Nach 90 Jahren eröffnet ein Restaurant im «Chalet Lenk»

Lenk

Nach langjähriger Tradition als Ferienhaus für Gewerkschaftsmitarbeiter wurde das Chalet Lenk nun als Restaurant neu eröffnet. Die Betreiber sehen gute Chancen.

Das Restaurant Chalet Lenk ist ab sofort von Mittwoch bis Sonntag ab 11.30 Uhr geöffnet.

Das Restaurant Chalet Lenk ist ab sofort von Mittwoch bis Sonntag ab 11.30 Uhr geöffnet.

(Bild: Kerem S. Maurer)

Das schmucke Chalet mit dem markanten Türmchen am Badgässli 10 an der Lenk wurde 1930 vom SMUV (Schweizer Metall- und Uhrenarbeiter-Verband) als Ferienhaus für seine Mitarbeiter gebaut. Gemäss Ruth Ischi, die zusammen mit ihrem Mann Peter das Haus mit dem Namen «Chalet Lenk» ab Mitte der Siebziger- bis in die frühen Neunzigerjahre leitete, bot es Platz für 70 Betten mit Vollpension. «Es war immer gut ausgelastet», erinnert sie sich. Aus Platzgründen sei daher das Restaurant nie öffentlich zugänglich gewesen.

Als sich 2004 der SMUV mit der GBI (Gewerkschaft Bau und Industrie) zur Unia vereinte, änderte man den Namen des Gebäudes in «Solitude» und auch seinen Zweck: Es wurde zu einem Seminarzentrum. Die Unia nutzte das Chalet Solitude bis Mitte der 2010er-Jahre, dann bot sie es zum Verkauf an.

Seeländer erhielten Zuschlag

Philipp Gatschet aus Port bei Biel, Inhaber der Immobilienfirma Archipex, die zuvor bereits an der Lenk die Chalets Spitzacker und Alpsunne gebaut hatte und dort Ferienwohnungen bewirtschaftet, erhielt von der Unia 2015 den Zuschlag. Aufgrund der Beschaffenheit der Liegenschaft habe sich die Idee quasi aufgedrängt, einen Gastronomiebetrieb daraus zu machen, erklärt Gatschet. Nicht zuletzt deshalb, weil er von seinen Feriengästen an der Lenk erfahren hatte, dass das hiesige Gastronomieangebot «noch ausbaufähig» sei.

«Aufgrund der Beschaffenheit der Liegenschaft hat sich die Idee quasi aufgedrängt, einen Gastronomiebetrieb daraus zu machen.»Philipp Gatschet, neuer Besitzer des Chalets Lenk

Die neuen Besitzer renovierten das Gebäude sanft. Anstelle des grossen Seminarraumes kam eine moderne Küche, und auch der Name des Hauses wurde wieder in «Chalet Lenk» geändert. «Obschon es Solitude hiess, sprachen die Einheimischen immer vom Chalet Lenk», sagt Gatschet, der als Marketing- und Kommunikationsfachmann nicht unglücklich darüber ist, dass der Name Lenk im offiziellen Name seines Restaurants geführt wird. Er freut sich auf die neue Herausforderung an der Lenk.

Mit Frische zum Erfolg

Gastgeber im Restaurant Chalet Lenk ist Philipp Gatschets Sohn Pascal, ein «Gastronom aus Leidenschaft», wie es an der offiziellen Eröffnung vor gut einer Woche hiess. Küchenchefin ist dessen Lebenspartnerin Stefanie von Aesch, und beide haben ein klares Konzept: Die Zutaten sollen weitestgehend aus der Region stammen, sämtliche Speisen sollen frisch und selber zubereitet und Conveniencefood (vorgefertigte Lebensmittel) auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Küchenchefin Stefanie von Aesch und Gastgeber Pascal Gatschet. (Bild: Kerem S. Maurer)

Philipp Gatschet ist überzeugt, mit diesem Konzept an der Lenk erfolgreich zu sein. Lenk-Simmental-Tourismus-Direktor Albert Kruker begrüsste das neue kulinarische Angebot, und die Gemeinde, vertreten durch Gemeinderat Hans Jörg Schneider, wünschte den Seeländern viel Erfolg.

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