Olympia ist etwas näher gerückt

Kandersteg

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagten deutlich ja zur Olympia-Vorlage. Es war die erste Abstimmung dieser Art in der Schweiz. Das Publikumsinteresse war gross.

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Gemeindepräsidentin Barbara Jost sagte zu Beginn der Gemeindeversammlung von Freitagabend: «Lassen sie uns das olympische Feuer entfachen», der Andrang im Gemeindesaal war gross gewesen, 214 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger verfolgten die Debatten zum wohl vielbeachtetesten Traktandum des Abends.

Dabei ging es es um einen Verpflichtungskreditvon 1,2 Millionen Franken. Einerseits für einen Sprungrichterturm andererseits um eine temporäre Zufahrtsstrasse. Mit diesen Massnahmen könnte man nun 2026 die Nordische Kombination und das Skispringen auf der Normalschanze durchführen.

Dafür sprachen sich die Kandersteger grossmehrheitlich aus, die Vorlage wurde angenommen. Chancenlos blieb ein Antrag zur geheimen Abstimmung. Sowieso blieben kritische Voten rar, einzig Lorenz Kummer machte sich sorgen um die künftigen Gemeindefinanzen und fragte sich, ob Olympische Spiele wirklich Nachhaltig seien.

Stöckli: «Viertelfinal gewonnen»

Kari Bieri, Verwaltungsratspräsident der Nordic Arena, sagte danach: «Es ist hervorragen gelaufen, auch die Diskussionen, Gegner konnten ebenfalls ungeniert zu Wort melden». Auch vor einer geheimen Abstimmung hätte er keine Angst gehabt.

SP-Ständerat Hans Stöckli und Promoter der Olympischen Spiele: «Wir haben das Viertelfinal gewonnen, das ist auch ein wichtiger Match», sagt er nach der Abstimmung. Er sei froh, dass die Berner den Tarif durchgegeben hätten, «jetzt tragen wir das Olympische Feuer durch den Lötschberg hindurch ins Wallis.»

Gemeinderatspräsident Urs Weibel, der die Vorlage den Anwesenden vorgestellt hatte, war ebenfalls erleichtert: «Wir sind sicher froh, weil wir überzeugt sind, dass es eine Chance ist für Kandersteg und die Nordic Arena». Weiter gehe es erst im Herbst 2019, bis dahin werde man wenig unternehmen.

Ein Nebenschauplatz

Der Kanton Bern ist trotz dem Kandersteger Ja bloss ein Nebenschauplatz in Sions Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026. In Bern und Biel würden die Eishockeyturniere von Männern und Frauen beherbergen. In Kandersteg sind die nordische Kombination und das Skispringen auf der Normalschanze geplant. Die wichtigsten Wettbewerbe aber finden im Wallis statt.

Investitionen sind notwendig

Die vergangenen Jahre bejahten die Stimmbürger immer wieder Kredite für die Kandersteger Schanzenanlage. Dennoch sind die zwei Türme für die Sprungrichter in die Jahre gekommen, wie Markus Tüscher, Mitinhaber der Firma Jumplan GmbH erklärt: «Die Türme stammen aus den 80er Jahren und haben beide Sanierungsbedarf».

Der Sprungrichterturm in Kandersteg könnte an den olympischen Winterspielen 2026 so aussehen. (Visualisierung: Jumplan GmbH)

Für Olympia hat seine in Saanen ansässige Firma deshalb eine Vision eines Sprungrichterturms entworfen. «Dieser entspricht den FIS-Richtlinien und würde die Anlage enorm aufwerten.» Es gehe ja nicht nur um Olympia in Zukunft. Ein zeitgemässer Sprungrichterturm wäre auch andere hochkarätige Anlässe eine Referenz.

Die in diesem Jahr durchgeführte Junioren-WM sei nur ein Vorgeschmack gewesen. In seiner Firma, die schweizweit Sprunganlagen plant, ist auch der ehemalige Skispringer Christian Hauswirth Mitinhaber und Onkel der Nachwuchshoffnung Sandro Hauswirth, der an der Junioren-WM den 13. Rang erreichte. Tüscher: «Das Ja zum Olympia-Kredit ist auch ein weiteres Ja zur Nordic Arena.»

Berner Oberländer

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