Letztes Snowpenair mit Helene Fischer und Patent Ochsner

Bern/Lauterbrunnen

Für das letzte Snowpenair geht Jungfraubahnen-CEO Urs Kessler noch mal in die Vollen: Zwei Tage Pop, Rock und Schlager – mit dem Highlight Helene Fischer – sollen den würdigen Abschluss bilden.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

Am Mittwoch liess Jungfraubahnen-CEO Urs Kessler die Katze aus dem Sack: Helene Fischer wird der unbestrittene Stargast am letzten Snowpenair sein, das von 4. bis 5. April 2020 auf der Kleinen Scheidegg über die Bühne geht. Als Headliner am Samstag werden Sunrise Avenue auftreten sowie Patent Ochsner, Stefanie Heinzmann, Francine Jordi und die zwei lokalen Cover-Bands Crazy Mofos und Bermudas.

Die Bekanntgabe des Programms kommt verhältnismässig früh, «ich habe bereits vor einem Jahr mit der Suche begonnen», verriet Kessler an der Pressekonferenz in Bern. Und er konnte, wie fast immer, auf sein Netzwerk vertrauen. Helene Fischer, die weltweit erfolgreichste nicht englischsprachige Sängerin, zu kriegen, sei «nicht ganz einfach gewesen». Hier konnte er auf die Kontakte von Francine Jordi zählen.

Die Schlagersängerin wird vor Fischer auftreten und den Anlass, wie die letzten zwei Jahre, auch moderieren. «Schon das Reden war jeweils unglaublich schön, die Tage da oben haben immer gut gepasst.» Sie freue sich aber auch sehr auf ihren «Singeinsatz». Und der Auftritt vor Eiger, Mönch und Jungfrau sei nicht leicht: «Man merkt die Höhe, da muss eine andere Leistung her.»

Das sagt Francine Jordi, die am Sonntag vor Helene Fischer auftritt:

Video: Nathalie Günter

Den Kontakt zu den finnischen Pop-Rockern Sunrise Avenue stellte SCB-Headcoach Kari Jalonen her. «Er hat mir die Nummern organisiert und schlicht gesagt, ‹jetzt ist es an dir›», lässt Kessler ein Blick ins Nähkästchen zu.

Das Marketing im Hinterkopf

Die Programmauswahl kam bei Marketingexperte Kessler natürlich nicht zufällig zustande. «Wir wollen mit der V-Bahn die Märkte in Deutschland und Skandinavien stärker bearbeiten.» Und er rechnet damit, dass der Vorverkauf gut läuft: «Ich wäre enttäuscht, wenn das letzte Snowpenair nicht innerhalb von ein paar Tagen ausverkauft ist.»

Urs Kessler im Videointerview:

Video: Nathalie Günter

Ein Hockey-Trainer, der den Kontakt zur Rockband herstellt, ist nur eine von vielen Anekdoten, die Kessler zu erzählen hatte. «Ich mag mich an die Anfänge erinnern, die ersten fünf Jahre hat es nur ‹gschneit u gchutet›.» Erst 2003, dank DJ Bobo, habe das Snowpenair Fahrt aufgenommen. Oder Stammgast Bryan Adams, der kurz vor seinem ersten Auftritt 2004 noch Skiausrüstung und Wanderschuhe kaufen wollte. Und der als etwas schwierig geltende Zucchero, der 2008 auf einem Schemel sitzend eine halbstündige Zugabe abhielt.

Ursprünglich zur Belebung des Wintergeschäfts ins Leben gerufen, ist das Snowpenair seit Jahren ein Muss für viele Musikfans. «Das Ziel war immer, die Wintersaison zu verlängern und Wertschöpfung in die Region zu bringen», so Urs Kessler. Über die 22 Jahre habe das Snowpenair 100 Millionen Franken Wertschöpfung generiert. Auch darum werden bei der letzten Ausgabe 50 Prozent der Tickets als Zweitagespässe verkauft. «Wir möchten die Leute möglichst über Nacht in der Region haben.» Und für die treuen Fans gibt es gute Neuigkeiten: Die Ticketpreise werden auch bei der letzten Ausgabe nicht erhöht. Das Snowpenair 2020 hat ein Budget von 2,2 Millionen Franken, wovon 1,27 Millionen Franken für die Gagen draufgehen. Mehr verriet Kessler nicht.

Anderer Ort, anderes Format?

Und ist es nun die definitiv letzte Ausgabe? «Das Snowpenair gehört auf die Kleine Scheidegg», so Kessler. «Wir haben, auch schon früher, andere Standorte – zum Beispiel beim Eigergletscher – geprüft, aber es wird definitiv kein Snowpenair an einem anderen Standort geben», so Kessler mit hörbarem Wehmut. Im Rahmen des 470-Millionen-Projekts V-Bahn hatten die Jungfraubahnen mit den Einsprechern des Hotels Bellevue, der Familie von Almen, eine Einigung erzielt.

Der Deal: Von Almens ziehen die Einsprache zurück, dafür gibt es künftig kein Snowpenair mehr. «Ein einziges Hotel straft die ganze Region, dafür habe ich weiterhin wenig Verständnis. Aber wir werden uns an die Vereinbarung halten», fand Kessler klare Worte. Und liess Hoffnung aufkommen: «Vielleicht können wir in ein paar Monaten berichten, dass es – in einem anderen Format und zum Beispiel zum Wintersaisonauftakt – wieder etwas Neues geben wird.»

Berner Oberländer

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