Mit Müller-Drossaart in den Steinbruch

Brienz

Der Abend im Hotel Sternen in Brienz gehörte Hanspeter Müller-Drossaart. Der Schauspieler stellte das Stück «Steibruch» vor, das im Sommer nächsten Jahres im ­Ballenberg über die Bühne gehen wird.

Sie leiteten das Casting: v. l. Komponist Till Löffler, Brigitte Beetschen, musikalische Leiterin, Regisseur Livio Andreina, Ausstatterin Anna Maria Glaudemans und Hauptdarsteller Hanspeter Müller-Drossaart.<p class='credit'>(Bild: Anne-Marie Günter)</p>

Sie leiteten das Casting: v. l. Komponist Till Löffler, Brigitte Beetschen, musikalische Leiterin, Regisseur Livio Andreina, Ausstatterin Anna Maria Glaudemans und Hauptdarsteller Hanspeter Müller-Drossaart.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Voller Saal im Hotel Sternen in Brienz: Wer sich dafür interessierte, 2018 im Landschaftstheater Ballenberg mitzuspielen, war da. Gesichter, die man seit Jahren immer wieder sieht, als Knechte, Mägde, Bäuerinnen, Ratsherren, Pfarrer, Polizisten, Soldaten. In der Saison 2018 werden sie alle Dorf­bewohner von Liebiswil sein.

Am Vorstandstisch sass die Crew, die 2018 die Fäden in der Hand hat. Es gab neue Gesichter: Regisseur Livio Andreina, Anna Maria Glaudemans als Gestalterin, Komponist Till Löffler. Bereits bekannt waren Brigitte Beetschen, die aus Laiensängern gute Chöre macht, Produktionsleiter Christian Sidler, Buschi Luginbühl als künstlerischer Berater. Ein Lächeln ins Gesicht bei den potenziellen Schauspielern zauberte Regieassistentin Christine Glauser.

Der Star des Abends war Hanspeter Müller-Drossaart, der die Ballenberg-Fassung von «Steibruch» geschrieben hat. Der in Obwalden geborene Schauspieler funktionierte die umfangreiche Präsentation des Stücks «Steibruch» quasi in ein berndeutsches Einmanntheater um. «Steibruch», vom Zürcher Albert Jakob Welti für die Landi 1939 geschrieben, erzählt von einer Ausgrenzung eines Amerika-Rückkehrers in einem Schweizer Dorf. Anders als beim «Besuch der alten Dame» mit einem Happy End. Das Stück wurde 1942 mit Heinrich Gretler und der jungen Maria Schell verfilmt.

Im Zentrum bei der Ballenberg-Aufführung wird ein ganzes Dorf stehen. Gut für ein Theater, das höchstens bei jungen Männern einen Mangel an Mitspielinteressierten kennt. Eine Art Cloud aus Dorfgeistern wird das Stück im Chor begleiten, und aus seiner Mitte treten dann die einzelnen Protagonisten hervor. Müller-Drossaart hat sie erweitert, auch um heitere und witzige Szenen einbauen zu ­können. Es gibt eine siebenköpfige Mädchengang, drei alte Eidgenossen, scharfzüngige Dorffrauen, einen historischen Verein.

Im Mittelpunkt des Stücks steht Arnold Murer, den Hanspeter Müller-Drossaart spielt. Er war in Amerika wegen Mordes im Gefängnis und lebt in seinem Steinbruch in Dorfnähe, ausgegrenzt und argwöhnisch beäugt aus dem Dorf. Ein junges Mädchen und Näppi, ein junger Mann mit einer geistigen Behinderung, fühlen sich zu ihm hingezogen. Das Mädchen verschwindet, als es erfährt, dass es und Näppi Murers Kinder sind. Dieser will seinen Sohn und sich erschiessen.

Es kommt die Mitteilung, dass Murer unschuldig verurteilt wurde. Ob es zu einem echten Happy End kommt, hängt von der Dorfgemeinschaft ab. «Aus Text wird Theater», sagte Regisseur Livio Andreina. Es gebe viel Arbeit, um zu sehen, was funktioniere und was nicht. Viele im Saal waren bereit, bei dieser Arbeit mitzuwirken.

Berner Oberländer

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