Naturparkkäserei: Baustart im März

Diemtigtal

Keine Einsprachen gegen das Baugesuch: Die Bauarbeiten für die Naturparkkäserei können voraussichtlich im März starten. Der neue Bahnübergang Ansmatte soll bereits im Oktober realisiert werden.

Auf dem Gebiet Ansmatte im Burgholz soll die Naturparkkäserei gebaut werden. Bild: Archiv BO/Peter Rothacher

Auf dem Gebiet Ansmatte im Burgholz soll die Naturparkkäserei gebaut werden. Bild: Archiv BO/Peter Rothacher

Zufrieden und erleichtert haben die Verantwortlichen die Nachricht entgegengenommen. Beim Regierungsstatthalteramt sind bis zum Ablauf der Frist keine Einsprachen gegen das Gesuch für den Bau der Naturparkkäserei auf der Ansmatte im Burgholz eingegangen.

«Ich freue mich sehr», meint etwa Geschäftsführer Donat Schneider der Aaremilch AG aus Lyss, die das Projekt tatkräftig unterstützt. Und der Verwaltungsratspräsident der Naturparkkäserei Diemtigtal AG, Hansueli Jungen, findet es «schön, dass das so schlank durchgegangen ist». Das sei ein Zeichen, dass die Menschen im Tal hinter dem Projekt stünden, so Jungen.

Das habe sich allerdings bereits bei den letzten Infoveranstaltungen und beim von der grossen Mehrheit der Bürger unterstützten Entscheid zum Verkauf der Parzelle angedeutet. «Es gab Einzelstimmen, die gegen den Standort ­waren», räumt Schneider ein, doch auch die sind mittlerweile verstummt.

Zuletzt konnten die Käsereiverantwortlichen mit der Stiftung Landschaftsschutz und Pro Natura Berner Oberland eine Einigung erzielen und einen Rückzug der Einsprachen der beiden Organisationen gegen die Plan- und Baureglementsänderung der Zone mit Planungspflicht (ZPP) Naturparkkäserei erwirken. So sind ökologische Ersatzmassnahmen als Ausgleich für den Bau der Käserei auf der grünen Wiese vorgesehen.

2019 in Betrieb

Und wie geht es jetzt weiter? Donat Schneider hält einen Baubeginn im Herbst für nicht sinnvoll und nennt den Monat März als möglichen Baustart. Da die Verantwortlichen von rund anderthalb Jahren Bauzeit ausgehen, könnte die Inbetriebnahme der Käserei in der zweiten Jahreshälfte 2019 erfolgen.

Das Projekt umfasst eine Käserei mit den Bereichen Produktion und Käse­reifung. Die Käserei wird unter anderem über einen publikumszugänglichen Ausstellungsraum sowie einen Käseladen verfügen. 10 bis 20 Millionen Kilo Milch sollen hier pro Jahr zu Käse verarbeitet werden. Beziehen wollen die Verantwortlichen die Milch aus dem gesamten Berner Oberland. «Wir haben schon heute rund 1800 Produzenten unter Vertrag, sodass die Naturpark­käserei keine neuen Verträge schliessen muss», sagt der Aaremilch-Geschäftsführer.

Zu den Gesamtkosten für das Projekt will er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äussern. «Wir sind noch in der Planungsphase.» Für den Kauf der 12'600 Quadrat­meter grossen Parzelle auf der Ansmatte erhielt die Gemeinde 1,575 Millionen Franken.

Bahnübergang bis Oktober?

Eng mit dem Bau der Käserei verknüpft ist der Ersatz des Bahnübergangs Port durch einen neuen Übergang Ansmatte (Mühle). Auch gegen das entsprechende Baugesuch der Gemeinde Diemtigen wurden keine Einsprachen erhoben. Das Projekt beinhaltet zudem den Neubau einer Erschliessungsstrasse samt notwendiger Infrastruktur zur Naturparkkäserei.

Beim Bahnübergang steht die Gemeinde bezüglich der Realisierung in den Startlöchern, wie Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer auf Anfrage sagt: «Mitte Oktober geht das Stellwerk der BLS in Betrieb. Es wäre gut, wenn wir bis dahin fertig wären. Es hängt aber im Moment alles davon ab, wann wir die Baubewilligung vom Statthalteramt erhalten.» Eine Teilgenehmigung könnte im Fall des Bahnübergangs Anfang September vorliegen, wie es die stellvertretende Regierungsstatthalterin für das Amt Frutigen-Niedersimmental, Ariane Nottaris, in Aussicht stellt.

Für den weiteren Teil stehe zunächst noch die vollständige Genehmigung durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung bezüglich der ZPP Naturparkkäserei aus. Diese Genehmigung soll laut Ariane Nottaris bis Ende September vor­liegen, sodass im Verlauf des ­Oktobers die vollständige Bau­genehmigung in beiden Fällen erteilt werden könne.

Berner Oberländer

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