Pro Natura kämpft um Oberländer Naturparadiese

Spiez

Ein Gedenken an den verstorbenen Naturschützer Hans Fritschi, vier neue Vorstandsmitglieder und das verkaufte Haus im Gasterntal: Das waren die Themen an der 59. Jahresversammlung von Pro Natura Berner Oberland.

<b>Die neu gewählten Vorstandsmitglieder</b> von Pro Natura Berner Oberland: (vorne v.l.) Thomas Schenk, Martina Beck, Marco Hammel und (hinten v.l.) Stefan Kroll sowie der zweite Vize Michael Straubhaar.

Die neu gewählten Vorstandsmitglieder von Pro Natura Berner Oberland: (vorne v.l.) Thomas Schenk, Martina Beck, Marco Hammel und (hinten v.l.) Stefan Kroll sowie der zweite Vize Michael Straubhaar.

(Bild: Monika Hartig)

Mit einer Schweigeminute begann die 59. Jahresversammlung von Pro Natura Berner Oberland in Spiez. So ehrten die Mitglieder den im Dezember unerwartet verstorbenen Naturschützer Hans Fritschi. Präsidentin Nadja Keiser-Berwert würdigte den engagierten Kampf des Vorstandsmitglieds und ehemaligen Präsidenten mit einem Diavortrag.

Nadja Keiser: «Hans Fritschi setzte sich für wunderbare Landschaften ein, wie etwa die Moorlandschaft Habkern-Sörenberg.» Fritschi habe gerne den Finger auf illegale Bauvorhaben gelegt und mit Einsprachen oder gar Anzeigen dagegen gekämpft. Zudem wusste er die Jugend für den Naturschutz zu begeistern.

Lohnende Kämpfe des Vereins

«Wir haben viele Dauerbrenner seit Jahrzehnten. So etwa den Engstlensee/Jochpass, wo Fritschi im Dezember 2017 zwei Anzeigen als Privatperson eingereicht hat», so Keiser. Der Verein wehrt sich auch gegen den Ausbau des Niederhorngratwegs, da dies geschützte Pflanzen gefährden würde.

Oder gegen die Beschneiung Betelberg, Lenk. Sorgen macht dem Verein das sich ausbreitende Snowfarming wie in Kitzbühel, bei dem Schnee in einer Folie überwintert für die nächste Saison. Neu ist auch das Verbreitern von Terrain zum Befahren zwecks Pistensicherheit, so etwa in Adelboden.

Keiser: «Wir müssen bei jedem Projekt gut schauen mit den Ämtern: Was ist die gesetzeskonforme Linie? Wir können fast immer eine Optimierung zum Schutz der Natur herausholen!»

Michael Straubhaar aus Münsingen wurde von den 38 Votanten einstimmig und mit Applaus zum neuen zweiten Vizepräsidenten gewählt. Ebenso wurden Martina Beck aus Adelboden, Marco Hammel aus Merligen, Stefan Kroll aus Spiez und Thomas Schenk aus Zürich neu in den Vorstand gewählt. Kroll und Schenk sind neu auch Delegierte für Pro Natura Bern.

Auch der Gesamtvorstand wurde in globo bestätigt. Andreas Jaun ist neu Koordinator des Schutzprojekts für die Gelbbauchunke im Gebiet Hohgant (Bäuert Spiez).

Liegenschaft verkauft

Kassier Antonio Valsangiacomo teilte mit, dass der Verein die ­Liegenschaft im Gasterntal für 26 840 Franken verkaufen konnte. 2017 schliesst bei einem Aufwand von 10 450 mit einem Gewinn von 2812 Franken ab. 2000 Franken kostete die neue Botanik-App Flowerwalk für die Wanderung im Gasterntal.

Für 2018 ist ein Aufwand von 9300 Franken und ein Verlust von 4000 Franken budgetiert, davon sind 1700 Franken für Inserate, Amtsblätter und Einhefter gedacht. Präsidentin Nadja Keiser: «Das haben wir vor Jahren so beschlossen, dieses Geld für die ­Natur einzusetzen und jeweils mit Verlust abzuschliessen.» Das Vereinsvermögen beträgt neu 101 175 Franken. Einstimmig genehmigten die Mitglieder den Jahresbericht, die Jahresrechnung und das Budget 2018.

Jahresprogramm 2018

Vizepräsident Michael Straubhaar stellte das Programm 2018 vor, so etwa Exkursionen im ­Rahmen des Ferienpasses Bödeli oder Wasservogelzählungen. Oder Ausflüge wie etwa ins Naturschutzgebiet Weissenau, zur Gelbbauchunke, zu Vögeln, zu Schmetterlingen und zu Grashüpfern.

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