Nachträgliches Baugesuch der Schilthornbahn sorgt für Aufregung

Mürren

Die Schilthornbahn baute illegal ein Förderband. Irrtümlich, wie die Verantwortlichen erklären. Sie reichten nachträglich ein Baugesuch ein.

Dieses 96 Meter lange Förderband bei der Birg hat die Schilthornbahn ohne Baugesuch gebaut.

Dieses 96 Meter lange Förderband bei der Birg hat die Schilthornbahn ohne Baugesuch gebaut.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Die Schilthornbahn AG baute auf der Birg illegal ein Förderband. Erst nachträglich reichte sie ein Baugesuch ein. Dieses wurde im Amtsanzeiger von Interlaken am 24. Januar publiziert.

Mit der vielsagenden Anmerkung in Klammern «bereits ausgeführt». Mit dem 96 Meter langen Förderband mit Tunnelabdeckung sollen die Besucher vom Ende des Thrill Walks zurück zur Bergstation Birg gelangen.

Der Thrill Walk sei als Rundweg konzipiert und baubewilligt, schreibt die Schilthornbahn in den Gesuchsakten, die diese Zeitung am Freitag eingesehen hat. «Es hat sich aber gezeigt, dass auf einer Höhe von 2677 m.ü.M. der rund 150 Meter lange Rückweg zu steil ist und unsere Gäste körperlich überfordert.»

Im Winter sei das Problem noch stärker akzentuiert, «da viele Wintersportler nicht gewohnt sind, in Skischuhen eine solch steile Strecke auf dieser Meereshöhe zu bewältigen». Ein weiteres Problem sei, dass viele Besucher die Anlage nicht als Rundweg wahrnehmen.

Die «statistische Auswertung der Drehkreuzdaten» habe gezeigt, dass rund 75 Prozent der Besucher wieder den selben Weg über den Felsensteg zurück gehen. «Was täglich Staus auf dem Felsensteg auslöst.» Dieser werde an Spitzentagen von bis zu 2000 Personen begangen.

Anzeige durch Gemeinde

Gegenüber dem «Bund» bestätigte Gemeinderat René Leuthold, dass die Gemeinde Lauterbrunnen die Schilthornbahn angezeigt habe. Im am Samstag erschienen Artikel wird die verhängte Busse mit 2300 Franken beziffert.

«Wir dachten das Förderband sei nicht bewilligungspflichtig», zitiert der «Bund» Schilthornbahn-Direktor Christoph Egger. Dies spiegelt sich auch in den Gesuchsakten wieder. «Die Erstellung des Förderbandes erachten wir als Fertigstellung des Thrill Walks und nicht als Erweiterung oder neues Angebot.»

Wie es mit dem Förderband weitergeht, ist noch offen. Gegenüber dem Bund erklärten Vertreter von Pro Natura Berner Oberland und der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, man prüfe eine Einsprache gegen das nachträgliche Baugesuch. Die Einsprachefrist läuft bis am 22. Februar.

Berner Oberländer

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