Zum Hauptinhalt springen

Nebel, Regen und ein Rekord beim Jungfrau-Marathon

Die Waadtländerin Maude Mathys stellte am 25. Jungfrau-Marathon einen neuen Streckenrekord auf. Bei den Männern gewann José David Cardona (Kolumbien). Bester Oberländer wurde der Ringgenberger Philipp Feuz auf Rang 20.

Und los gehts an einem der schönsten Marathonläufen.
Und los gehts an einem der schönsten Marathonläufen.
Swiss Image
In Einerkolonne und dichtem Nebel unterwegs auf der Moräne – vom vielgerühmten Ponorama ist nichts zu sehen.
In Einerkolonne und dichtem Nebel unterwegs auf der Moräne – vom vielgerühmten Ponorama ist nichts zu sehen.
Swiss Image
Das Top-Helfer-Trio (v. l.) Werner Ulrich (25 x dabei), Ueli Frutiger (25) und Kurt Bigler (20) – auf sie war Verlass.
Das Top-Helfer-Trio (v. l.) Werner Ulrich (25 x dabei), Ueli Frutiger (25) und Kurt Bigler (20) – auf sie war Verlass.
Ueli Flück
1 / 10

Der Jubiläums-Jungfrau-Marathon sollte zu einem Fest werden. Ein von der Sonne begleitetes vor imposanter Kulisse. Aber der Föhn hielt nicht, was die Organisatoren von ihm erwarteten. Der Mönch zog einen Nebelvorhang vor die Jungfrau, und der Eiger liess es regnen. Von Stunde zu Stunde etwas intensiver.

Doch das schien den Cracks unter den über 5000 Läuferinnen und Läufern nichts auszumachen. Allen voran Maude Mathys aus Ollon VD. Die amtierende Berglauf-Europameisterin, die auch Wettkämpfe in der Sparte Skialpinismus bestreitet, verbesserte den im letzten Jahr von Martina Strähl aufgestellten Streckenrekord um über 6 Minuten und deklassierte die Zweitplatzierte Michelle Maier (D) um 10 Minuten.

Bei den Männern wurde es spannender. Bis Wengen führte der Äthiopier Tefera Mekonen. Der Kolumbianer José David Cardona übernahm erst auf den letzten Kilometern die Spitze und siegte vor dem Briten Robbie Simpson, Sieger 2016. Beide kamen unter 3 Stunden ins Ziel.

Impressionen vom schönsten aller Marathonläufe. Video: SDA

Feuz schnellster Oberländer

Der Ringgenberger Philipp Feuz hatte in den vergangenen Jahren nebst einer 3:15er- schon drei 3:27er-Zeiten gelaufen. Sein Ziel 2017 formulierte er klar: «Nicht schon wieder eine 3:27er-Zeit und einen Platz in den Top 20.» Er schaffte, was er sich vorgenommen hatte: 8 Zehntelsekunden unter 3:27 und overall Rang 20! Damit war er der schnellste Oberländer. «Ich hatte eine kleine Baisse vor Lauterbrunnen», schilderte Feuz am Ziel. Und nach Wengen habe er nicht, wie eigentlich geplant, forcieren können. Als 36. war Helmut Perreten – der Präsident des Vereins Jungfrau-Marathon – der zweitschnellste Oberländer (5. in der Kat. M40). «Es ist gut gelaufen», zeigte er sich zufrieden.

In den einzelnen Kategorien belegten die Oberländer Läufer einige Podestplätze. In der Kategorie M50 gab es gar einen Doppelsieg durch Daniel Manser (Spiez) und Ruedi Bärtschi (Adelboden). «Man wird halt nicht jünger», kommentierte der Zweite, der drei Jahre ältere Adelbodner. Jari Claes aus Unterseen siegte in der (schwach besetzten) Kategorie M18. Bei den über 60-Jährigen stieg Erich Reuteler (Interlaken) als Dritter aufs Podest, was ihm Hanspeter Kundert (Steffisburg) bei den M70 gleichtat.

Spitzenplatz für Karin Jaun

Am Jungfrau-Marathon ist die Unterseenerin Karin Jaun immer in Form. Das bewies sie auch dieses Mal. Die 48-Jährige erreichte das Ziel als 15. Läuferin und beste Oberländerin. Wobei: Die 15 Jahre jüngere Deutsche Claudia Kahl, die in Meiringen wohnt, war einige Sekunden schneller und belegte overall Platz 14.

