Spiez

Parkuhr-App für weitere 694 Plätze

SpiezImmer mehr Gemeinden springen auf den digitalen Zug auf: Knapp ein Jahr nach der Pioniertat auf dem Bödeli setzt ab 1. Oktober auch die Gemeinde Spiez auf die Parkuhr-App Sepp.

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Die drei Bödeligemeinden Interlaken, Matten und Unterseen waren die Vorreiter. Nur Düdingen, wo die App-Herstellerin Mathom ansässig ist, führte Sepp, die neuartige Bezahlmethode für Parkgebühren, noch früher ein. Dem Vorbild folgten weitere Gemeinden aus dem östlichen Oberland sowie Steffisburg und Oberdiessbach. Und Tourismusorte aus dem Wallis und Graubünden.

Nun ist die Reihe an Spiez. Ab Anfang Oktober kann auf sämtlichen von der Gemeinde mit Parkuhren bewirtschafteten Plätzen – mit Ausnahme der Parkhäuser – die Gebühr auch mit der kostenlosen App bezahlt werden. Anstatt wie bisher nur mit Kleingeld. «Wir können jetzt eine Alternative bieten», sagt Renato Heiniger. Der Abteilungsleiter ­Sicherheit spricht von einem Imagegewinn für den Tourismusort Spiez.

15 Rappen pro Transaktion

Und so funktioniert die Applikation, die sowohl für Android wie iOS erhältlich ist: Mit Sepp wird das Smartphone zur Parkuhr. Die App erkennt mittels GPS den gewählten Parkplatz und gibt dem Benutzer den Tarif und die erlaubte Höchstparkzeit an. Eine Viertelstunde vor Ablauf der Parkzeit wird dieser mittels Push-Nachricht erinnert.

«Die Parkzeit wird minutengenau auf der registrierten Kreditkarte oder Postfinance-Card gebührenfrei und sicher abgerechnet», erklärt Heiniger das Meccano. Auch sei ein Überblick über alle Parkvorgänge abrufbar und könnten diese für Spesenabrechnungen exportiert werden.

«Uns entstehen mit Sepp praktisch keine Investitionskosten.»Renato Heiniger, Gemeinde Spiez

«Sepp-Parking ist eine echte Alternative zur Zahlung mit Kleingeld.» Wie Heiniger sagt, waren zuvor geprüfte Lösungen für das bargeldlose Parkieren «kompliziert, aufwendig und mit hohen Kosten für die Gemeinde verbunden». Die App hingegen sei kostengünstig, «uns entstehen praktisch keine Investitionskosten». Was es an Initialaufwand einzig braucht: Alle Parkplätze und deren Gebührentarife sowie sämtliche Ticketautomaten müssen von der Anbieterin erfasst werden.

Die Daten liefert ihr die Gemeinde. In Spiez betrifft dies 45 Automaten und total 694 Parkplätze. Für die Gemeinde fallen laut Heiniger auch keine Lizenz­gebühren an, das Angebot finanziert sich über den Verbraucher. «Von jedem Parkiervorgang gehen ungeachtet der Parkdauer 15 Rappen an die App-Anbieterin», sagt Renato Heiniger. Rückmeldungen, welche die Spiezer bei der Pionier­gemeinde Interlaken zur Sepp-App erhalten haben, waren laut dem Polizeiinspektor «durchwegs positiv».

Auch im «Lötsch»?

Kein Thema ist und bleibt die Parkuhr-App im Parkhaus Bucht, das über eine Schranke und eine Kreditkarten-Bezahlmöglichkeit verfügt. Anders präsentiert sich die Situation im Parking des Gemeindezentrums Lötschberg. «Hier ist es unser Ziel, dass die App dereinst eingesetzt werden kann.»

Renato Heiniger schätzt, dass die Neuerung keinen grossen Einfluss auf den Ertrag an Parkgebühren haben wird. Weil einerseits weniger Verbrauchsmaterial, sprich Ticketpapier, bei den Parkuhren gebraucht wird. Und andererseits, weil nicht alle Verkehrsteilnehmer von der App Gebrauch machen werden. Er geht davon aus, dass im ersten Jahr bis zu 5 Prozent ihre Parkgebühren auf die digitale Art berappen ­werden.

Seit Sommer 2016 bewirtschaftet die Gemeinde Spiez alle öffentlichen Parkplätze, rund 1200 Stück, flächendeckend – gebührenpflichtig oder kostenbefreit (blaue Zone). Ihr fliesst dadurch eine erkleckliche Summe in die Kasse – 2017 waren es, inklusive der Parkhäuser, 850'000 Franken. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.09.2018, 10:31 Uhr

Parkuhr in Spiez: Der gelbe Kleber zeigt an, dass hier ab 1. Oktober mit der Sepp-App bezahlt werden kann. (Bild: PD)

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