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Mauerbauten der KWO sind auf Kurs

Die Kraftwerke Oberhasli AG blickte an ihrer Generalversammlung auf ein gutes Produktionsjahr zurück. Ihre Ausbauvorhaben schreiten planmässig voran.

Mit 2212 GWh liegt die Gesamtproduktion der KWO im Jahr 2017 fünf Prozent über Vorjahr.
Mit 2212 GWh liegt die Gesamtproduktion der KWO im Jahr 2017 fünf Prozent über Vorjahr.
Andreas Blatter

Die Tage der grossen Holper-Pflastersteine auf der Strasse zum Grimsel-Hospiz dürften gezählt sein: Die Kraftwerke Oberhasli ersetzen die Staumauer Spitallamm, auf deren Krone die Strasse verläuft, wobei eine neue Mauer vor die 90-jährige Mauer gestellt wird. Gegen das entsprechende Baugesuch sind keine Beschwerden eingegangen, ebenso wenig gegen den Ersatz des Kraftwerks Handeckfluh.

Die KWO AG kündet an, dass das Alpinhotel Grimsel Hospiz im Sommer 2019 geschlossen sein wird, weil dort eine Grossbaustelle eingerichtet wird. Weitere, schon lang und breit diskutierte Grossprojekte sind auf guten Wegen, wie KWO-CEO Daniel Fischlin an der Aktionärsversammlung gestern ausführte.

Bei der geplanten Vergrösserung des Grimselsees gibts noch drei Punkte, über die das Berner Verwaltungsgericht entscheiden muss: Bauen im BLN-Gebiet, Biotopeschutz und die Trübung des Brienzersees. Für das Projekt Speichersee und Kraftwerk Trift wurde das Konzessionsgesuch im Januar 2018 eingereicht. Der Entscheid liegt jetzt beim Amt für Wasser und Abwasser des Kantons Bern.

Wie sind die Kosten zu tragen?

Eine Frage blieb dabei offen. Wer soll die geplanten Grossvorhaben bezahlen? «Wann diese Ausbauprojekte realisiert werden, hängt wesentlich von der Entwicklung des Energiemarkts ab», sagte Fischlin. Klare Worte zum Thema gabs in der Präsidialansprache von Werner Luginbühl.

«Der Erhalt der Wasserkraft ist gefährdet.»

Werner Luginbühl Verwaltungsratspräsident KWO

«Der Erhalt der Wasserkraft ist gefährdet», sagte er. Die Last, Erhalt und Ausbau der Wasserkraft zu realisieren, wie die Energiestrategie 2050 es vorsehe, bleibe bei den Anbietern, es gebe keine finanziellen Anreize. Der Wasserzins, sagte er, müsse zwingend tief gehalten werden und ein flexibles Element enthalten, das dem jeweiligen Energiepreis Rechnung trage.

Er sprach sich zudem klar für den zweiten Teil der Strompreisliberalisierung aus, weil dann auch KMU von tieferen Strompreisen profitieren können. Dass es politischen Widerstand geben wird, ist ihm bewusst. Zu den Gegnern würden auch kleinere Energieanbieter zählen.

Eigenversorgung definieren

Für Luginbühl ist es wichtig, dass die Schweiz den Eigenversorgungsgrad definiert, den sie erreichen will, und dann festlegt, wie sie ihn erreicht. Die Schweiz sei in Europa eine Stromdrehscheibe. Ein Stromabkommen mit der EU sei zwingend.

Die Versorgungssicherheit bis 2035 oder auch nur bis 2025, wie sie die Elcom studiert habe, hänge auch von der EU ab und – so die Elcom – vom Einsatz der Kernkraft im Winter. Die Gesamtproduktion der KWO betrug im Geschäftsjahr 2212 GWh, fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit 1124 MW wurde ein Höchstwert der maximalen Leistungsabgabe erzielt. Die KWO erbringen Systemdienstleistungen. Sie wurden von Swissgrid in Notmassnahmen zur Netzstabilisierung involviert, vor allem in der Kälteperiode im Januar 2017. Der Gesamtumsatz betrug 152 Millionen Franken. Die geplante Stellenreduktion wurde 2017 vollzogen. Von den 290 (minus 28) Vollzeitstellen sind 22 Lernende. Lehrstellen wurden nicht reduziert.

Die Geschäftszweige Grimsel Hydro und Grimselwelt erzielten zufriedenstellende Resultate. Die Vertreter der vier Aktionäre (BKW, EWB, IWB und EWZ) wiesen den Bilanzgewinn von 7 Millionen Franken den gesetzlichen und der beschlussmässigen Gewinnreserve zu.

Verwaltungsratspräsident Werner Luginbühl mit Barbara Egger, die Peter Bernasconi (rechts) im Verwaltungsrat der KWO AG ersetzt. Foto: Anne-Marie Günter

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