Karin Jaun reichte es nicht ganz zum Kategoriensieg (F45, Platz 2). Vor ihr klassierte sich die Ungarin Simona Staicu, die Jungfrau-Marathon-Siegerin von 2006, 2008 und 2010. Aufs Podest schafften es die Thunerin Kathrin Knuchel (3. F35) und Christine Willi (2. F40).

Prominent und schnell

Zum Jubiläum luden die Organisatoren zu einer Promi-Staffel ein. Vier Läuferinnen und Läufer teilten sich in vier Abschnitte der Marathonstrecke. Der Langlaufweltmeister und Olympiasieger Dario Cologna lief das Schlussstück Wengen–Ziel und traf – wie erwartet – als Erster auf der Kleinen Scheidegg ein. Die Vorarbeit hatten Fabienne Schlumpf (Rekordhalterin 3000 m Steeple), Andrin Jäger (Marathonläufer) und Marathon-Europameister Viktor Röthlin geleistet.

Platz 2 sicherte sich die Equipe mit der Spiezerin Conny Berchtold als Startläuferin, den dritten Platz holte sich das Team mit ­Gabi Spring (TVU) und Jörg Hägler, der 1993 den 1. Jungfrau-Marathon gewonnen hatte.

Skifahrer ohne Ski

Sie kennen die Lauberhornabfahrt und den Föhn und wissen, wie man in der Jungfrauregion Erfolge feiert: der Luxemburger Marc Girardelli, der Österreicher Hans Knauss und der Oberhasler Beni Fahner. Und nun «secklete» sie den Jungfrau-Marathon. Klar schnellster war Beni Fahner. Der 54-Jährige lief eine 3:56er-Zeit, was zu Rang 8 in der Kat. M50 reichte. Der gleichaltrige Marc Girardelli benötigte 5 Stunden und 32 Minuten, was zu Platz 388 (M50) reichte. Hans Knauss klassierte sich in der Kat. M45 auf Rang 378 (5:18.46).

Die drei Schnellsten overall und die schnellsten Oberländer jeder Kategorie:

Männer overall: 1. José David Cardona (Col) 2:56.20,7. 2. Robbie Simpson (GB) 2:58.48,3. 3. Tefera Mekonen (ETH) 3:02.42,1. Ferner: 20. Philipp Feuz (Ringgenberg) 3:26.51,2.

Frauen overall: 1. Maude Mathys (CH) 3:12.56,0. 2. Michelle Maier (D) 3:23.07,3. 3. Petra Eggenschwiler (CH) 3:35.08,5.

M18: 1. Jari Claes (Unterseen) 4:11.30,0. – M20: 10. Philipp Feuz (Ringgenberg) 3:26.51,2. 21. Daniel Rhyner (Thun) 3:44.54,7. M35: 20. Marc Nydegger (Thun) 3:45.53,0. M40: 5. Helmut Perreten (Unterseen) 3:40.13,8. 12. Jürg Hostettler (Spiez) 3:48.42,5. M45: 10. Christian Gruber (Interlaken) 3:49.09,1. M50: 1. Daniel Manser (Spiez) 3:41.20,3. 2. Ruedi Bärtschi (Adelboden) 3:43.16,9. M55: 8. Gerhard Mühlemann (Thun) 4:14.20,9. M60: 3. Erich Reuteler (Unterseen) 4:19.47,3. M65: 30. Mario Giacometti (Gsteigwiler) 5:40.29,6. M70: 3. Hans­peter Kundert (Steffisburg) 5:21.08,3.

F20: 6. Claudia Kahl (Meiringen) 4:03.48,5. 9. Anna Zürcher (Steffisburg) 4:15.20,0. 10. Melanie Steiner (Thun) 4:17.13,2. 11. Susanne Käppeli (Ringgenberg) 4:17.51,4. F35: 3. Kathrin Knuchel (Thun) 4:06.06,9. F40: 2. Christine Willi (Steffisburg) 3:57.52,7. 5. Ursina Zesiger-Holliger (Wilderswil) 4:07.43,1. F45: 2. Karin Jaun (Unterseen) 4:04.07,9. 6. Elisabeth Schlunegger (Grindelwald) 4:12.334,1. 10: Doris Krenger (Thun) 4:23.25,0. 11. Regula Wenger (Fahrni) 4:23.30,9. F50: 28. Kathrin Zbinden (Thierachern) 4:59.34,2. F55: 36. Edith Wenger (Matten b. I.) 5:37.23,3. F60: 6. Ursula Sager (Unterseen) 5:24.03,6.

Total klassiert: 5087 (3798 Männer und 1289 Frauen).

Komplette Rangliste: Jungfrau-Marathon.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch