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Neue Hiobsbotschaft: Der Kinderbadboden wirft Blasen

Das Bödelibad in Interlaken bleibt Problemzone: Das Kinderbad muss noch einmal saniert werden.

Der Boden des Kinderbads muss komplett neu gemacht werden – für 370'000 Franken.
Der Boden des Kinderbads muss komplett neu gemacht werden – für 370'000 Franken.
zvg

Die Frequenzen im Bödelibad waren 2018 ansprechend – 29'307 im Freibad, 64'681 im Hallenbad. Wegen des Hitzesommers verschoben sie sich gegenüber dem Vorjahr ins weniger ertragreiche Freibad. Es resultierte im Service-public-Bereich ein Ertrag von 675'302 Franken, demgegenüber stehen Aufwände für Personal, Waren, Betrieb und Unterhalt von rund 1,1 Millionen Franken. Die drei Bödeligemeinden zahlen 220'000 Franken ans Betriebsdefizit.

So sehen die Zahlen aus, wenn es im Bödelibad nur eine einfache Betriebsrechnung gäbe. Schwierig ist es, weil verschiedene Altlasten zu bewältigen sind, an welche die Gemeinden 400'000 Franken zahlen. Sie sind die Hauptaktionäre (66,77 Prozent des Aktionenkapitals), und sie haben mit der AG 2006 eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen, die 2011 angepasst wurde und bis 2025 gilt.

Das Fazit im Jahresbericht 2018 der AG zeigt einerseits, dass die zugrunde gelegten Businesspläne nicht eingehalten werden konnten. Bis 2018 liegt der kumulierte realisierte Cashflow um 568'784 Franken unter dem Ziel, und es wurden 685'913 Franken weniger investiert als geplant. Anderseits sagte Verwaltungsratspräsident Jürgen Ritschard an der Generalversammlung: «Das Hallenbad ist immer offen, sauber, sicher, die Wasserqualität ist einwandfrei. Der Betrieb basiert auf CO²-neutraler Wärme, und die Mitarbeitenden setzten sich voll ein. Dafür danke ich.»

Harzige Sanierungen

Beim 2010 sanierten Hallenbad sind schwerwiegende Baumängel aufgetreten. Seither kämpft die AG um Versicherungsgelder; eine Rückstellung für Gericht, Anwälte und Sachverständige belastet die Rechnung 2018 mit rund 75'000 Franken. Der Mattner Gemeindepräsident Peter Aeschimann riet, die Händel möglichst rasch abzuschliessen.

«Eine Schliessung wäre ein existenzbedrohendes Risiko.»

Jürgen Ritschard, Verwaltungsratspräsident der Freiluft- und Hallenbad Bödeli AG

Allerdings musste Ritschard die nächste Hiobsbotschaft verkünden: Der Boden des 2013 sanierten Kinderbeckens wies plötzlich eine Art Blase auf, und Untersuchungen im April 2019 ergaben, dass er komplett neu gemacht werden muss, was voraussichtlich 370'000 Franken kosten wird. «Eine Schliessung wäre ein existenzbedrohendes Risiko», sagte Ritschard.

Da der Verwaltungsrat eine Kreditlimite von 200'000 Franken hat, liess er sich von den Aktionären dessen vorsorgliche Erhöhung bewilligen. Gegen die Stimmen von Unterseen wurde dies angenommen. Über die Finanzierungsart werden die drei Gemeindepräsidenten am 18. Juni diskutieren.

Sporthalle und Bistro

Diskussionsbedarf wird es in nächster Zeit auch bei der Sporthalle Bödeli geben, welche die AG betreibt. Ursprünglich als Provisorium gebaut, ist sie in einem schlechten Zustand. Vorerst wird geprüft, ob sie noch einem Bedürfnis entspricht.

Froh sind Jürgen Ritschard und Betriebsleiter Christian Ingold, dass sich mit Gaby Perrelet eine neue Mieterin für das Freiluftbad-Bistro finden liess, nachdem Christoph Boss, laut Ritschard auch wegen der negativen Rückmeldungen zum Bödelibad von politischer Seite her, trotz Kundenzufriedenheit auf eine Weiterführung verzichte hatte. Neu in den Verwaltungsrat an der Stelle von Max Ritter, der aus dem Unterseener Gemeinderat ausgetreten war, wurde Stefan Zurbuchen in den Verwaltungsrat gewählt.

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