Roger Köppel zerzaust die Operation Libero

Interlaken

Grossevent im Grand Hotel Victoria-Jungfrau: SVP-Nationalrat Roger Köppel und Laura Zimmermann von der Operation Libero diskutierten zum Thema «Schweiz-EU: Wie weiter?».

<b>Nationalrat Roger Köppel</b> (l.) freut sich über die Trauffer-Kühe für seine drei Kinder.<b> Laura Zimmermann</b>, Co-Präsidentin der Operation Libero, übernahm bei der Dislussion in Interlaken den Gegenpart.

Nationalrat Roger Köppel (l.) freut sich über die Trauffer-Kühe für seine drei Kinder. Laura Zimmermann, Co-Präsidentin der Operation Libero, übernahm bei der Dislussion in Interlaken den Gegenpart.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Die Kantonspolizei war vor Ort, die Diskussion zwischen der Auns und der Operation Libero war aber wenig explosiv. Annemarie Bosshart Gartenmann ­beleuchtete die Themen als ­Tagespräsidentin in Gedichtform, und die Referenten erhielten als Geschenke eine CD des ­Alpentainers Trauffer, SVP-Nationalrat Roger Köppel für seine drei Kinder zusätzlich drei Kühe.

Man durfte im Foyer Genesungswünsche für Christoph Blocher mitunterschreiben, der beim Sturz wegen einer Glungge im Bundeshaus die Nase gebrochen hatte. Er wäre als Referent vorgesehen gewesen. So bekam es Laura Zimmermann, Co-Präsidentin der Operation Libero, mit Köppel zu tun.

Sie hatte die Aufgabe – gemäss der Auns-Webseite – «ein paar neu verpackte Meinungen in die öffentliche Diskussion einzubringen, weil die Einheitsmedien Bundesbern und anderen Eliten nach dem Mund plappern».

Fehlkonstruktion

Unter Köppels Rhetorikfeuerwerk aus Erfahrung, Dossierkenntnis und Ironie, im Brustton der Überzeugung vorgetragen, wurde Laura Zimmermann ziemlich zerzaust. Seine Fundamente für die Schweiz: Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, bewaffnete Neutralität, Autonomie der Gemeinden und Kantone, liberale Marktwirtschaft. Was Offenheit erst möglich macht.

Köppels Gegner: der verheerende Sozialismus und unehrliche Medien. «Man achtet den Volkswillen nicht», sagte er unter Applaus des grösseren Teils des Publikums. Die EU sei eine intellektuelle Fehlkonstruktion. Zu seiner Gesprächs­gegnerin meinte er, sie gehöre der Jugendorganisation der machtbesessenen Elite an und liefere mit ihrem Engagement ein vorgezogenes Bewerbungsschreiben für ein hoch bezahltes Pösteli in der Bundesverwaltung ab.

Das Chancenland ist bedroht

Laura Zimmermann begegnete den Angriffen mit Lächeln und machte Komplimente: Die Operation Libero sei nach dem Vorbild der Auns aufgebaut, und ­diese habe jetzt ja auch einen SVP-Fehler korrigiert und eine Initiative zur Vertragsauflösung für die Freizügigkeit gestartet.

Die Freizügigkeit war ein Schwerpunkt der Diskussion. Laura Zimmermann sieht sie als Chance für das Individuum und als liberalste Möglichkeit für die Wirtschaft. Für Köppel hingegen dient sie vor allem der Grossindustrie und ist nicht tragbar, wenn der Sozialstaat Schweiz ­erhalten bleiben soll.

Laura Zimmermann macht sich Sorgen um die Schweiz als Chancenland, wenn sie sich nicht öffnet und weiterentwickelt, sondern «in ­sozialromantischer Rückbesinnung» verharrt. Und die Zukunft? Köppel ist optimistisch, weil er ein optimistischer Mensch sei.

Die Schweiz werde an ihren Werten festhalten, und die EU der Machteliten lockere sich auf. Bei Laura Zimmermann erkennt die Schweiz die gemeinsamen Werte und trägt dazu bei, den Wohlstand und das Friedensprojekt EU zu fördern und zu verbessern.

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