Preiskampf auf dem Buckel der Gäste?

Mürren-Schilthorn

Die Neuigkeit, dass das Skigebiet Mürren-Schilthorn aus dem Top-4-Verbund gekippt worden ist, kommt bei der Bevölkerung nicht gut an. Dies zeigen zahlreiche Reaktionen aus der Leserschaft.

Skifahrer am frühen Morgen auf der Sesselbahn Wixi. Foto: Bruno Petroni

Skifahrer am frühen Morgen auf der Sesselbahn Wixi. Foto: Bruno Petroni

Bruno Petroni

Die Nachricht vom Ausscheiden des Skigebiets Mürren-Schilthorn aus der Top-4-Vereinigung Gstaad, Meiringen-Hasliberg, Adelboden-Lenk und Jungfrau-Skiregion rief zahlreiche Leser auf den Plan. In ihren Reaktionen ist unter anderem von einer Hiobsbotschaft die Rede. Sie fragen sich, wo denn bitte die Bedürfnisse der Gäste bleiben würden. Ein Leser meint gar, die Top 4 würden mit dem Ausschluss des Schilthorngebiets das Kronjuwel abschiessen und sich langfristig selber ein Ei legen.

Ein weiterer Leser dieser Zeitung vermutet, dass da der Jungfrau-Zorn über den Swiss Travel Pass auf dem Buckel der Kundschaft ausgetragen wird, weil die Schilthornbahn AG als einzige im Jungfraugebiet das Touristen-GA vollumfänglich akzeptiert.

«Ein Mehrheitsentscheid»

Zu diesen Vorwürfen nimmt Patrizia Bickel als Sprecherin der Jungfrau-Skiregion auf Anfrage ausführlich Stellung: «Der Entscheid zum angepassten Gültigkeitsbereich des Top-4-Skipasses wurde von den Verbundpartnern der Jungfrau-Skiregion anlässlich ihrer Tarifkonferenz demokratisch und mit grosser Mehrheit gefällt.»

Die Verantwortlichen der Jungfrau-Skiregion zeigen sich laut Bickel überzeugt, dass sie zusammen mit den Top-4-Partnern unverändert ein sehr attraktives Angebot bieten, das auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten ist.

«Die Auswertung der letzten Saison hat gezeigt, dass rund 70 Prozent aller Top-4-Pass-Besitzer nicht vom Schilthorngebiet Gebrauch machten und ausschliesslich in den Skigebieten First und Grindelwald-Wengen Wintersport betrieben.»

«Günstiger als bisher»

Durch die Teilinbetriebnahme der V-Bahn mit der Eröffnung der neuen Gondelbahn Grindelwald–Männlichen (GGM) im kommenden Dezember könne davon ausgegangen werden, dass die Verlagerung nach Grindelwald und Wengen noch ausgeprägter werde.

Die Top-4-Skipass-Besitzer könnten ab nächster Saison ohne Preiserhöhung vom neuen Bahnangebot mit ÖV-Station direkt im Terminal, neuer GGM mit doppelter Kapazität und kürzerer Reisezeit profitieren. «Einheimische können unverändert ein Einheimischenabo beziehen. Ihnen stehen zwei solche zur Wahl: jenes für alle drei Teilskigebiete First, Grindelwald-Wengen und Mürren-Schilthorn gibt es ab der kommenden Saison für 599 Franken; Das Einheimischenabo für Grindelwald und Wengen kostet 444 Franken und ist somit günstiger als bisher.»

Ein Grossteil der einheimischen Gäste, die bisher ausschliesslich in Grindelwald und Wengen unterwegs gewesen seien, könne somit von einer Vergünstigung profitieren.

«Nachvollziehbar, aber …»

Die Mediensprecherin kann nachvollziehen, «dass ein Entscheid, wie er von den Verbundpartnern der Jungfrau-Skiregion gefällt wurde, nicht bei allen Gästen auf Wohlwollen stösst und Wintersportler, die gerne alle drei Teilskigebiete besuchen, die Anpassung bedauern». Bei Veränderungen sei es aber kaum möglich, allen Bedürfnissen und Interessen gerecht zu werden.

«Die Top-4-Abo-Besitzer kommen ab nächster Saison ohne Preiserhöhung in den Genuss der V-Bahn-Teileröffnung, die besonders auch ÖV-Benutzern grossen Komfort und Zeitgewinn bringt. Wir sind überzeugt, mit einem attraktiven Angebot in die dritte Saison des Top-4-Skipasses starten und auch für Einheimische mit den beiden Abos zwei auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnittene Optionen zur Wahl bieten zu können.»

Berner Oberländer

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