Zweisimmen

Mietshaus statt Neubau für die künftigen Geburten

ZweisimmenDie Genossenschaft Geburtshaus will ab Anfang nächsten Jahres ihren Betrieb in einem gemieteten Haus an der Eggetlistrasse 5 a aufnehmen. Jetzt wird die Betriebsbewilligung erwartet.

Standort des künftigen Geburtshauses: Dieses Dreifamilienhaus an der Eggetlistrasse in Zweisimmen.

Standort des künftigen Geburtshauses: Dieses Dreifamilienhaus an der Eggetlistrasse in Zweisimmen. Bild: zvg

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Noch vor vier Monaten hatte die Genossenschaft Geburtshaus Maternité Alpine eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Dies in der Absicht, möglicherweise sogar mit den beiden anderen Projektpartnern Alterswohnen STS AG und Verein Bergquelle auf der ­Spitalmatte in Zweisimmen ein neues Gebäude zu bauen.

Obwohl diese Machbarkeitsstudie vor zweieinhalb Monaten zeigte, dass ein gemeinsamer Neubau grundsätzlich möglich wäre, überrascht die Genossenschaft Geburtshaus jetzt mit der Nachricht, man habe für den Betrieb eines künftigen Geburtshauses geeignete Räume zur Miete an der Eggetlistrasse gefunden.

Wie die Genossenschaft am Dienstag in ihrer Medienmitteilung schreibt, stimmten vor zehn Tagen die Genossenschafter anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung dem Kredit für einen fünf Jahre dauernden Mietvertrag zu.

«Wir hatten immer auch die Augen offen für eine Mietvariante und kommunizierten dies stets auch offen.»Genossenschaft Geburtshaus

«Wir hatten natürlich immer auch die Augen offen für eine Mietvariante und kommunizierten dies stets auch offen», sagt Ursula Michel auf Anfrage. Die Genossenschaftspräsidentin weiter: «Nach Prüfung des Angebots für das Dreifamilienhaus kamen wir zum Schluss, dass dies das Richtige ist.»

So werden zwei Drittel des Gebäudes zurzeit von der Genossenschaft zweckdienlich eingerichtet.

Erste Frauen sind angemeldet

Mit der ab Anfang nächsten Jahres verfügbaren Mietlösung zieht sich die Maternité Alpine vorläufig aus der Projektgruppe des Neubaus zurück, während der Verein Bergquelle und die Alterswohnen STS AG das Bauprojekt weiter vorantreiben.

Für die Genossenschaft Geburtshaus gilt es jetzt, die Betriebsbewilligung zu erlangen: «Sämtliche Unterlagen wurden zur definitiven Prüfung an die Gesundheits- und Fürsorgedirektion eingereicht. Auf die Vor­prüfung eines Grossteils der Unterlagen erhielten wir einen positiven Bericht», so die Genossenschaftspräsidentin. Der Entscheid wird Ende August erwartet.

Laut Genossenschaft haben sich bereits die ersten schwangeren Frauen provisorisch angemeldet. Die ersten Geburtsvorbereitungskurse und Themenkurse seien ab dem Herbst geplant.

Bald ist Tag der offenen Tür

Die Verwaltung strebt auch die Aufnahme des Geburtshauses auf die Spitalliste des Kantons Bern an. Darüber wird der Gesamt­regierungsrat entscheiden. Am Samstag, 20. August, öffnet das künftige Geburtshaus von zehn Uhr vormittags bis zum Mittag zum ersten Mal seine Türen für die Öffentlichkeit. «Alle Interessierten sind zu einer Information und einem Apéro eingeladen», so die Genossenschaft Geburtshaus.

Die Verwaltung strebt auch die Aufnahme des Geburtshauses auf die Spitalliste des Kantons Bern an.

Für die Grundversorgung

Die vor einem Jahr gegründete Trägerschaft Geburtshaus will die geburtshilfliche, wohnortsnahe Grundversorgung in der Region Simmental und Saanenland sichern und werdenden Eltern eine professionelle, kontinuierliche, nachhaltige und ganzheitliche Betreuung rund um die Uhr im ambulanten und stationären Bereich in der Zeitspanne von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bieten.

Auch das Schaffen von Arbeitsplätzen für Hebammen sowie im Bereich Hauswirtschaft und Verwaltung sind das Bestreben der Genossenschaft Geburtshaus.

Maternité Alpine ist ein privates Selbsthilfeprojekt, das auf die Unterstützung der Bevölkerung und Behörden angewiesen ist.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 02.08.2016, 19:56 Uhr

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