Zum letzten Mal: Schuhe für Kinder aus Tschernobyl

Matten

Ferienkinder aus benachteiligten Familien in der Ukraine: Zum zwölften und letzten Mal offerierte die Firma Lowa 35 Mädchen und Jungen neue Winterschuhe.

Schuhwerk für die Kinder: Das ukrainische Betreuerteam (stehend) schaut der Aktion bei der Firma Lowa in Matten zu.

Schuhwerk für die Kinder: Das ukrainische Betreuerteam (stehend) schaut der Aktion bei der Firma Lowa in Matten zu.

(Bild: Monika Hartig)

«Ich höre auf, weil ich zwei Helfer weniger habe und keinen Nachfolger finden konnte. Allein kann ich das nicht machen», erklärt Michael Koppelmann (72) aus St. Pantaleon.

Seit Jahren hatte der pensionierte Optiker drei­wöchige Sommerferienlager in St-Croix für benachteiligte Kinder aus der Ukraine organisiert und finanziert. Koppelmann: «Von nun an leisten wir Hilfe vor Ort, etwa Ferien für die Kinder am Schwarzen Meer oder die Reparatur von Schulhäusern.»

Winterschuhe für die Jugend

Zum zwölften Mal war die Gruppe von heuer 35 Mädchen und Jungen mit ihren Betreuern und Dolmetscher Yura Grinvich am Montag zu Gast bei der Firma Lowa in Matten. Sven Kohler hiess alle herzlich willkommen, offerierte Kaffee und einen Imbiss. Dann hatte das Lowa-Team wieder alle Hände voll zu tun, um die Füsse der Mädchen und Jungen auszumessen, ihnen Socken und die richtige Schuhgrösse anzupassen.

Die Zwillinge Jana und Marina (12) Parkhomchuk zeigen stolz ihre neuen Schuhe.

Die Kinder gaben gerne Auskunft: «Dies ist für uns eine Zeit der Freude. Zum ersten Mal in unserem Leben sehen wir Berge und können dort wandern», sagten die Zwillinge Jana und Marina Parkhomchuk (12). Die Eltern der beiden Kinder ver-starben letztes Jahr an Krebs, häufige Spätfolge des Tschernobyl-Unglücks 1986.

«Mit fünf weiteren Geschwistern leben die Zwillinge bei ihrer Grossmutter in prekären Verhältnissen», sagte Koppelmann. Manchmal sei es schier unerträglich, all die Not in der Ukraine mit anzusehen: «Es bringt mich fast um. Das ganze Land lebt von der Hilfe der Grossmütter – die Männer kann man vergessen», so Koppelmann.

Derzeit hat die Firma Lowa noch keine neuen Hilfsprojekte aufgegleist. Marketingleiterin Sibylle Bischler: «Im Moment ist noch nichts geplant. Wir unterstützen immer wieder mal Hilfsorganisationen mit Spenden oder auch mit Testschuhen, die noch gut sind.» Und Sven Kohler erklärt: «Dieses war unser längstes Hilfsprojekt. Wir warten auf neue Anfragen.»

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