Zum Hauptinhalt springen

Mit dem Hausierer unterwegs

Vom Standplatz in Matten aus geht Claude Gerzner seiner Arbeit als Hausierer nach. Doch der Handel ist nicht seine einzige Beschäftigung: «Jenische haben zwanzig Berufe.»

Stillleben vor dem Wohwagen: Weil Dreck und Staub den heiklen Boden zerkrazten kann, bleiben die Schuhe draussen. «Deshalb tragen wir so gerne Schlappen», sagt Claude Gerzner.
Stillleben vor dem Wohwagen: Weil Dreck und Staub den heiklen Boden zerkrazten kann, bleiben die Schuhe draussen. «Deshalb tragen wir so gerne Schlappen», sagt Claude Gerzner.
Nicole Philipp
Kühl: Erfrischung auf dem sommerlichen Platz.
Kühl: Erfrischung auf dem sommerlichen Platz.
Nicole Philipp
Auf manchen Standplätzen haben sie stunden- bis tagelang keinen Strom. Das sei hier in Matten nicht der Fall.
Auf manchen Standplätzen haben sie stunden- bis tagelang keinen Strom. Das sei hier in Matten nicht der Fall.
Nicole Philipp
1 / 22

Das erlebt Claude Gerzner beim Hausieren nicht alle Tage. Der 48-Jährige, der im Moment auf dem Standplatz für Schweizer Fahrende in Matten bei Interlaken wohnt, ist etwa eine Stunde unterwegs, als er das Geschäft des Tages macht. Nicht des Umsatzes wegen, ihm ist etwas anderes viel wichtiger an dieser Begegnung in der Dittligmühle bei Längenbühl: Irma Wenger, die Müllerin, erzählt ihm, dass schon früher ­regelmässig eine Hausiererin vorbeigekommen sei. Als er erklärt, das sei wohl eine seiner Tanten gewesen, fragt sie, wie es ihr denn gehe. «Sie ist gestorben», antwortet er, worauf sie ihr Mitgefühl ausdrückt, sich dann der Ware zuwendet und nach abgeschlossenem Handel zu einem Kaffee in ihr Bistro einlädt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.