Zweisimmen

Spitalbau in Zweisimmen : «Dr. House» macht das Rennen

ZweisimmenDas Siegerprojekt für den neuen Spitalbau in Zweisimmen nennt sich «Dr. House». Darin sind das eigentliche Spital sowie ein hausärztliches Angebot und Alterswohnungen untergebracht. Die Eröffnung ist für Herbst 2018 vorgesehen.

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Die Katze ist aus dem Sack: 40 Millionen Franken will die Spital STS AG (Simmental-Thun-Saanenland) zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft, der Alterswohnen STS AG, in den neuen Spitalbau in Zweisimmen investieren.

So viel kostet das Siegerprojekt, das im Rahmen eines Architekturwettbewerbes erkoren worden ist. Darüber informierten die Verantwortlichen am Montagvormittag. «Dr. House» steht ab sofort nicht mehr nur für eine bekannte TV-Ärzteserie, sondern ist auch der Titel des Projektes, mit welchem die Sollberger Bögli Architekten AG aus Biel das Preisgericht überzeugen konnte.

Ein Haus für drei Bereiche

«Dies ist ein Weihnachts­geschenk für Zweisimmen und die ganze Region», sagte Andreas Hurni, Vizepräsident der STS, vor den Medien. 40 Millionen Franken seien zwar ein happiger Betrag. «Aber wir sind bereit, diesen Schritt zu tun. Es ist ein klares Bekenntnis zur ganzen Region.» Drei Angebote werden künftig unter einem Dach untergebracht sein: Einerseits das Spital selber, andererseits aber auch die Alterswohnungen sowie die hausärztliche Grundversorgung, für die sich der Verein Medizinische Grundversorgung Simmental-Saanenland (Meggs) engagiert.

Für dessen Präsident Beat Michel ist die Existenz eines Spitals mit einer stationären Versorgung «in einer peripheren Region wie dem Simmental-Saanenland eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt und die Attraktivität der Hausarztmedizin.»

Ein Akut­spital in unmittelbarer Nähe zu haben, sei für den hausärztlichen Betrieb wertvoll. Gleichzeitig seien Peripheriespitäler gute Ausbildungsstätten für künftige Hausärzte. Peter Dolder, Verwaltungsratspräsident der Alterswohnungen STS AG, freut sich, dass die Wege für die Senioren und deren Pflegekräfte künftig kürzer sind.

Einstimmiger Entscheid

Am Wettbewerbsverfahren hatten sich ursprünglich 21 Architekturteams beteiligt. 18 davon reichten Projekte ein. Ein Preisgericht, bestehend aus Vertretern der Auftraggeberin (STS, Alterswohnen, Meggs) sowie Fach­experten mit und ohne Stimmrecht, setzte sich im Oktober 2015 mit den eingereichten Projekten auseinander.

Nach einem Vorprüfungsbericht wurden am ersten Beurteilungstag zuerst zwölf Projekte ausgeschieden und an einer zweiten Zusammenkunft aus den verbliebenen sechs Projekten der Sieger gekürt — einstimmig, wie Andreas Hurni betont. Die Erarbeitung des Juryberichtes durch das Preisgericht erfolgte im November. Laut Architekt Fritz Schär, Mitglied des Preisgerichts, überzeugte das Siegerprojekt «Dr. House» das Gremium auf verschiedensten Ebenen. Die architektonische Ausgestaltung würde die Anlage wesentlich aufwerten, die gewählte Struktur verweise auf die erforderliche Wirtschaftlichkeit in Erstellung und Betrieb.

Mitausschlaggebend war auch, dass der Zugang zu allen drei Teilbereichen (Spital, Alterswohnungen und Hausarztbereich) über einen einzigen Haupteingang führt, der sich auf der Ebene des ersten Stockwerks befindet. Die Alterswohnungen sind für die beiden obersten Stockwerke vorgesehen, der Operationstrakt für das unterste Stockwerk. Dazwischen werden die medizinischen Hausarzt- und Spitalbereiche untergebracht. Der neue Gebäudekomplex wird auf die grüne Wiese gebaut und fügt sich an die bisherigen Bauten des Alterszentrums Bergsonne an.

Laut Fritz Schär hatte ein eingereichtes Projekt vorgesehen, einen ­bestehenden Spitaltrakt in den Neubau zu integrieren. Allerdings habe sich herausgestellt, dass die Zeit des heutigen Spitalbaus definitiv vorbei sei. Einerseits entspricht er nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen, andererseits sind auch die Raumhöhen nicht mehr zeitgemäss. «Mit ‹Pflästerli› das heutige Spital zu flicken, ist nicht nachhaltig. Besser ist es, der modernen Medizin mit einem Neubau gerecht zu werden.»

Ivo Sollberger und Lukas Bögli, die Geschäftsinhaber der Sollberger Bögli Architekten AG, hatten sich nach Abschluss ihres Studiums ihre Sporen unter anderem bei der weltbekannten Basler Firma Herzog & De Meuron abverdient und gründeten 2000 ihre eigene Firma. Unter anderem sind sie derzeit mit der Planung eines neuen Fussball­stadions in Lausanne beschäftigt.

Baustart im Frühling 2017

Im Januar und Februar 2016 folgt eine detaillierte Überarbeitung des Projekts. So wird möglicherweise eine vorgesehene Zufahrtsallee noch optimiert. Bis im Sommer 2016 soll die Projektierung erfolgt und das Baugesuch eingegeben sein; der Baustart ist für Frühling 2017 vorgesehen. Im Herbst 2018 soll «Dr. House» schliesslich eröffnet werden. Während der ganzen Bauzeit wird der Betrieb im heutigen Spital aufrechterhalten.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 14.12.2015, 19:41 Uhr

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