Zum Hauptinhalt springen

Nicht Kaiserwetter, sondern Jungfrauwetter

Von Interlaken auf die Kleine Scheidegg, 42,2 Kilometer, 1829 Steigungsmeter: 4123 Läuferinnen und Läufer aus 56 Nationen und fünf Erdteilen starteten am Samstag zum Jungfraumarathon.

Ueli Flück
Martina Strähl gewinnt, Zweite wird die Deutsche Michelle Maier (links), auf Rang 3 läuft mit Michela Segalada eine weitere Schweizerin.
Martina Strähl gewinnt, Zweite wird die Deutsche Michelle Maier (links), auf Rang 3 läuft mit Michela Segalada eine weitere Schweizerin.
swiss-image.ch
«Hätte ich mit jemandem laufen können, wäre ich wohl noch zwei, drei Minuten schneller gewesen», sagt Strähl nach ihrem Sieg.
«Hätte ich mit jemandem laufen können, wäre ich wohl noch zwei, drei Minuten schneller gewesen», sagt Strähl nach ihrem Sieg.
swiss-image.ch
Geschafft: Martina Strähl überquert als erste Frau die Ziellinie auf der Kleinen Scheidegg.
Geschafft: Martina Strähl überquert als erste Frau die Ziellinie auf der Kleinen Scheidegg.
swiss-image.ch
Simpson brauchte 2 Stunden, 56 Minuten und 31 Sekunden bis ins Ziel.
Simpson brauchte 2 Stunden, 56 Minuten und 31 Sekunden bis ins Ziel.
swiss-image.ch
Der schnellste Oberländer, der Ringgenberger Philipp Feuz, rennt dem Ziel entgegen und platziert sich auf dem 19. Rang.
Der schnellste Oberländer, der Ringgenberger Philipp Feuz, rennt dem Ziel entgegen und platziert sich auf dem 19. Rang.
swiss-image.ch
Helmut Perreten, der Präsident des Vereins Jungfrau-Marathon, freut sich über seine tolle Zeit.
Helmut Perreten, der Präsident des Vereins Jungfrau-Marathon, freut sich über seine tolle Zeit.
swiss-image.ch
Karin Jaun, Unterseen, läuft auch in ihrem 19. Jungfrau-Marathon eine Spitzenzeit.
Karin Jaun, Unterseen, läuft auch in ihrem 19. Jungfrau-Marathon eine Spitzenzeit.
swiss-image.ch
Kathrin Knuchel von den Thuner All Blacks schaffte es in der Kategorie F35 aufs Podest.
Kathrin Knuchel von den Thuner All Blacks schaffte es in der Kategorie F35 aufs Podest.
swiss-image.ch
Fahnenschwinger vor dem Start in Interlaken.
Fahnenschwinger vor dem Start in Interlaken.
swiss-image.ch
Noch ein Erinnerungsfoto, bevor der Startschuss ertönt.
Noch ein Erinnerungsfoto, bevor der Startschuss ertönt.
swiss-image.ch
Heinz Frei, Pionier der Behindertensportler, gab um 8.30 Uhr den Startschuss.
Heinz Frei, Pionier der Behindertensportler, gab um 8.30 Uhr den Startschuss.
swiss-image.ch
Es geht los! Dichtes Gedränge beim Massenstart.
Es geht los! Dichtes Gedränge beim Massenstart.
swiss-image.ch
Zahlreiche Schaulustige applaudieren den Läuferinnen und Läufern vom Strassenrand aus.
Zahlreiche Schaulustige applaudieren den Läuferinnen und Läufern vom Strassenrand aus.
swiss-image.ch
Willkommene Erfrischung am Dorfbrunnen.
Willkommene Erfrischung am Dorfbrunnen.
swiss-image.ch
Malerische Kulisse.
Malerische Kulisse.
swiss-image.ch
Dann beginnt der mühselige Aufstieg.
Dann beginnt der mühselige Aufstieg.
swiss-image.ch
1829 Höhenmeter stehen an.
1829 Höhenmeter stehen an.
swiss-image.ch
Ein bisschen Musik erwartet die Teilnehmer unterwegs.
Ein bisschen Musik erwartet die Teilnehmer unterwegs.
swiss-image.ch
INTERLAKEN, 8SEP18 - Vorbei am Ufer des blau-gruen leuchtenden Speichersees: Die Laeuferinnen und Laeufer des 26. Jungfrau-Marathon passieren den Streckenabschnitt Fallboden am 8. September 2018.Impression of the 26th Jungfrau Marathon in Interlaken, Switzerland, September 8, 2018.. swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger
INTERLAKEN, 8SEP18 - Vorbei am Ufer des blau-gruen leuchtenden Speichersees: Die Laeuferinnen und Laeufer des 26. Jungfrau-Marathon passieren den Streckenabschnitt Fallboden am 8. September 2018.Impression of the 26th Jungfrau Marathon in Interlaken, Switzerland, September 8, 2018.. swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger
swiss-image.ch
Ein bisschen Folklore unterwegs.
Ein bisschen Folklore unterwegs.
swiss-image.ch
Für die Alphornbläser gibt's zuweil sogar Applaus.
Für die Alphornbläser gibt's zuweil sogar Applaus.
swiss-image.ch
INTERLAKEN, 8SEP18 - Der strengste Streckenabschnitt des Jungfrau-Marathon - die Moraene - fordert die Laeufer wenige Kilometer vor dem Ziel gewaltig. Manch einem Laeufer raubt die steile Moraene die letzten Kraefte oder den Atem angesichts von Eiger, Moench und Jungfrau. Impression vom 26. Jungfrau-Marathon am 8. September 2018.Impression of the 26th Jungfrau Marathon in Interlaken, Switzerland, September 8, 2018. swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger
INTERLAKEN, 8SEP18 - Der strengste Streckenabschnitt des Jungfrau-Marathon - die Moraene - fordert die Laeufer wenige Kilometer vor dem Ziel gewaltig. Manch einem Laeufer raubt die steile Moraene die letzten Kraefte oder den Atem angesichts von Eiger, Moench und Jungfrau. Impression vom 26. Jungfrau-Marathon am 8. September 2018.Impression of the 26th Jungfrau Marathon in Interlaken, Switzerland, September 8, 2018. swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger
swiss-image.ch
INTERLAKEN, 8SEP18 - Vorbei am Ufer des blau-gruen leuchtenden Speichersees: Die Laeuferinnen und Laeufer des 26. Jungfrau-Marathon passieren den Streckenabschnitt Fallboden am 8. September 2018.Impression of the 26th Jungfrau Marathon in Interlaken, Switzerland, September 8, 2018.. swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger
INTERLAKEN, 8SEP18 - Vorbei am Ufer des blau-gruen leuchtenden Speichersees: Die Laeuferinnen und Laeufer des 26. Jungfrau-Marathon passieren den Streckenabschnitt Fallboden am 8. September 2018.Impression of the 26th Jungfrau Marathon in Interlaken, Switzerland, September 8, 2018.. swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger
swiss-image.ch
1 / 25

