Pflege traditioneller Werte

Frutigen

An der Delegiertenversammlung wählten die Berner Jodler drei neue Vorstandsmitglieder. Fazit der Versammlung: Singen, Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen sind auf dem Land hoch im Kurs.

Der Vorstand der Berner Jodler: Isabelle Hofer, Stephan Haldemann, Brigitte Occhini (vorne v.l.). Hanspeter Minnig, Peter von Allmen, Fredy Niederberger, Ernst Nägeli, Jürg Eckhart und Rolf Christen (hinten v.l.).

Der Vorstand der Berner Jodler: Isabelle Hofer, Stephan Haldemann, Brigitte Occhini (vorne v.l.). Hanspeter Minnig, Peter von Allmen, Fredy Niederberger, Ernst Nägeli, Jürg Eckhart und Rolf Christen (hinten v.l.).

(Bild: Rösi Reichen)

Wenn 478 Berner Jodlerinnen und Jodler in der Sporthalle Widi in Frutigen «E gschänkte Tag» von Adolf Stähli singen, berührt das auch die Gäste. So geschehen an der Delegiertenversammlung des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbands. Der Präsident Stephan Haldemann hiess die 373 stimmberechtigten Delegierten und 105 Gäste willkommen und blickte auf kostbare Momente im Jubi­läumsjahr zurück, wobei sich der Verband einen neuen Schriftzug und eine neue Website geleistet habe. Er ermahnte die Jodler: «Pflegt mit Einfachheit und Herzblut die Werte und Traditionen, bleibt euch selber treu.»

Der Frutiger Gemeinderatspräsident Hans Schmid freute sich über die Gäste und betonte, dass das Vereinswesen in Frutigen einen hohen Stellenwert geniesse. Karin Niederberger, die Präsidentin des Eidgenössischen Jodlerverbands, appellierte an die grosse Jodlerfamilie, die Kameradschaft zu pflegen, Toleranz und Respekt walten zu lassen. Jodler seien Vorbilder und gäben Jodellieder, Naturjuze, Alphornspiel und Fahnenschwingen an die Kinder weiter.

Niederberger brachte ein Geschenk mit und appellierte an die Frauen: «Wenn euer Partner wieder einmal lange nicht heimkommt, zündet ein Kerzlein an, und dann gibt es nichts anderes als abwarten und Tee trinken. Wenn ihr euch küsst und mir davon ein Selfie schickt, werde ich mich freuen.»

Rochade im Vorstand

Aus dem Vorstand scheiden Kathrin Henkel, Marianne Kämpfer, Roland Lüthi und Paul Mettler aus. Sie wurden für ihre ­Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ueli Stalder aus La Heutte ist Juror der Fahnenschwinger. Er wurde zum Freimitglied ernannt.

Isabelle Hofer aus Hellsau ist Dirigentin des Jodlerklubs Herzogenbuchsee. «Sie hat dreieinhalb Kinder und trägt darum ­ausnahmsweise keine Tracht», meinte Haldemann schmunzelnd. Er bat die Delegierten, sie mit der Stimmkarte in den Kantonalvorstand zu wählen. Brigitte Occhini aus Ins ist Gründerin und Leiterin des Seeländer Kinderchörli und Fredy Niederberger aus Hellsau Präsident der Alphornbläsergruppe Oberaargau. Auch sie wurden in den Vorstand gewählt.

Kurse und Rechnung

Der Verband zählt 288 Gruppen und 6006 Mitglieder. «Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass wir mit Brienz doch noch einen Aus­tragungsort für das kantonale Jodlerfest 2019 gefunden haben», sagte der Präsident Haldemann erleichtert.

Jodlerkurse verzeichneten Teilnehmerrekorde, hingegen blieb das Interesse für Begleitkurse mit Schwyzerörgeli und Akkordeon unter den Erwartungen. Eine Anregung aus der Versammlung wurde entgegengenommen: Die Qualifikation für das Eidgenössische Jodlerfest sollte auch für die Teilnahme an andern Unterverbandsfesten gelten und in Zwischenjahren nur ein Unterverbandsfest durchgeführt werden.

Rolf Christen präsentierte die Rechnung: «Ich habe die 860 Seiten umfassenden und 4,32 Kilo schweren Akten alle dabei.» Die Rechnung weist zum dritten Mal in Folge einen Ausgabenüberschuss auf. Dies wegen des 100-Jahr-Jubiläums des BKJV im letzten Jahr. «Aber die Rechnung 2018 wird mit einem Gewinn abschliessen», versprach Christen.

Die Jodlergruppe Lötschberg und die Gemischte Jodlergruppe Frutigland haben den Anlass mit vielen Helferinnen und Helfern organisiert.

Berner Oberländer

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