Grindelwald

Männlichen: Lieber 10er- statt nur 8er-Gondeln

GrindelwaldDer Verwaltungsrat der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen AG (GGM) hat kürzlich entschieden, die alte Gondelbahn mit einer 10er- anstelle einer 8er-Gondelbahn zu ersetzen.

Die Kirchekarbahn in Hochgurgl, das Vorbild der neuen Bahn der GGM.

Die Kirchekarbahn in Hochgurgl, das Vorbild der neuen Bahn der GGM. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Entscheid zu grösseren Gondeln kann nun umgesetzt werden, nachdem die Bergschaft Itramen am Dienstagabend den dafür angepassten Dienstbarkeitsvertrag genehmigte. Dies teilte das Bahnunternehmen gestern mit. Der Entscheid zugunsten der 10er-Gondelbahn fiel einstimmig.

Dieser Bahntyp mit der Bezeichnung D-Line stelle die neuste Generation des Seilbahnbaus dar. Die Realisierung erfolgt im Rahmen des V-Bahnprojekts. Die D-Line sei zukunftsweisende Seilbahntechnologie mit überzeugenden Eigenschaften: Höchster Fahrgastkomfort, leiser Betrieb, einfache und zeitsparende Wartung und noch vieles mehr.

Modernstes Material

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen sind bereits seit mehreren Jahren mit der Planung des Bahnersatzes beschäftigt. Glücklicherweise konnte mit der Partnerschaft V-Bahn eine nachhaltige Lösung gefunden werden. Mit der Zustimmung der Gemeindeversammlungen von Grindelwald und Lauterbrunnen sowie der Bergschaften Itramen und Wärgistal wurde der Weg frei gemacht für dieses zukunftsweisende Projekt.

Um ein Stillstehen der GGM zu verhindern, ist die GGM im Erneuerungsprozess auf die Unterstützung der Landeigentümer angewiesen. Die V-Bahn mit ihren acht integrierten Bestandteilen sei ein komplexes Projekt und gerade bei der Planung sehr zeitaufwändig. Die im Januar 2016 ausgelaufene Konzession der GGM konnte dank den Projektfortschritten des V-Bahn-Projekts in enger Zusammenarbeit mit dem BAV bis im April 2018 verlängert werden, heisst es weiter.

«In dieser Zeit der internen Planung ist natürlich der technische Fortschritt nicht stillgestanden. So wurde die von der GGM lange Zeit bevorzugte 8er-Gondelbahn technisch überholt.» Die Firma Garaventa/Doppelmayr habe im letzten Herbst in Österreich mit der Kirchenkarbahn in Hochgurl ein neues Bahnsystem D-Line ein erstes Mal in Betrieb genommen. «Dieser neue Bahntyp stellt sicherlich die Zukunft des Seilbahnbaus dar. Für die Schweiz ist die Zulassung im 2016 vorgesehen», steht in der Meidenmitteilung. Die Inbetriebnahme ist spätestens auf die Wintersaison 2018 vorgesehen.

Kosten bleiben gleich

Weitere Eckpunkte des angepassten Projektes gemäss Medienunterlagen:

  • Das Bahnsystem von einer 8er- auf eine 10er-Gondel wird durch den Wechsel nicht teurer.
  • Die Förderkapazität bleibt unverändert bei 1800 Pers. pro Stunde. Ein Kapazitätsausbau auf 2200 Pers. pro Stunde wäre möglich.
  • Die Anzahl Fahrzeuge reduziert sich um 39 Gondeln. Dadurch reduzieren sich die Wartungskosten.
  • Bei den Stationsanpassungen sind keine nennenswerten Mehrkosten zu erwarten. Das neue System lässt sich in die bestehenden Gebäude integrieren.
  • Die Spur wird gesamthaft um 1,50 Meter breiter.
  • Die 34 Stützenstandorte bleiben unverändert.
(pd)

Erstellt: 24.02.2016, 15:48 Uhr

Artikel zum Thema

V-Projekt: Letzte Meilensteine vor Baubeginn?

Im Jahr 2015 machte das V-Projekt einen grossen Schritt vorwärts. Nun sollen die restlichen wichtigen Verfahren durchgearbeitet werden. Mit einem klaren Ziel: der Baubewilligung bis Ende 2016. Mehr...

Deutliches Ja von Wärgistal zum V-Projekt

Grindelwald Grosser Schritt für das 400-Millionen-Projekt der Jungfraubahnen. Die Bergschaft Wärgistal als Grundeigentümerin hat Ja gesagt und die Überfahrtsrechte erteilt. Mehr...

Männlichenbahn hat ohne V-Projekt keine Zukunft

Grindelwald Ohne Schützenhilfe der Jungfraubahnen geht nichts mehr bei der GGM, so die Bilanz einer Medienmitteilung, die das Unternehmen verschickt hat. Mehr...

Kommentare

Blogs

Foodblog Meine erste Wurst

Die neuen Nachbarn

Die Welt in Bildern

Süsse Handarbeit: In der Schokoladenfabrik 'La muchacha de los chocolates' platziert ein Arbeiter eine Kirsche in eine mit Schokolade ausgekleidete Form. (21. Juli 2017)
(Bild: Andres Stapff) Mehr...