Es ist einiges los am Samstagmorgen auf dem Interlakner Höheweg. Frauen und Männer in den farbigsten Tenüs laufen hin und her, tänzeln an Ort, dehnen Muskeln und reiben diese ein. Mit Dul-X, das aus dem Automaten kommt. Salben hilft allenthalben! Bei den Toi-Toi-Kabinen gibts Andrang von wegen Harndrang.

Der TOI-Direktor, also der von der Tourismusorganisation Interlaken (TOI), der Daniel Sulzer, montiert sich die Startnummer. Und auch der TOI-Präsident, der Erich Reuteler, ist wie in all den Jahren am Start. Im Grandhotel begrüsst OK-Präsident Toni Alpinice die VIPs und macht sie gluschtig auf ein spannendes Rennen. Alphornbläser und Fahnenschwinger unterhalten Athleten und Publikum.

Der Frei-Schütz tritt auf. Also nicht der aus der romantischen Oper von Carl Maria von Weber, sondern Heinz Frei im Rennrollstuhl, der Pionier des Behindertensports und Sieger von 112 Marathons. Am Freitag ist der 60-Jährige in zwei Pararace-Rennen aufs Podest gefahren.

Nun ist er Ehrenstarter und hat eine Pistole. Geladen. Es chlepft. 8246 Beine setzen sich in Bewegung. Die Karawane setzt sich in Bewegung Richtung Kleine Scheidegg.Die Österreicher reden von Kaiserwetter, in der Jungfrauregion herrscht Jungfrauwetter. Beste Bedingungen für die Läuferinnen und Läufer und die etwa 20'000 Zuschauer, die sie anfeuern. Es herrscht vom Start bis ins Ziel eine tolle Stimmung.

