Zweisimmen

Regionales Netzwerk für Gesundheit

ZweisimmenDie öffentliche Orientierung über ein künftiges Gesundheitsnetzwerk Simmental-Saanenland stiess auf grosses Interesse, aber auf keine offenen Fragen.

Das Podium (v. l.): Moderator David Staudenmann, Projektleiter Sefan Stefaniak, Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, Albin Buchs und Toni von Grünigen, Co-Präsidenten der Bergregion, Ueli von Känel, Betriebsleiter Spitex Obersimmental und Bruno Guggisberg, CEO der Spital Simmental-Thun-Saanenland AG.

Das Podium (v. l.): Moderator David Staudenmann, Projektleiter Sefan Stefaniak, Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, Albin Buchs und Toni von Grünigen, Co-Präsidenten der Bergregion, Ueli von Känel, Betriebsleiter Spitex Obersimmental und Bruno Guggisberg, CEO der Spital Simmental-Thun-Saanenland AG. Bild: Anne-Marie Günter

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Die Bergregion Obersimmental-Saanenland lud die Bevölkerung zur Orientierung über die Grund- und Spitalversorgung in die Simmental-Arena ein. Die ersten Ergebnisse sind bereits bekannt: Es soll einen Campus Gesundheit (mit Spital) in Zweisimmen und ein Gesundheitszentrum in Saanen geben, verbunden durch ein Gesundheitsnetzwerk. David Staudenmann («Praxis Gesundheit» bei TeleBärn) moderierte den Abend.

So erfuhr das Publikum, dass Albin Buchs, Gemeindepräsident von St. Stephan und Co-Präsident der Bergregion, sich manchmal ohnmächtig gefühlt hat. Er ist Mitglied der Arbeitsgruppe, die seit Anfang des Jahres an einer Lösung für das Spitalproblem arbeitet. Der andere Co-Präsident, Toni von Grünigen, Gemeindepräsident von Saanen, hat hart diskutiert, um die Situation der Region darzulegen. Seine Erkenntnis lautet: «Nur zusammen können wir etwas erreichen.»

Ein aktiver Regierungsrat

«Es ist ein Projekt, das mir am Herzen liegt», sagte Regierungsrat Pierre Alain Schnegg. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) ist wie die Spital STS AG Partnerin in der Arbeitsgruppe. Schnegg nahm persönlich an ihren Sitzungen teil. Projektleiter Stefan Stefaniak von der Firma Paianet, Lausanne, stellte einen möglichen Lösungsansatz für die Zukunft vor. Die Bandbreite der geprüften Optionen ging von Einzelpraxen bis zu einem kompletten Spital. Es hat sich gezeigt, dass Zweisimmen der richtige Standort für ein Spital in der Region Simmental-Saanenland ist und dass ein Spital mit so kleinen Fallzahlen, wie sie das Spital hat, längerfristig kaum finanzierbar ist.

Regionales Netzwerk

«Innerhalb der Region ist Vertrauen aufgebaut worden. Der Druck auf alle Akteure ist hoch. Das Projekt kann nur ein Erfolg werden, wenn alle zusammenstehen», sagte Schnegg. Die vorgeschlagene Konzeptidee ist die Gründung eines Gesundheitsnetzwerkes Simmental-Saanenland, zum Beispiel als Genossenschaft. Die Vorteile wären mehr Gemeindeautonomie, eine Beteiligung von KMU und eine integrierte Versorgung dank eines innovativen Netzwerkansatzes, der Synergien nützen hilft. In Zweisimmen gäbe es einen Campus Gesundheit mit einem Spital, aber auch mit andern Akteuren aus dem Gesundheitsbereich, wie der Maternité Alpine, einer Apotheke oder der Spitex. Zumindest am Anfang müsste dieser Campus nicht örtlich definiert sein. Die Zusammenarbeit könnte auch virtuell erfolgen, so wie dies mit dem vorgeschlagenen Gesundheitszentrum Saanen vorgesehen ist.

Resultate in einem Jahr

Erwartet wird, dass bis im Oktober 2019 eine Trägerschaft gegründet ist. Verschiedene Arbeitsgruppen sind im Einsatz, und die GEF unterstützt das Projekt weiter. Das Spital Zweisimmen bleibt bis zu einem gesicherten Aufbau eines Campus offen. Der Operationsbetrieb wird nach der kommenden Wintersaison das ganze Jahr rund um die Uhr gewährleistet sein. Die Spital STS AG unterstützt für die kommenden Jahre das Spital mit 2,5 Millionen Franken zur Deckung des Betriebsdefizits. 2 Millionen Franken werden für dringende Infrastrukturaufgaben eingesetzt.

Wortmeldungen gab es aus dem grossen Publikum nur drei. Der Zweisimmner Gemeinderatspräsident Hodel dankte allen Beteiligten. Grossrat Thomas Knutti riet allen, nötigenfalls ins Spital Zweisimmen statt anders-wohin zu gehen, und Anne Speiser, Präsidentin der Maternité Alpine, riet dazu, statt wie am Abend oft gehört «wir müssen» «wir dürfen» zu sagen.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 08.11.2018, 21:34 Uhr

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