Neue Grossbaustelle geplant: Mehr Platz für Fussgänger

Interlaken/Unterseen

Falls alle politischen und juristischen Hürden überwunden werden, so verwandeln sich Marktgasse und Spielmatte ab Herbst 2017 zur grossen Baustelle.

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«Es ist ein ganz grosser Schritt nach vorne», ist Kaspar Boss überzeugt. Der Gemeinderat und Bauvorsteher freut sich auf die Umgestaltung von Marktgasse und Spielmatte, wie sie dem ­Verkehrskonzept Crossbow entspricht. Das Projekt ist Teil geworden des von Kanton und Bund genehmigten Agglomerationsprogrammes 2. Und es ist Teil des sogenannten Bödeli-weges, der einst von der Hirschen-Kreuzung in Matten bis zum Stadthausplatz Unterseen führen soll (siehe Kasten).

Doch was genau ist nun geplant? Kaspar Boss: «Grundsätzlich soll der Abschnitt von der Post-Kreuzung bis nach der Schalbrücke generell aufgewertet und sowohl für Einheimische als auch Touristen attraktiver werden.» Damit würde diese Süd-Nord-Achse der grösstenteils bereits umgestalteten West-Ost-Achse angepasst.

Gelegenheit für Sanierung der Werkleitungen

Laut dem Interlakner Bauverwalter Jürg Etter wird der ganze Strassenkörper neu. Das ermöglicht gleichzeitig die Sanierung aller Werkleitungen für Wasser, Strom und Gas, von denen einige schon 80 Jahre alt sind und in einer Tiefe von bis zu fast zwei Metern liegen. Zudem werden auch die privaten Kanalisationsanschlüsse überprüft und bei ­Bedarf saniert. Auf Unterseener Gebiet kommt eventuell noch der Einbau der Fernwärmeleitung dazu.

Apropos Anwohner und anliegende Geschäfte: Sie wurden über die Pläne bereits an zwei ­öffentlichen Anlässen informiert. «Wir haben ihre Wünsche so weit wie möglich berücksichtigt», hält Kaspar Boss fest.

Verbreiterung der Trottoirs um bis zu einem halben Meter

Nach der unterirdischen Erneuerung folgt die oberirdische. Wie erwähnt lehnt sie sich an die Gestaltung von Bahnhofstrasse und Höheweg an. Das bedeutet eine Verbreiterung vor allem der Trottoirs – zumindest dort, wo es möglich ist, denn sowohl Marktgasse als auch Spielmatte sind von einigen Engpässen geprägt. Die Mindestbreite für die Strasse beträgt 4,4 Meter, die Gehwege werden um bis zu einem halben Meter verbreitet. Der Übergang von Fahrbahn zu Trottoir ist überfahrbar, ebenfalls analog Bahnhofstrasse und Aarestrasse.

Bei den Einmündungen von Querstrassen gibt es sogenannte Trottoirüberfahrten, womit der Rechtsvortritt aufgehoben wird. Dazu Jürg Etter: «Der Verkehr wird so auf der Nord-Süd-Achse kanalisiert, und die angrenzenden Quartiere werden dadurch entlastet.» Geplant sind schliesslich auch noch drei Bäume sowie einige Kurzzeitparkplätze.

60 Prozent der Kosten an Kanton und Bund

Die Gesamtkosten auf Interlakner Seite werden mit 1,61 Millionen Franken budgetiert. Davon entfallen 1,13 Millionen auf die Gemeinde Interlaken, 420'000 Franken auf die Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) und noch 60'000 Franken auf die Kabelfernsehen Bödeli AG und die Swisscom, deren eigene Leitungswerke ergänzt werden. An den Gemeindeanteil steuern Kanton und Bund rund 60 Prozent bei.

Diese Beteiligung gilt auch für die Kosten auf der Unterseener Seite. Hier werde mit insgesamt 930'000 Franken gerechnet, informiert Bauverwalter Andreas Mühlheim. Er bestätigt, dass der Abschnitt von der Gemeindegrenze auf der Hohen Brücke bis hinter die Schalbrücke genau gleich umgestaltet wird wie die Marktgasse.

Und Bauvorsteher Werner Feuz freut sich wie sein Amtskollege Kaspar Boss auf die Realisierung der Umgestaltung: «Wir ­stehen dem Projekt sehr positiv gegenüber und erhoffen uns ­davon auch touristisch neue Impulse.»

Berner Oberländer

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