Am Strassenrand wird musiziert. Nach dem Wixi, dort, wo es richtig steil wird, wird das Alphorn geblasen und werden Fahnen geschwungen. Zuoberst auf der Moräne, wo die Athleten das Strübste hinter sich haben, steht wie immer der Dudelsackmann.Die Schweizer Berglaufweltmeisterin Martina Strähl feiert einen Start-Ziel-Sieg und ist nach 3 Stunden, 14 Minuten und 36 Sekunden am Ziel.

Bei den Männern siegt der Schotte Robbie Simpson in 2:56:31. Nicht ganz alle von den 3088 gestarteten Männern und 1035 Frauen erreichen das Ziel. Der Letztklassierte, der das Ziel erreicht, ist der Japaner Tetsuo Nishimura in 6 Stunden und 55 Minuten (Rang 2890). 2 Minuten schneller ist die letztklassierte Läuferin: Marjan Boon aus Holland (Rang 955).

Schnellster Oberländer ist der Ringgenberger Philipp Feuz (19. Overall, 10. M35). Er erreicht das Ziel nach 3 Stunden und 24 Minuten. Zufrieden? «Sehr», sagt der 35-Jährige, «das ist die zweitbeste Zeit, die ich am Jungfrau-Marathon erreichte.» Dabei war seine Vorbereitung suboptimal. «Wegen Adduktorenproblemen konnte ich keine schnellen Läufe im Flachen und keine Intervalltrainings machen», erklärt er. Im flachen Gelände fühlt er sich sowieso nicht wohl. «Ich bin ein Bergläufer.»

Rund achtzehneinhalb Minuten länger als Feuz ist der Unterseener Helmut Perreten unterwegs (Rang 6 Kat. M40). «Läufst du mit Ökostrom?», wird der 43-Jährige gefragt. «Nein, das würde wohl nicht reichen», gibt der Direktor der Industriellen Betriebe Interlaken, die das Bödeli mit Energie versorgen, zu. Regelmässiges Training mit Läufen bis 25 und 30 km stecke schon hinter seiner Leistung.

Aufs Podest schafft es Christian Gruber vom Turnverein Wilderswil in der Kategorie M45 (3:39:15,3). Und da wäre noch Bernhard Fahner aus Meiringen, der knapp unter 4 Stunden ins Ziel kommt und in der Kat. M55 Dritter wird. Dabei liebte es der ehemalige alpine Spitzenfahrer doch, wenn es steil abwärts ging. Zum Beispiel am Lauberhorn.

Ausgezeichnet klassiert sind einige Oberländerinnen. Die Thunerin Cornelia Roth kommt als Siebte ins Ziel. Eine Überraschung? Nicht ganz, sie hat heuer schon am Eiger-Ultratrail in Grindelwald in der Kat. E16 gewonnen. Kathrin Knuchel von den Thuner All Blacks wird Dritte in der Kat. M35. Es ist bereits ihr 10. Jungfrau-Marathon. 2008 kam sie nach 4:05 Stunden ins Ziel, zehn Jahre später ist sie nun gut 10 Minuten schneller.

Ebenfalls aufs Podest schafft es die Wilderswilerin Ursina Zesiger-Hollinger als Dritte in der Kat. F40. «Ich bin schneller als erwartet und sehr zufrieden», sagt sie. Ein ausgezeichnetes Rennen läuft einmal mehr Karin Jaun (Unterseen). Sie verpasst in der ausgezeichnet besetzten Kat. F45 die 4-Minuten-Marke und damit das Podest nur sehr knapp (Rang 4). Die 49-Jährige finishte bereits das 19. Mal.

Zum Gelingen des Jungfrau-Marathons trugen 1800 Helferinnen und Helfer aus 81 Vereinen der Region bei. Sie verteilten nicht weniger als 14'100 Liter «Sponser», Bouillon, Cola und Wasser an die Läuferinnen und Läufer und 5500 mundgerecht zugeschnittene Bananen. In jedem Startsack, den die Teilnehmer erhielten, steckte eine Tafel Schokolade.

18 Sanitätsposten waren eingerichtet, zur Verfügung standen 22 Defibrillatoren. 70 Tonnen Gepäck, die Taschen der Läuferinnen und Läufer mit trockenen Kleidern, wurden auf die Kleine Scheidegg transportiert. Und nicht unwichtig: Die Läuferinnen und Läufer konnten in der Halle, in der sonst die Pistenfahrzeuge auf Schnee warten, duschen. Warm. Obwohl Jungfrau-Marathon-Finisher wahrlich keine Warmduscher sind.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch