Neue Sesselbahn führt zum Chuenisbärgli

Adelboden

Die Bergbahnen Adelboden AG eröffnete am Samstag ihre neue Sesselbahn Bergläger–Höchsthorn. Diese erschliesst den weltweit bekannten Weltcuphang am Chuenisbärgli.

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Auf Sillerenbühl scheint um 9 Uhr morgens die Sonne. Die Zwischenstation Bergläger der Sillerenbahn liegt tief im Schatten. Trotzdem: Am Samstag, 12. Dezember, trifft sich dort eine ­stattliche Gästeschar. Die Bergbahnen Adelboden AG (Baag) ­eröffnet ihre neueste Sesselbahn Höchst. Eine Garaventa-Vierersesselbahn; 1124 Meter lang, 10 Stützen, 1500 Personen pro ­Stunde Transportkapazität, Fahrgeschwindigkeit 5 Meter pro Sekunde, 55 Sessel mit Wetterschutzhauben. Sie ist eine wich­tige Verbindungsbahn, denn sie führt zum Chuenisbärgli mit dem weltbekannten Weltcuphang.

«Freude herrscht»

Locker-flockig moderiert Weltcupspeaker Christian Graf die ­Eröffnung. Adelboden verlor gegen Brüssel: Bundesrat Johann Schneider-Ammann ist auf Auslandreise. «Mir hei ja aber no der Ogi», tröstet Graf. Gemeint ist ­natürlich Alt-Bundesrat Adolf Ogi, der sportlich wie immer bereits vor 10 Uhr die Pisten getestet hat und sich selber zitiert: «Freude herrscht», sagt er auf dem Weg zum Jungfernfahrt­promisessel, den Bergbahnen­direktor Markus Hostettler per Knopfdruck fotogen langsam in Bewegung setzt.

Für Emanuel Aellig, Verwaltungsratspräsident der Baag, findet das schönste Ereignis dieses Winters mit der Bahneröffnung statt. «Wir sind mit der Kombibahn (Geils–Hahnenmoos), dem Stand-Xpress und der neuen Höchstbahn jetzt sehr gut auf­gestellt», sagt er. Gut zehn ­Millionen Franken hat die neuste Bahn gekostet, inklusive einer ­attraktiv steilen, beschneibaren Piste und einer Brücke, welche die Rückfahrt zur Talstation ­vereinfacht. Urs Pfenninger, Direktor von Adelboden-Frutigen Tourismus, spricht von einem Steilpass für die Region und freut sich, dass er jetzt nicht mehr ­hören muss: «Ds Chuenisbärgli? Das findet man ja gar nicht!»

Fünf Salti von Chrigel Maurer

Jetzt findet man den Weltcuphang per Sesselbahn, auch nach dem Winter, denn die Vierersessel werden auch im Sommer fahren. Perfekt findet Chrigel Maurer, der «Adler von Adelboden», am Eröffnungsmorgen per Lowa-Gleitschirm und fünf unwahrscheinlichen Salti die holzverkleidete Talstation, immer im ­Gespräch mit seinem Namensvetter Graf. Willkommengeheissen wird er von der Trychlergruppe Edelweiss. Ein wichtiger Klub von jungen Männern an diesem Tag, denn er läutet am Nachmittag im Dorf den Winter so richtig ein.

In unbernischem Tempo

Kurzzeitig mischt sich ein ­hellerer Ton ins Geschehen. ­Garaventa-Projektleiter Raphael Reinle schenkt eine Glocke. «Es ist ­immer eng, wenn man so ein Bähnli baut», sagt er. Aber es ist rechtzeitig fertig geworden. Ein ganz klein wenig Nostalgie kommt bei Regierungsrätin ­Beatrice Simon auf, von wegen «Sie und Er» auf dem alten Schlepplift. Sie lobt aber die ­Bahnen, die in fast unbernischem Tempo zur Weiterentwicklung der Region Adelboden-Lenk ­beitragen.

Berner Zeitung

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