Mit «Romantik» sollen die Gäste angelockt werden

Goldswil

Zukunftsforscher Hannes Rohner präsentierte Ideen für die touristische Zukunft der Destination Ringgenberg-Goldswil. Der Klimawandel mache eine Neuausrichtung nötig.

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«Ringgenberg-Goldswil hat grossartige Schätze, wie das Burgseeli oder die Ruinen von Burg und Kirche. Diese Perlen sollte man auf romantische Art in Szene setzen», sagte Professor Hannes Rohner, Innovations- und Zukunftsforscher, am Dienstag im Gemeindehaus Goldswil. Dort fand die Infoveranstaltung «Zukunft und Perspektiven der Destination Ringgenberg-Goldswil» mit etwa 50 Teilnehmern statt. Rohners Forschung zur Zukunft des Tourismus im Berner Oberland hat die Standortförderung des Kantons Bern finanziert.

«Es sieht wegen der Klimaerwärmung grundsätzlich nicht gut aus für die Zukunft», so Rohner. Man müsse mit mehr Niederschlägen in den Bergen anstatt Schnee und zunehmend grünen Wintern rund um den Brienzersee rechnen. Zudem verliere die Jugend die Lust am Skifahren. Rohner: «Investitionen lohnen sich nur für eine ganzjährige Auslastung bei Bahnen, Skiliften und Gastrobetrieben.

Doch die Banken geben den Hotels und Restaurants der Region kein Geld mehr.» Lebensqualität mit der Natur und die Rückbesinnung auf Traditionen und Brauchtum seien heute wichtige Werte bei der Suche nach neuen Wegen. So sei etwa der Brienzer Weihnachtsmarkt, inszeniert mit brennenden Kerzen auf dem Brienzersee, «unglaublich romantisch». Mit Romantik punkte auch das Dorf Iseltwald.

«Klein, aber fein»

Die Destination Ringgenberg-Goldswil-Niederried habe nebst ihren Schätzen eine belebte Geschichte, die Gäste interessiere. Sie soll nun, so Rohner, aus dem Schatten der grossen Destinationen im Oberland heraustreten und ein kleines Juwel für ein ausgewähltes Zielpublikum werden. Das ganze Jahr über sollen solvente Gäste ruhige, romantische Erlebnisse wie etwa Jubiläen, Geburtstage oder goldene Hochzeiten feiern können.

«Und Ringgenberg soll auch der Ort für Liebeserklärungen sein», fand Hannes Rohner. Stille Wanderwege, beschildert mit Steintafeln in alter Schrift, nostalgische Gaslaternen in den Dorfstrassen oder leer stehende Läden, inszeniert als kleine Museen: Der Referent präsentierte zahlreiche Ideen. Für Events biete etwa das Burgseeli als Naturbühne viele Möglichkeiten. Rohner: «Ringgenberg soll am Schluss als Marke dastehen.» Dafür brauche es die Mithilfe der Bevölkerung, auch der Vereine.

Neue Ideen für Tourismus

Danach war das Publikum aufgefordert, eigene Ideen zu entwickeln und zu präsentieren. Beim Apéro entspannen sich engagierte Diskussionen. Vorschläge waren etwa: ein «Bienenpark», der das Imkerhandwerk zeigt; ein «romantischer Fotohotspot mit Blick auf den türkisblauen Brienzersee» oder «Ringold das kleine Burggespenst», inszeniert als digitaler Erlebnisweg und spielbar mit dem Smartphone. An weiteren Abenden will man die besten Projekte konkretisieren.

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