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Lenker Gemeinderat Jürg Ziörjen abgewählt

Überraschung an den Lenker Wahlen: Der Bisherige Jürg Ziörjen (FDP) wurde abgewählt. Für ihn rückt neu Michael Schläppi nach. Die SVP erhöht ihre Sitzzahl von 3 auf 4.

Der Lenker Gemeinderat Jürg Ziörjen schaffte zwar das absolute Mehr, kam aber auf weniger Stimmen als seine Konkurrenten.
Der Lenker Gemeinderat Jürg Ziörjen schaffte zwar das absolute Mehr, kam aber auf weniger Stimmen als seine Konkurrenten.
zvg
René Müller (SVP), neuer Gemeindepräsident, war schon in stiller Wahl gewählt.
René Müller (SVP), neuer Gemeindepräsident, war schon in stiller Wahl gewählt.
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Matthias Zürcher (SVP), 507 Stimmen (neu)
Matthias Zürcher (SVP), 507 Stimmen (neu)
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Die SVP ist die grosse Gewinnerin der Lenker Wahlen. Bei einer Wahlbeteiligung von 44,75 Prozent schnappte sie sich den frei gewordenen Sitz der auf Ende Jahr zurücktretenden Gemeinderätin Marianne Hauswirth­Reichen (parteilos) und besetzt auch den Sitz des bisherigen Gemeinderatsvizepräsidenten René Müller (SVP), der schon im Vorfeld in stiller Wahl zum neuen Gemeindepräsidenten und Nachfolger von Christian von ­Känel gewählt worden war.

Frau mit meisten Stimmen

Die SVP erhöhte ihre Sitzzahl von 3 auf 4 respektive von 4 auf 5, wenn man das Gemeindepräsidium hinzunimmt. Das beste ­Ergebnis erzielte die Bisherige Marianne Messerli (SVP) mit 588 Stimmen vor ihrem Parteikollegen Hans Rudolf Walker (573) und dem Parteilosen Hans Jörg Schneider (559). Bester der Neugewählten war Michael Schläppi (FDP), der für seinen Parteikollegen Jürg Ziörjen in die Bresche springt – eine Überraschung.

­Ziörjen schien als Bisheriger ­gesetzt und erreichte mit 383 Stimmen auch das absolute Mehr von 376 Stimmen. Er kam aber mit 383 Stimmen auf weit weniger Stimmen als der Sechstplatzierte Matthias Zürcher (SVP, 507). Ziörjen war am Sonntag nach seiner Wahlniederlage für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Zürcher schaffte es neben SVP-Parteikollege Rolf Aegerter (520) als Dritter der Neuangetretenen in die Exekutive.

Der neue Gemeindepräsident René Müller (SVP) wollte den ­Erfolg seiner eigenen Partei nicht übergewichtet sehen: «Die Majorz- und Gemeinderatswahlen sind Persönlichkeitswahlen. Die Erfahrung der letzten 12 Jahre haben mir gezeigt, dass wir hier Sach- und nicht Parteipolitik machen.»

Gemeindeschreiber Thomas Bucher hatte schon im Vorfeld der Wahlen festgehalten: «Parteistimmen spielen keine Rolle. Sie werden auch nicht eruiert.» Mit drei neuen Ratsmitgliedern geht es jetzt laut Müller darum, die neuen Herausforderungen anzugehen, Themen umzusetzen und die Legislaturziele festzulegen.

Als eines der zentralen Anliegen sieht Müller die Gewährleistung der medi­zinischen Grundversorgung im Simmental. Müller bedauert den Verlust von Erfahrung und Wissen von Bauvorsteher Jürg Ziörjen, gibt sich aber zuversichtlich, mit der neuen Crew lösungsorientiert arbeiten zu können.

Ziörjen «nicht abgewählt»

Der wiedergewählte Gemeinderat und SVP-Parteipräsident Hans Rudolf Walker freute sich über sein persönliches Ergebnis, bedauerte aber das Ausscheiden von Ziörjen: «Er hat das absolute Mehr erreicht und wurde somit nicht ­abgewählt.

Er machte einfach am wenigsten Stimmen.» Walker gab sich erstaunt, dass «wir nicht in einen zweiten Wahlgang gehen». Die 5 Sitze der SVP seien «schon erfreulich. Wir sind auf dem rechten Weg und wollen schauen, die Partei gut am Leben zu erhalten.»

Positiv überrascht hat ihn die Wahl des 40-jährigen Matthias Zürcher. Das sieht der Gewählte und Jüngste im Rat auch so: «Das ist gut und erfreulich. Ich bin zufrieden.» Sehr zu schätzen weiss der Landschaftsgärtner auch, dass er auf einen Arbeitgeber zählen kann, der sein Engagement für die Gemeinde voll mitträgt.

«Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht», meinte Rolf Aegerter (SVP) zu seiner Wahl als Neuling. Er freut sich auf die Ressortverteilung im neuen Jahr und gibt sich wie die anderen Neugewählten bezüglich Zuteilung offen.

«Für mich kein Freudentag»

In einer Sandwichposition befand sich am Sonntag der neu gewählte FDP-Gemeinderat Michael Schläppi, der es im Gegensatz zu Jürg Ziörjen schaffte: «Für mich ist das kein Freudentag, sondern eine bittere Sache. Da geht nach 8 Jahren im Gemeinderat ein grosser Teil Erfahrung verloren. So habe ich mir das nicht vor­gestellt.» Trotz Enttäuschung will er das neue Amt ohne Be­rührungsängste angehen. «Als Unternehmer interessieren mich Zahlen und Bauvorhaben.»

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