Neue Hallen vorläufig noch auf Zeit

Bönigen

Die BLS AG baut neue Hallen. Es besteht eine gewisse Hoffnung, dass sie ihre Absicht von 2013 überdenkt, nur noch in Bern und in Spiez eine Werkstatt zu betreiben.

Die neue Montagehalle für die Loks im BLS-Depot in Bönigen. Sie wird Ende Jahr in Betrieb genommen.

Die neue Montagehalle für die Loks im BLS-Depot in Bönigen. Sie wird Ende Jahr in Betrieb genommen.

(Bild: Bruno Petroni)

Die BLS AG baut in Bönigen. Die Montagehalle für die schwere Instandhaltung der Loks ist fertig, sie wird Ende Jahr in Betrieb genommen.

Anfang Oktober hat die BLS AG die Plangenehmigungsverfügung, so heisst die Baubewilligung im Eisenbahnrecht, für zwei weitere Hallen erhalten. Einsprachen gab es keine. Die grössere ist eine Drehgestellhalle: 62 Meter lang, 46 Meter breit und 15 Meter hoch.

Wie die kleinere Logistikhalle wird sie an eine bestehende Halle auf dem BLS-Areal angebaut, das hauptsächlich auf Böniger Boden liegt. Landbesitzerin ist die Burger­gemeinde Bönigen.

Mit dem Bau der beiden Hallen soll in den nächsten Wochen begonnen werden. Die BLS will die Bauarbeiten bis Herbst 2017 abschliessen, weil dann in Spiez mit dem Umbau begonnen wird. Die Kosten für die beiden noch zu erstellenden Hallen schätzt sie auf 5,5 Millionen Franken.

Bönigen im Offside?

2013 hat die BLS beschlossen, ihr Werkstättenkonzept neu auszurichten, mit einem Neubau im Raum Bern, wo sie S-Bahn-Linien betreibt, und dem Ausbau der Werkstätten in Spiez. Bönigen hielt sie langfristig für nicht mehr geeignet. Es ging um Op­timierung der Auslastung, um Leerfahrten, um rationelle Nutzung der Strecken, um den flexi­bleren Einsatz der Mitarbeitenden.

Definitiv entschieden ist noch nichts; es gab Turbulenzen um den neuen Standort Riedbach in Bern. Sicher ist, dass die BLS AG Bönigen für die Übergangszeit braucht, wenn in Spiez umgebaut wird, deshalb auch die neuen Hallen.

Die sogenannte schwere Instandhaltung – das sind grosse Reparaturen, Totalrevisionen und Umbauten, bei denen die Züge längere Zeit ausser Betrieb sind – wird von Spiez nach Bönigen ausgelagert. 70 Mitarbeitende sind aktuell dafür in Spiez beschäftigt, die meisten werden vorübergehend nach Bönigen umziehen, wo derzeit rund 150 Leute arbeiten.

Neubau nur auf Zeit?

Die BLS AG spricht aktuell klar von provisorischen Hallen. Hat das Einfluss auf die Bauart? Dazu sagt ihre Medienstelle: «Die Hallen entsprechen dem heutigen Industriestandard und erfüllen alle nötigen bautechnischen Anforderungen. Sie sind für eine Nutzung bis 2025 konzipiert. Der Ausbau wird in einer einfachen, wirtschaftlich vertretbaren Form durchgeführt.»

Mit dieser Aussage wird deutlich: Bereits 2025 könnte es für den BLS-Werkstätten-Standort Bönigen wieder kritisch werden. Inzwischen gibt es aber doch Hoffnung, und Herbert Seiler, Gemeindepräsident von Bönigen, sagt sogar: «Ich bin zuversichtlich, dass die Werkstätte Zukunft hat.»

Grund dafür ist die Empfehlung der vom Kanton eingesetzten Begleitgruppe Werkstätte BLS, die sich unter dem Präsidium des Langnauer Gemeindepräsidenten Bernhard Antener intensiv mit dem Werkstättenkonzept auseinandergesetzt hat.

Hauptproblem ist der Standort Bern, der auf Kulturland erstellt werden muss. Ak­tuell wird von Chlyforst bei Riedbach gesprochen. Um den Kulturlandverschleiss zu minimieren, setzt die Begleitgruppe aber auf eine 3-Standort-Strategie, und Bönigen ist für die schwere Instandhaltung wieder dabei. Entscheiden wird die BLS AG, und dieser Entscheid soll bis Ende Jahr erfolgen.

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