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«Nicht intensiv genug nach Mietern gesucht»

Die Gemeindepräsidentin von Wilderswil befürchtet neue Planungskosten und Unsicherheiten, sollte eine Gemeindeinitiative zum geplanten Betriebsgebäude angenommen werden.

Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann zweifelt nicht, dass die Gemeindeinitiative zustande kommt, die ein Betriebsgebäude ohne drittes oberirdisches Geschoss für Büroräume fordert. «Wird sie aber tatsächlich angenommen, entstünde eine schwierige Situation», erklärt Marianna Lehman auf Anfrage. «Denn wir sind mitten im bewilligten Projekt, das heisst im Vollzug des Volksentscheids vom 12. Februar 2017. Und ich befürchte, dass wir das oberste Stockwerk nicht einfach so weglassen könnten, sondern noch einmal frisch planen müssten.»

Vor dieser Situation habe sie Respekt, tangiere sie doch auch den Hauptteil des Betriebsgebäudes für Feuerwehr, Gemeindebetriebe und Werkhof.

Die Gemeindepräsidentin ist allerdings überzeugt, dass das Projekt samt drittem oberirdischem Geschoss nach wie vor im Sinne einer Mehrheit der Stimmberechtigten wäre – auch weil es das Bauland optimal nutzt.

Besorgt um Gesamtprojekt

Ihre Überzeugung stützt sie auf eine Reihe zustimmender Entscheide des Souveräns. «Schon die Altjahrsgemeinde 2013 genehmigte mit grossem Mehr die Zonenplanänderung für das Betriebsgebäude, die es für eine Drittnutzung brauchte.» Es folgten weitere starke Ja-Mehrheiten an der Urne, als 2014 und 2017 über den 7,75-Millionen-Kredit für das Betriebsgebäude abgestimmt wurde. «Immer war das oberste Geschoss für die Drittnutzung vorgesehen.»

Und schon an einer Orientierungsversammlung im September 2014 haben Bürger angeregt, den Umzug der Gemeindeverwaltung in dieses Geschoss als Alternative zu prüfen, sagt Lehmann und verweist auf die Botschaft für die Abstimmung vom 30. November 2014, die diese Anregung aufgenommen hat.

Allerdings: Als die Gemeinde keine Mieter für das Bürogeschoss fand und am 10. Juni 2018 die Umnutzung für die Gemeindeverwaltung sowie einen entsprechenden Ausbaukredit zur Abstimmung brachte, sagte eine Mehrheit der Stimmenden Nein. Die Gegner waren gegen den Standort am Dorfrand und warnten vor einer Steuererhöhung, da es auch für die Schule Investitionen brauche. Dass der Gemeinderat in der folgenden Woche das Baugesuch gemäss dem 2017 genehmigten Projekt auflegte und keine Sparmöglichkeiten erwog, löste die Gemeindeinitiative aus.

Formell sei die Initiative geprüft und gültig, die materielle Prüfung erfolge erst, wenn sie eingereicht werde, erklärt Marianna Lehmann das Vorgehen. «Ist sie gültig, braucht es eine Urnenabstimmung.» Schon dafür brauche es Zeit. Sorgen mache ihr aber, dass bei einer Annahme der Initiative das Betriebsgebäude mit einem Stock weniger geplant werden müsste. Wie zeit- und kostenaufwendig scheinbar einfache Planänderungen werden können, zeige jedoch die Redimensionierung des Betriebsgebäudes zwischen 2014 und 2017, meint die Gemeindepräsidentin.

Mit Machbarkeitsstudie

Marianna Lehmann hofft, dass es nicht so weit kommt. «Solange der Umzug der Gemeindeverwaltung eine Option war, haben wir wohl nicht intensiv genug nach Mietern gesucht.» Nun werde man aber intensiver suchen, möglicherweise auch mit professioneller Hilfe. «Ich bin zuversichtlich, dass wir gute Mieter finden.» Der Standort sei gut und werde mit dem Direktanschluss zur Gewerbezone auf dem Flugplatz und zur Dorfumfahrung Richtung Lütschinentäler in den nächsten Jahren noch attraktiver.

Dass die Schule vor anspruchsvollen Herausforderungen steht, bestätigt Marianna Lehmann. Das reiche von längerfristigen Fragen im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung bis zur Suche nach einem neuen Standort, wenn das heutige Tagesschulgebäude beim Bau der Dorfumfahrung abgerissen werden muss. «Deswegen hat der Gemeinderat Anfang Jahr eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die an Optimierungen und Übergangslösungen für die nächsten Jahre arbeitet.» Für die weitere Zukunft sei eine Machbarkeitsstudie in Arbeit. «Und bei Problemen im Zusammenhang mit dem Bau der Umfahrung haben wir die Unterstützung des Kantons beantragt.»

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