Grindelwald

Millionen für den Müll

Grindelwald Das Tal erhält einen neuen Entsorgungshof. Eine private Firma baut in der Tschingeley einen neuen Komplex, damit die Bürger von Grindelwald ihren Müll korrekt entsorgen können.

Der geplante Entsorgungshof.

Der geplante Entsorgungshof. Bild: Visualisierung: PD

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Schon im November soll der neue Entsorgungshof Tschingeley, zwischen Burglauenen und Grindelwald, in Betrieb gehen. Derzeit laufen die Bauarbeiten mit Hochdruck. Gebaut wird die ­Anlage von der Firma Zumbra GmbH, die schon jetzt die Inert­stoffdeponie betreibt. Mitinhaber Urs Zumbrunn erklärt, dass hier Materialien wie Beton, Mörtel, Bachsteine, Belag, Ziegel und ähnliche Stoffe gewogen und angenommen würden.

«Sämtliche Materialien werden mit einer Maschine gebrochen, danach kann man diese teilweise wiederverwerten.» Aus altem Beton ­entsteht beispielsweise Koffermaterial, das zum Strassenbau verwendet wird. Investiert werden laut Zumbrunn drei Millionen Franken. Urs Zumbrunn ist seit 2016 auch Gemeinderat und steht dem Ressort Sicherheit vor.

Gemeinde als Mieter

Hinter der eigenständigen Firma Zumbra stehen die Bauunternehmungen Christian Zumbrunn Hoch & Tiefbau, Hansueli Brawand, Urs Zumbrunn senior und junior aus Grindelwald. Laut Zumbrunn erhofft man sich mit dem neuen Entsorgungshof auch Personalsynergien, denn «wir wollen nicht nur entsorgen, sondern rezykliertes Material weiterverwerten».Im neuen Entsorgungshof wäre die Gemeinde dann eingemietet, damit die Einwohner Glas, Karton, PET oder Altpapier und Grünzeug ordnungsgemäss entsorgen können.

Mit Erweiterungsmöglichkeit

Das Betriebsareal soll künftig bis auf die bestehende Geländeoberfläche aufgefüllt werden, schätzungsweise weitere 200 000 Kubikmeter Material könnten hier noch gelagert werden. Gleichzeitig soll gegen Lütschine und Fallbach ein Sicht- und Lärmschutzdamm erstellt werden. «Wir behalten uns die Möglichkeit offen, die Deponie zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zu erweitern», sagt Zumbrunn. Wenn es um Abfall geht, ist Fachwissen gefragt: «Ich habe jetzt noch zusammen mit meinem Sohn die Ausbildung zum Fachmann Entsorgung, Recycling und Deponien absolviert», sagt der 64-Jährige. «Das Lernen des Prüfungsstoffs fiel mir nicht immer ganz leicht», sagt er lachend.

«Altlasten gibt es keine»

Zumbrunn erklärt, das Wissen zur korrekten Abfallentsorgung sei heute in der Bevölkerung mehrheitlich angekommen. Seit gut einem halben Jahrhundert werden in der Tschingeley Abfälle gelagert, wie Zumbrunn sagt, bisher habe es keine Überraschungen gegeben: «Altlasten gibt es keine. Wir nehmen laufend Wasserproben, bisher wurde auch vom Kanton nichts be­anstandet.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 01.06.2018, 08:09 Uhr

Urs Zumbrunn Unternehmer. (Bild: Fritz Lehmann)

Stimmvolk sagte Nein

Der Versuch, einen Entsorgungshof zu bauen, scheiterte 2014 an der Gemeindeversammlung. Ein Projekt des damaligen Gemeinderates wurde abgelehnt, ­dieser wollte einen Entsorgungshof direkt an der Hauptstrasse Richtung Grindelwald bauen. Brisant war damals, dass sogar das Amt für Gemeinden und Raumordnung den Platz als ungeeignet taxierte. Dieser Meinung waren auch die Grindelwalder: Sie schickten die Vorlage mit 192 Nein- zu 145 Ja-Stimmen bachab.

Doch mit der Ablehnung war das Problem nicht gelöstl. Der bisherige Entsorgungsplatz ist vom Kanton nur noch auf Zeit geduldet, bis ein Neubau in Betrieb genommen wird. Ein Jahr später wurde die Erweiterung der Überbauungsordnung Tschingeley vorgestellt, 2016 bewilligte das Stimmvolk diese an der Gemeindeversammlung. Laut Zumbrunn gingen in der öffentlichen Auflage ebenfalls ­keine Einsprachen ein. «Das alte Gebäude des heutigen Entsorgungshofes wird abgebrochen und am neuen Standort – etwas oberhalb entlang des Einfahrtsweges – wieder aufgerichtet. Damit schafft man Platz, um auch künftig Inertstoffe ablagern zu können. «Die Tschingeley ist eine von nur drei Inertstoffdeponien im östlichen Oberland, neben Balmholz in Beatenberg und Lammi in Meiringen.»fl

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