Matten lachte Tränen

Köstlicher Wortwitz, Pantomime, Zeichnungen, Gesang: Drei ­Grössen der Schweizer Comedyszene erheiterten das Publikum. Es lachte an der 5. «Matten lacht»-Comedynacht Tränen.

Ein Abend mit viel Humor: Die Künstler (v. l.) Manuel Stahlberger, Lisa Catena und Karim Slama.

Ein Abend mit viel Humor: Die Künstler (v. l.) Manuel Stahlberger, Lisa Catena und Karim Slama.

(Bild: Monika Hartig)

«Karim Slama kann gut Deutsch, denn er war drei Wochen in Meiringen im Militär», so kündigte Thomas Lüthi, Präsident des ­Vereins Kulturbeutel, den ersten Künstler an. An der 5. «Matten lacht»-Comedynacht war das Kirchgemeindehaus am Samstag fast ausverkauft. Slama zeigte mit seinem dynamischen Programm «Welsch ein Slamassel», «dass der Röstigraben gar nicht so tief ist».

Der Künstler hämmerte zu rassiger Musik auf ein imaginäres Schlagzeug, spielte Luftgitarre und parodierte einen tanzenden Affen. Mit eingerollter Zunge und wackelndem Hinterteil wirbelte Slama über die Bühne, plauderte unermüdlich in deutsch-französischem Kauderwelsch und bot grossartige Pantomime: Szenen beim Billettlösen am Au­tomaten oder beim Check-in am Flughafen.

Bauchtanz im Emmental

«Immer schön mit den Hüften bewegen und ganz rund mit dem Bauchnäbeli», imitierte Slama eine Emmentaler Bäuerin, die einen Kurs in orientalischem Bauchtanz gibt. Das Publikum schrie fast vor Lachen, als Slama einen steifen Greis mit Gebiss, Glasauge, quietschender Hüfte und lautem Bauchgrummeln spielte. Die Geräusche ab Band waren jeweils perfekt getimt, der Showeffekt war genial, der Applaus umwerfend.

Danach gehörte die Bühne Lisa Catena, die 2013 als erste Frau den Swiss Comedy Award gewonnen hatte. Ihr berndeutsches Programm «Nume nid gsprängt» mit Lautenspiel lebte vom Wortwitz und von Catenas expressiver Mimik und Gesten. Die in Thun und Steffisburg aufgewachsene Künstlerin und Kolumnistin dieser Zeitung erzählte etwa, wie die Nachbarschaft kopfstand, als sie einmal den Ghüdersack zu spät rausstellte.

Das tönte so: «Wir wollen mit allen Mitteln gegen diesen Sauhund vorgehen!» Catena mokierte sich auch über Veganer, Politiker, die Presse oder Haustiere: «Eine Katze im Kistli verhält sich wie ein Chefbeamter in Bern: Stundenlang sein Geschäft hin und her schieben.» Und sie lobte die Treue von Hunden: «Kennt ihr etwa einen Mann, der sich auch nach Jahren noch total freut, wenn die Frau heimkommt, und sie uneingeschränkt liebt, obwohl sie ihn hat kastrieren lassen?!»

«Flausen im Kopf»

Mit konsequent ernster Miene und trockenem Humor zog Kabarettist Manuel Stahlberger als Dritter sein Programm «Flausen im Kopf» durch. Der Preisträger des Salzburger Stiers aus St. Gallen präsentierte im eher monotonen Sprechgesang zumeist melancholische Songs wie etwa «Familienferien in Schweden» oder «Härzige Bueb». Stahlberger bewies zudem sein Zeichentalent und zeigte einfache Zeichnungen von Häusern, Blumen und Vögeln auf Leinwand, die er mit witzigen Kommentaren begleitete.

Das Lied vom Supermarkt

Viel Spass hatten die Zuschauer auch, als Stahlberger passende Fantasiewappen zu Schweizer Familiennamen wie etwa Schaufelberger, Ellenberger, Bissig, Hässig oder Herzig präsentierte. Mit weit ausgebreiteten Armen sang der Künstler dann noch das Lied vom Supermarkt, dem «Neumarkt in St. Gallen», und liess das Publikum gegen Ende der Show Bilderrätsel zu Musicals lösen.

Berner Oberländer

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