«Ohne Message funktioniert Comedy nicht»

Grindelwald

Am Samstag tritt Stéphanie Berger mit ihrem Programm «No Stress, No Fun» im Griwa Congress Center auf. Die Komikerin thematisiert unter anderem die Emanzipation.

Die Komikerin Stéphanie Berger tritt mit ihrem Programm «No Stress, No Fun» im Griwa Congress Center auf.<p class='credit'>(Bild: PD)</p>

Die Komikerin Stéphanie Berger tritt mit ihrem Programm «No Stress, No Fun» im Griwa Congress Center auf.

(Bild: PD)

Was verschlägt Stéphanie ­Berger ins Berner Oberland?Stéphanie Berger: Das Engagement in Grindelwald (lacht). Aber ich habe schon eine Beziehung zur Region. Meine Grosseltern kommen aus Wilderswil, und zwei gute Freundinnen wohnen in Interlaken und Thun. Und ich liebe den Berner Dialekt. Das ist Tiefenentspannung pur.

Und wie sieht es mit Grindelwald aus?Ich bin mit jedem Programm hier aufgetreten und habe gute Er­innerungen an die Veranstal­tungen.

Spielt es für Sie als Komikerin überhaupt eine Rolle, wo Sie auftreten? Bemerken Sie regionale Unterschiede?Nein, es gibt zwar Kollegen, die sagen, sie merkten was. Für mich ist die Zusammensetzung des ­Publikums wichtiger. Hat es viele ältere Leute, sind Frauengruppen anwesend? Und so weiter. Das kann einen grossen Einfluss ­haben.

Sie unterhalten das Publikum, haben Sie auch eine Botschaft?Ja, ich glaube, ohne Message funktioniert Kunst – und damit auch Comedy – nicht. Im aktuellen Programm geht es um die Emanzipation, um die Verunsicherung der Männer. Ich denke, wir sollten dem Mann wieder vermehrt die Axt in die Hand geben statt des Staubsaugers – ihn wieder einen Gentleman sein lassen. Statt alles gleich zu machen, bräuchte unsere Gesellschaft wieder mehr Weiblichkeit und mehr Männlichkeit.

Das kommt mitten in die #MeToo-Debatte.Ich bin keine Freundin von der längerfristigen Entwicklung von #MeToo. Die Frauen begeben sich zunehmend in eine Opferrolle – und bleiben damit in der Rolle der Schwachen. Anstatt weiter bloss Mitleid zu suchen, sollten wir mit den Männern zusammen die Zukunft ändern, sie in die Pflicht nehmen. Wir müssen uns bewusst sein, dass Frauen und Männer sich unterscheiden und das auch gut so ist. Wir müssen ein Miteinander aufbauen: Die Männer sind für die Umsorge zuständig, die Frauen für die Fürsorge. Wichtiger als die Gleichmacherei ist der gegenseitige Respekt.

Eine sehr ernste und schwierige Thematik.Zu gutem Humor gehört unterschwellige Tragik oder Ernsthaftigkeit. Das macht doch das Menschsein aus. Man kann keine Freude kennen, wenn man nicht auch Leid kennt.

Sind dann die Höhen und Tiefen in Ihrem eigenen Leben Ihre ­Inspiration?Auf jeden Fall. Nur so kann ich authentisch sein, und das ist entscheidend. Das schönste Kompliment ist, wenn jemand sagt: «Das kann ich nachfühlen. Genau so geht es mir auch.»

Wie würden Sie Ihren Humor definieren?Selbstironisch. Wenn ich auf der Bühne bin, vertrete ich auch meine Meinung und bin sicher nicht «Everybodys Darling». Ich bin ­direkt und unverblümt, aber mit viel Charme.

Wie entsteht ein Programm?Das ist ein ständiger Prozess. Die Inspiration kann einen überall treffen, das schreibe ich auf und sammle es. Schliesslich folgt das effiziente Schreiben. Das dauert etwa ein Jahr und ist harte Arbeit. An diesem Punkt bin ich jetzt, für das Nachfolgeprogramm von «No Stress, No Fun».

Was dürfen die Besucher am Samstag in Grindelwald ­erwarten?Einen Ausbruch aus dem Alltag, Schnelligkeit, ein humoristisches Feuerwerk. Sie werden zwei Stunden lachen und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Das verspreche ich.

Stéphanie Berger tritt am Samstag, 20. Oktober, um 20 Uhr im Rahmen der Just Smile Comedy Night im Griwa Congress Center auf. Die Abendkasse ist ab 19 Uhr geöffnet.Vorverkauf:www.just-smile-grindelwald.ch.Weitere Auftritte:unter www.stephanie-berger.ch.

Berner Oberländer

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