Grindelwald

V-Bahn: Nun ist der Ball beim Bund

GrindelwaldDie letzte Einsprache ist zurückgezogen. Wenn nun auch das Bundesamt für Verkehr mitspielt, ist für die V-Bahn Anfang Juni Baubeginn. So lasse sich ein längerer Betriebsunterbruch der Männlichenbahn verhindern.

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«Es ist ein Meilenstein in der langen Planungsphase dieses Projekts», erklärt Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen, erfreut. Das Unternehmen hat sich mit der letzten verbleibenden Einsprecherpartei geeinigt und eine ­gemeinsam ausgearbeitete Vereinbarung unterzeichnet.

Diese sieht den Rückzug der Einsprache gegen die V-Bahn vor.Den Einsprechern sei es nicht um eigene Interessen gegangen, heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung der Jungfraubahnen und der Männlichenbahn. «Die Einsprache erfolgte primär aus Sorge zur Umwelt, zum Schutz dieses wertvollen Unesco-Weltkultur- und -naturerbes sowie zur Distanzierung von jeglicher Form von Massentourismus.»

Und: «Der Rückzug ihrer Einsprache erfolgte ausschliesslich, um die Männlichenbahn nicht zu gefährden.» Deren Konzession läuft aus, und eine weitere Verlängerung war kaum realistisch. Dieser Seite des Skigebiets hätte gemäss Kessler ein Grounding gedroht.

Baubeginn im Juni

Die Einigung mit den Einsprechern kostet die beiden Bahnunternehmen etwas: Sie müssen einen vereinbarten Betrag für einen gemeinnützigen Zweck spenden. Für was und wie hoch der Betrag ausfällt, darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, hält Kessler gegenüber dieser Zeitung fest.

«Es freut uns, dass es gelang, ­alle Einsprachen zu bereinigen», sagt Kessler, und er geht davon aus, dass bis Ende April das Bundesamt für Verkehr die Baubewilligung erteilt. «Dann könnten wir im Juni mit den Bauarbeiten beginnen.»

Dies sei vor allem für die Männlichenbahn wichtig. «So können wir einen längeren Betriebsunterbruch vermeiden», sagt Kessler. Die neue Männlichenbahn würde dann Ende 2019 ihren Betrieb aufnehmen, der ­sogenannte Eiger-Express von Grindelwald Grund zur Station Eigergletscher ein Jahr später.

Lange Geschichte

Die V-Bahn umfasst den Ersatz der Männlichenbahn, eine neue Gondelbahn – den Eiger-Express –, eine Haltestation der Berner-Oberland-Bahn an der Rothen­egg, einen neuen Terminal im Grund, ein Parkhaus im Grund und die Erneuerung des Rollmaterials der Wengernalpbahn und der Jungfraubahn. Kostenpunkt: 470 Millionen Franken.

Erstmals stellten die Jungfraubahnen das Projekt im Sommer 2011 der Öffentlichkeit vor. Damals war noch von einer «Ypsilon-Bahn» die Rede. Und man hoffte auf eine Inbetriebnahme Ende 2015.

Seither wurde das Projekt überarbeitet und aus dem Ypsilon wurde ein V. 2014 gaben die Gemeindeversammlungen Grindelwald und Lauterbrunnen grünes Licht. Doch das Vorhaben blieb umstritten.

Im vergangenen Oktober einigten sich die V-Bahn-Verantwortlichen mit der Familie von Almen von der Scheidegg Hotels AG, und im Dezember erklärten die Stiftung Landschaftsschutz und Pro Natura Beschwerdeverzicht.

Vor knapp drei Wochen erfolgte die Einigung mit Landbesitzer ­Otto Kaufmann. Und nun scheint also auch die letzte Hürde bewältigt. (Berner Oberländer)

Erstellt: 28.02.2018, 20:33 Uhr

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