow einen Schlussakt der Superlative hin. Und dies vor grossem Publikum, die Tagestickets am Samstag verkauften sich «aussergewöhnlich» gut.

Die Metal-Band kommt aus Kopenhagen, seit 2013 spielt aber mit Rob Caggiano auch ein Amerikaner in der Band. Und der Gitarrist scheint die Band auf ein noch höheres Niveau «gelüpft» zu haben. Volbeats Mischung aus Metal und Rock ’n’ Roll kam direkt zum Punkt – wuchtig und trotzdem melodiös. Das umschreibt auch die Stimme von Sänger Poulsen ziemlich gut.

Das brandneue Lied «The Everlasting», das auf dem kommenden Album sein wird, erinnerte ohne Gesang noch stark an Metallica. Sobald aber Poulsens unverkennbare Stimme einsetzte, war sofort klar, dass hier Volbeat spielen. So auch bei der Hommage an Johnny Cash, eines der Idole von Sänger Poulsen.

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Mit der Akustikgitarre bewaffnet, stimmte er den «Folsom Prison Blues» an – und der Zug rollte unwiderstehlich über das Flugplatzgelände. «It’s time to go fuck­ing nuts! (Es ist Zeit, komplett durch­zudrehen!)», schrie Poulsen kurz vor 1 Uhr morgens ins Publikum. Und dieses machte noch so gern mit. Mit dem Hit «Still Count­ing» verabschiedeten Volbeat die Zuhörer in die Nacht.

Durchdrehen – das taten die Greenfield-Besucher auch beim Auftritt von The Offspring. Bereits zum vierten Mal nach 2008, 2012 und 2016 traten die kalifornischen Punks in Interlaken auf. Aber wie vor zwei Jahren mochten sie auch dieses Mal nicht restlos zu überzeugen.

Soundprobleme beim letzten Lied, ein etwas miesepetriger Sänger Bryan «Dexter» Holland und eine bis zum letzten Drittel fast nicht existente Interaktion mit dem Publikum. Der Sound klang zuweilen wie frisch aus der Garage – Absicht oder schlecht abgemischt? Da­rüber gingen die Meinungen unter den Zuhörern auseinander.

Holland konzentrierte sich während des Konzerts lieber aufs Singen, Gitarrist Kevin «Noodles» Wasserman übernahm die Animation. «I feel the love, the humanity (Ich spüre die Liebe, die Menschlichkeit)», rief «Noodles» den Fans zu – und machte zum Schluss ein Filmchen vom Publikum.

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The Offspring konnten auf ihre bewährten Hits «Come Out and Play (Keep ’em Sepa­rated)», «Pretty Fly (for a White Guy)» und zum Abschluss «Self Esteem» zählen. Aber auch sie hatten neues Songmaterial im Gepäck, das ungewohnt voller und voluminöser klang.

Tanzfreudiger Fred Durst

Headliner am zweiten Festivaltag war die amerikanische Band Limp Bizkit, die Rap mit Metal verbindet. Hartgesottene Fans der Gruppe um Sänger Fred Durst – der auch schon auf die 50 zugeht – feierten den Auftritt der Band, der trotz Dursts Tanzfreudigkeit phasenweise etwas energielos wirkte.

Mit «Thieves» von Ministry, «Faith» von George Michael und «Smells Like Teen Spirit» von Nirvana fanden sich drei bekannte Covers in der Setlist. Ihr wohl bekanntestes Stück ist ebenfalls ein Cover, nämlich «Behind Blue Eyes» von The Who, das am Freitagabend jedoch nicht zu hören war.

Berner Oberländer

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