Klares Votum für den Grimseltunnel

Ohne Diskussion und ohne Gegenstimme machten die Gemeindevertreter des östlichen Oberlandes an der Regionalversammlung den Weg frei für weitere Abklärungen punkto Grimseltunnel.

So präsentiert Swissgrid das Projekt.

Interlakens Gemeindepräsident Urs Graf liess an der Versammlung der Regionalkonferenz Oberland Ost (RKOO) in Niederried keine Zweifel aufkommen, dass die Idee der Realisierung eines Grimseltunnels richtig ist.

Als Mitglied der RKOO-Geschäftsleitung machte er sich deshalb stark für ein Ja zur Anpassung des regionalen Richtplans. «Die Region Interlaken aber auch andere Teile des östlichen Oberlandes haben grösste Interessen an einer Realisierung», sagte Graf am Mittwoch und warb für ein Ja.

Die Vorgeschichte: Die Kapazität der Hochspannungsleitung über die Grimsel genügt mittelfristig den Anforderungen an eine stabile Stromversorgung nicht mehr. Aus diesem Grund prüft die Netzbetreiberin Swissgrid, die bestehende 220-Kilovolt-Leitung auf 380 Kilovolt aufzurüsten und in den Boden zu verlegen.

Dies erfordert den Bau eines Stollens zwischen Innertkirchen und Oberwald – und öffnet damit Synergieperspektiven im Hinblick auf ein schon lange bestehendes Anliegen: Die geplante Verbindung lässt sich zu einem Bahntunnel ausbauen, der das östliche Berner Oberland mit dem Goms verbindet.

Auf diese Weise kann eine Verknüpfung der beiden zentralen Schmalspurnetze der Schweiz (Rhätische Bahn und Matterhorn-Gotthard-Bahn auf der einen Seite, Zentralbahn und Montreux-Oberland-Bahn auf der anderen Seite) bewerkstelligt werden.

Der Grimseltunnel wird als raum- und umweltverträglich beurteilt; das Vorhaben weist keine grundsätzlichen Konflikte mit andern Nutzungen und Nutzungsabsichten auf.

Die Bündelung der zwei Infrastrukturanlagen (Stromleitung und Bahntunnel) zwischen Innertkirchen und Oberwald wird von der Regionalkonferenz Oberland-Ost als einmalige Chance für die Region beurteilt: Durch den Wegfall der bisher oberirdischen Stromleitung kann die Attraktivität des als Landschaft von nationaler ­Bedeutung eingestuften Grimselgebiets erhöht werden.

Grafs Votum schien die Versammlungsteilnehmer zu überzeugen, stimmten doch letztere diskussionslos und einstimmig für eine Anpassung des Richtplans.

Mehr Geld für Mountainbike

Einstimmig genehmigte die Versammlung auch einen Nachkredit von 56'000 Franken für die Richtplanung Velo-/Mountainbike. Vor 2 Jahren waren 146'000 Franken bewilligt worden.

Die Regionalversammlung genehmigte zudem einstimmig und diskussionslos die Jahresrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 82'000 sowie Nachkredite von 3920 Franken. Neu beträgt das Eigenkapital 447'000 Franken.

hau

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