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Pionierarbeit für Fische

Die Fischerei-Pachtvereinigung Interlaken setzt sich auf vielfältige Weise für fischfreundliche Gewässer ein. Das motivierte junge Mitglieder, sich an der Hauptversammlung in den Vorstand wählen zu lassen.

Schon heute führt der Sousbach im Winter manchmal sehr wenig Wasser. Damit es nicht noch weniger wird, hat die Fischerei-Pachtvereinigung Interlaken Einsprache gegen das geplante Kleinwasserkraftwerk erhoben.
Schon heute führt der Sousbach im Winter manchmal sehr wenig Wasser. Damit es nicht noch weniger wird, hat die Fischerei-Pachtvereinigung Interlaken Einsprache gegen das geplante Kleinwasserkraftwerk erhoben.
zvg

Mit Applaus wählten die Delegierten der sechs Fischerei­vereine, aus denen die Pacht­vereinigung (PV) Interlaken und Umgebung besteht, an ihrer Hauptversammlung in Grindelwald Sämi Marti (Unterseen) und Mathias Wullschleger (Brienz) in den Vorstand. Die engagierten jungen Fischer treten die Nachfolge von Simon Margot und Hansueli Stucki an.

Neu in den Vorstand der Fischerei-Pachtvereinigung gewählt: Sämi Marti (Unterseen, links) und Mathias Wullschleger (Brienz). Bild: Sibylle Hunziker
Neu in den Vorstand der Fischerei-Pachtvereinigung gewählt: Sämi Marti (Unterseen, links) und Mathias Wullschleger (Brienz). Bild: Sibylle Hunziker

Zu den Aufgaben, die sie und ihre Vorstandskollegen erwarten, gehören die Organisation eines Fischereigrundkurses in Bönigen, Öffentlichkeitsarbeit für Fischereianliegen und Gewässerschutz und der Auftrag aus der Versammlung vom Freitag, wieder vermehrt für das Fischen im Depotseeli zu werben (und so auch den Ertrag aus dem Patentverkauf zu verbessern).

Widerstand und Mitarbeit

Ein guter Teil der 8223 Arbeitsstunden, welche die 705 in der PV organisierten Fischer 2016 leisteten, gingen auch auf das Konto «Einsatz für lebendige und naturnahe Gewässer», wie PV-Präsident Peter Fiechter berichtete.

So hat die PV zusammen mit dem Fischereiverein Bönigen als Pächter gegen das geplante Kleinwasserkraftwerk am Sousbach Einsprache erhoben. Denn der Bach führt schon jetzt im Herbst und im Winter bisweilen so wenig Wasser, dass es für die Wassertiere prekär wird.

«Fischlift» als Pilotprojekt

«Meist können wir heute jedoch einvernehmlich mit Planern und Betreibern von Wasserkraftwerken zusammenarbeiten», stellte Fiechter zufrieden fest. So werden die Fischer die Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) beim Zählen und Bestimmen der Fische unterstützen, die dereinst den «Fischlift» beim IBI-Kraftwerk zwischen Schifffahrtskanal und Aare benützen.

Die neuartigen Auf- und Abstiegshilfen, die wegen Lieferengpässen erst ein gutes Jahr später als geplant fertig gebaut werden können, sind ein Pilotprojekt. «Der Erfolg wird deshalb besonders genau kon­trolliert», erklärte Fischereiaufseher Martin Flück.

Denn in der Schweiz müssen in den nächsten Jahren noch je rund siebenhundert künstliche Auf- und Abstiegshindernisse saniert werden. Dabei gibt es besonders für den Abstieg der Fische noch keine Patentlösungen. «Das Pilotprojekt stösst deshalb weltweit auf Interesse», informierte Martin Flück. Daneben steht auch der für die Seeforellen wichtige Rückbau der Sandweidli-Sperre in der Lütschine an.

Zusammen mit der Schwall-Sunk-Sanierung und dem «Fischlift» der Kraftwerke Oberhasli ­sowie dem neuen Unterseener Fischpass, den sogar die heiklen Äschen benutzen, wurde im Oberland-Ost – auch dank des politischen Engagements der Fischer – international beachtete Pionierarbeit geleistet, wie der Berner Fischereiinspektor Thomas Vuille an der Hauptversammlung der PV Interlaken feststellte.

Neben den spektakulären Projekten gab es im östlichen Oberland auch kleinere Renaturierungen oder organisatorische Verbesserungen – etwa die Verlegung von Kiesentnahmen auf die unbedenkliche Zeit vor der Forellenlaichwanderung.

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