Leidenschaft hüben und drüben

Hasliberg

Am 6. Wirtschaftstreffen Obwalden-Oberhasli standen der Tourismus und die Leidenschaft dafür im Mittelpunkt. Genannt wurden Zukunftsprojekte: der Grimselbahntunnel, das Schneeparadies Titlisund das Resort Meiringen.

«Leidenschaft für den Tourismus» (von links): Niklaus Bleiker, Landammann Kanton Obwalden, der Berner Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Gastgeber und Bahn-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Wenger, Philippe Giesser, Gründer Sinnvoll Gastro, und Marcel Friberg, Präsident Graubünden Ferien und Projektentwickler Feriendorf Meiringen.

«Leidenschaft für den Tourismus» (von links): Niklaus Bleiker, Landammann Kanton Obwalden, der Berner Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Gastgeber und Bahn-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Wenger, Philippe Giesser, Gründer Sinnvoll Gastro, und Marcel Friberg, Präsident Graubünden Ferien und Projektentwickler Feriendorf Meiringen.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Niklaus Bleiker, Landammann in Obwalden, brachte ein ganz aktuelles Beispiel eines Tourismus-Revivals an den Hasliberg mit: Ab heute fährt die Seilbahn Lungern–Turren wieder ins Wandergebiet, nachdem sie stillgelegt worden ist.

«Es gibt sehr wohl noch Leute, die investieren ­wollen, wichtig ist, dass wir sie wertschätzen. Die Leidenschaft sollte nicht mit unnötigen Auflagen erstickt werden», sagte der Politiker.

Er plädierte für die Wiederaufnahme der Idee Schneeparadies Titlis-Frutt-Hasliberg. Nicht nur für den Winter, sondern als Ge­nerationenprojekt für den Zusammenschluss von Tourismusgebieten mit einem vielfältigen Sommer- und Winterangebot. Eine Machbarkeitsstudie der Uni Luzern soll Möglichkeiten aufzeigen.

Über den Brünig

Gegen 200 Leute aus Wirtschaft und Politik aus Obwalden und dem Oberhasli (mit Brienz) trafen sich im Hotel Reuti zum Brünig-Dialog. Das Thema: «Leidenschaft für den Tourismus». Mit seiner Erfahrung konnte Gastgeber Hanspeter Wenger gut mit­reden.

Der Interlakner Garagist ist für die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg ein engagierter und präsenter Verwaltungsratspräsident. Er hat die Bahn 2011 vor dem Konkurs bewahrt und investiert: In den neuen Holzfluhlift, ins Skirennzentrum, in die Beschneiung und in den gelungenen Hotelneubau Reuti.

Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher brachte Zahlen mit: 42'000 Personen arbeiten im Kanton im Tourismus, die Wertschöpfung beträgt 4,8 Milliarden Franken. 30 Prozent der Beschäftigten in der ­Destination Jungfrau – zu der das Oberhasli gehört – arbeiten im Tourismus.

Er erwähnte innovative Angebote wie Grimselwelt und Grimseltor, realisiert zusammen mit der Energiewirtschaft, und als Projekt den Grimselbahntunnel, für den es zusammenzustehen gelte. Der Kanton unterstützt den Tourismus mit der ­Destinationenbildung, mit BE Tourismus und mit der Neuen Regionalpolitik.

Nach Wetterhorn-Art

Die «Leidenschaft» im Tagungsthema hat für Rickenbacher viele Facetten: Identifikation mit der Region, Flexibilität, Wille für Neues und Unkonventionelles und Gastfreundschaft. Gastfreundschaft, das führte Philippe Giesser, Gründer von Sinnvoll Gastro, emotional und wortspielerisch vor Augen, sei das Wichtigste für Gäste, wenn sie vor Ort sind.

«Wir wollen Glück schenken, die Wünsche unserer Gäste kennen und übertreffen», sagte er. Mit dem Wetterhorn am Hasliberg, das die Sinnvoll Gastro aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat, und mit dem Kaiserstuhl Lungernsee ist der Luzerner auf beiden Seiten des Brünigs präsent. Street-Art-Künstler Linus von Moos illustrierte Giessers stimmungsvollen Vortrag live.

Was ein Bündner sagt

Ein touristisches Grundsatzreferat hielt Marcel Friberg, Präsident von Graubünden Ferien und Projektentwickler des Feriendorfs Meiringen. Konkretes zum Stand dieses Projekts gab es nicht.

Dafür Zahlen, die zeigen, dass Europa den Alpenraum der Schweiz immer weniger besucht, dass es ein Ort wie Olang im Südtirol besser macht, dass gut betuchte Albaner und Türken in Frankreich Ski fahren und vor allem, dass hierzulande warmen Sterne-Betten zu lange zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden ist.

«Weiss der Alpenraum, wohin er will?», fragte er. Die ­Gemeinden sollten eine aktive Standortentwicklung etablieren und betrieben. Es brauche starke Gemeindepräsidenten, die starke Gemeinden verträten. Und Gemeindefusionen.

Chancen sieht er im Resort Meiringen, im Projekt Grimseltunnel, in der Ski-WM St. Moritz 2017. Und er trauerte dem Olympia-Innovationsschub nach, den Graubündens Stimmbürger nicht gewollt haben.

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