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«Richtig Krach machen für die Freiheit»

Ein rollender Umzug mit Plakaten und Lärm, ein Brainstorming mit Kreide aufs Pflaster des Amman-Hofer-Platzes: Geschätzte 600 Personen machten bei der «Aktion für öffentlichen Raum» mit.

Aktion für öffentlichen Raum und dessen Nutzung: Teilnehmer demonstrieren in der Bahnhofstrasse Interlaken.
Aktion für öffentlichen Raum und dessen Nutzung: Teilnehmer demonstrieren in der Bahnhofstrasse Interlaken.
Monika Hartig
Dimitri Rougy (vorne links) vom Jugendparlament Berner Oberland führte den Demozug vom General-Guisan-Schulhaus bis zum Ammann-Hofer-Platz Interlaken.
Dimitri Rougy (vorne links) vom Jugendparlament Berner Oberland führte den Demozug vom General-Guisan-Schulhaus bis zum Ammann-Hofer-Platz Interlaken.
Monika Hartig
Moderator Luca Ariu feuerte die Demoteilnehmer auf dem Interlakner Ammann-Hofer-Platz zum Protestieren an.
Moderator Luca Ariu feuerte die Demoteilnehmer auf dem Interlakner Ammann-Hofer-Platz zum Protestieren an.
Monika Hartig
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«Jugendliche ab einem gewissen Alter haben nirgends mehr Freiräume, wo sie willkommen sind und sich niemand an ihnen stört», sagte Anja Liechti aus Interlaken, Mutter zweier Buben (zehn und 16 Jahre). Auf dem Platz hinter dem General-Guisan-Schulhaus trafen sich am Freitagnachmittag zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um gegen Ausgrenzung aus dem öffentlichen Raum zu protestieren.

«Ein schlechter Aprilscherz?»

Denn per 1. April verbietet Interlakens Polizeireglement, dass Unberechtigte auf den Arealen der Volks schulen und Kindergärten Fahrrad oder Skateboard fahren (wir berichteten). Dort dürfen sich zudem nur noch Schulpflichtige aufhalten. Mit einem Plakat «Neues Polizeireglement – ein schlechter Aprilscherz?» wehrten sich die Demonstrierenden gegen den Entscheid.

Die «Aktion für öffentlichen Raum» verlangt: «Öffentlicher, barrierefreier Raum soll für alle Altersklassen zugänglich sein», so Dimitri Rougy, Co-Präsident Jugendparlament Berner Oberland.

Umzug mit Lärm und Action

Rougy und Martin Leuenberger von der Jugendarbeit Bödeli wiesen die Demoteilnehmer ein. Gegen 18 Uhr setzten sich Roller- und Rollschuhfahrer, Skater, Smartwheel- und Velofahrer sowie Fussgänger Richtung Bahnhofstrasse in Bewegung. Die Demonstrierenden schwenkten Transparente und Luftballons, hupten, klingelten und riefen.

Gleichzeitig startete eine weitere Gruppe beim Sekundarschulhaus. Man traf sich am Höheweg und zog zum Amman-Hofer-Platz, der sich rasch mit geschätzten 600 Personen füllte. Dort ertönte laute Musik.

«Kickflips für die Freiheit»

Moderator Luca Ariu motivierte die Menge, ihre Gedanken zum öffentlichen Raum mit Kreide aufs Pflaster zu schreiben: «Warum sollen wir nur noch vor dem Computer und der Playstation hocken? Wir wollen raus an die frische Luft gehen und das Leben geniessen!»

Dann ging vor allem die Jugend auf die Knie und schrieb etwa: «Wir wollen frei sein!», «Ein Platz zum Austoben, Lebensqualität!» oder «Kickflips für die Freiheit!». Sängerin Mia und Band intonierten etwa «Talkin' bout a revolution» von Tracy Chapman.

Friedliche Revolution

Beat «Yeti» Hutmacher sagte: «Wir wollen eine starke, kreative und freie Jugend. Haltet euch nicht an das Verbot, nehmt euer Skateboard und geht auf die Schulhausplätze!» Die Menge juchzte und pfiff.

David Bacher sagte «Wir vom Skatepark Bödeli werden dem entgegenwirken, dass nicht wie heute Chaos auf der Strasse ist, sondern ein Treffpunkt für Junge, Familien und die ältere Generationen entsteht.» Moderator Ariu schrie: «Heute ist ein Tag, wo wir nur gewinnen können und vorwärts kommen!» Daraufhin hoben alle ihre Plakate, Handys, Roller und Skateboards in die Luft; sie juchzten, riefen und pfiffen.

Ein Jugendlicher rief: «Ich spiele gerne Basketball und muss immer rennen, wenn die Polizei kommt – das ist so mühsam! Heute wollen wir richtig Krach machen für die Freiheit!». Mit rassiger Mundartmusik der Band 4 Life klang dann die Aktion aus.

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