Männlichenbahn hat ohne V-Projekt keine Zukunft

Grindelwald

Ohne Schützenhilfe der Jungfraubahnen geht nichts mehr bei der GGM, so die Bilanz einer Medienmitteilung, die das Unternehmen verschickt hat.

Die Männlichenbahn wirbt wieder für das V-Projekt. Es sei die Grundlage für den touristischen Erfolg der ganzen Jungfrauregion.

Die Männlichenbahn wirbt wieder für das V-Projekt. Es sei die Grundlage für den touristischen Erfolg der ganzen Jungfrauregion.

(Bild: Fritz Lehmann)

«Aufgrund von Verzögerungen beim Projekt V-Bahn musste die GGM eine Verlängerung der Konzession und der Betriebsbewilligung beantragen», schreibt die Gondelbahn Grindelwald Männlichen GGM in einer Mitteilung vom Samstag. Wie Bernerzeitung.ch/Newsnetz bereits Ende August vermeldet hat, soll die Bahn bis 2018 weiterlaufen, dann wären die roten Gondeln 40 Jahre alt.

Unbeantwortet blieb die Frage in der Mittelung, ob die Konzession vom Bundesamt für Verkehr BAV schon erteilt worden ist. Denn ohne Konzessionsverlängerung steht die Gondelbahn bereits Ende Januar 2016 still. «Die Verantwortlichen sehen diese Massnahme jedoch nur als eine vorübergehende Lösung für die Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs.» Basis für den wirtschaftlichen Weiterbestand sei aber die Verwirklichung der V-Bahn innerhalb der nächsten drei Jahre.

Gemeinsam mit den Jungfraubahnen will die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen AG die Chance nutzen, «das Gebiet Männlichen sowie Kleine Scheidegg bis aufs Jungfraujoch aus Kunden- und Unternehmenssicht für die nächste Generation weiterzuentwickeln», heisst es weiter.

Man will die Konkurrenzfähigkeit steigern, mit einem verbesserten Winter- und Sommerangebot und Betriebskostenoptimierungen. Mit diesen Massnahmen wolle man den touristischen Erfolg der ganzen Jungfrauregion sicherstellen. Die Grundlage dazu sei das V-Bahnprojekt.

«Mit fatalen Folgen»

Der Ersatz der aus dem Jahre 1978 stammenden Vierergondelbahn durch eine Achtergondelbahn sei zwingend und könne hoffentlich innerhalb des angestrebten Verlängerungszeitraums von knapp zweieinhalb Jahren realisiert werden, so die GGM. Das 400-Millionen-Projekt der Jungfraubahnen – bekannt als V-Projekt – umfasst auch eine neue Gondelbahn auf den Eigergletscher und umfangreiche Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur.

«Sollte das Projekt mit der V-Bahn scheitern, hätte das für die GGM fatale Folgen», schreibt das Unternehmen. Die Finanzierung des Neubaus könne ohne den Partner und grössten GGM-Aktionär, die Jungfraubahnen, nicht bewerkstelligt werden. Folglich müsste versucht werden, für die jetzige Bahn die Konzession und Betriebsbewilligung erneut zu verlängern.

Dies hätte jedoch Kosten in Millionenhöhe zur Folge, da die Bahn an die heute geltenden technischen Normen angepasst werden müsste. Der äusserst grosse finanzielle Aufwand für den Umbau der alten Bahn sei jedoch nur ein Aspekt, der deutlich gegen dieses Szenario spreche. Weit mehr ins Gewicht fallen aber die zahlreichen Auswirkungen auf das ganze Umfeld der Bahn.

Aus Kundensicht ändert sich gar nichts; Kapazität, Fahrzeit und «Komfort» der bald 40-jährigen GGM würden gleich bleiben. Ohne V-Bahn werde auch kein moderner Terminal mit Shops, Restaurants und Parkhaus entstehen. Die direkte Anbindung an den öffentlichen Verkehr durch eine neue Haltestelle Rothenegg der Berner-Oberland-Bahn werde nicht realisiert.

«Sinkende Erträge bei steigenden Kosten sind die Folgen für die GGM (Jahresgewinn 2014: CHF 314'596).» Nur mit der V-Bahn könnten die eigenständige Zukunft und die dazugehörigen über 50 Arbeitsplätze gesichert werden.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...