Lauter spannende Töne

Spiez

Zum Auftakt der Schlosskonzerte Spiez erklang nach zweijähriger Restaurierung die Bossart-Orgel wieder. Kinder und Erwachsene lauschten der Geschichte von Fiffaro.

Gebannt lauschten grosse und kleine Konzertbesucher der spannenden Geschichte von Fiffaro. Foto: Markus Hubacher

Gebannt lauschten grosse und kleine Konzertbesucher der spannenden Geschichte von Fiffaro. Foto: Markus Hubacher

Wer sich am ersten Maisonntag auf den Weg zur Schlosskirche machte, bemerkte bald, dass sich der Winter sich zurückgemeldet hatte. Die Dächer waren weiss. Der Schnee passte nicht nur gut zur Geschichte über «Ds Gheimnis vom Organischt Fiffaro», sondern zog zugleich sehr viele Kinder und Erwachsene in die Schlosskirche.

Zum Auftakt der 73 Schlosskonzerte Spiez stand die neu revidierte Bossart-Orgel im Zentrum. «Es dreht sich heute um die Orgel», begrüsste der künstlerische Leiter der Schlosskonzerte, Ruedi Bernet.

Sechs Schülerinnen und Schüler der Primarschule Hof­achern erleichterten den Einstieg. Sie machten für die zuhörenden Kinder verständlich, was ein Register, eine Orgelpfeife oder ein Blasebalg ist. Lebendig, die Stimme den Charakteren der Personen angepasst, erzählte Marianne Vogel-Kopp die geheimnisvolle Geschichte, und Vital Julian Frey schlüpfte in die Rolle des Organisten Fiffaro.

Mit ausgewählten Melodien untermalte er die fesselnde Geschichte. Auf eine Leinwand projizierte Bilder sorgten für zusätzlichen Einblick ins Geschehen.

Eine Orgel, die spukt

Im Berner Münster sollte Organist Fiffaro zu einer Hochzeit aufspielen. Peinlich war es für ihn, als die Orgel keinen Ton von sich gab. Als er später dem spukhaften Rätsel auf den Grund ging, entdeckte er ein namenloses Register.

Ein unangenehmes Pfeifen wurde hörbar. Eine giftig-hässliche Fee zeigte sich, die unbemerkt in der schmalsten Pfeife eingesperrt war. Um sich aus seiner misslichen Lage zu befreien, ging Fiffaro einen gefährlichen Pakt ein. Mit einem leeren Pergament zeigte die böse Fee Dulciana, dass unsichtbar alles möglich sei.

Übles Geheimnis

Damit konnte Fiffaro 499 Konzerte geben und berühmt werden. Aber danach nicht mehr spielen zu können, beängstigte ihn. Auf seiner Tournee stimmte Fiffaro (Vital Frey) ausgelassen mit Kindern der Primarschule Hofachern ein. Er spielte dazu auf einer Truhenorgel. Fiffaro wurde hochnäsiger und das Pergament immer kleiner.

Auf seiner Kutschenfahrt über Frankreich nach Spanien erlebte er etwas Besonderes. Er wurde als grosser Star gefeiert und verliebte sich in die schöne Dulcinea. Nach einer Zitterpartie mit Blitz und Donner auf der Orgelempore der Schlosskirche führte die spannende, teils auch gruselige Geschichte zu einem Happy End, ganz nach dem Motto: Wer zerstört, der stirbt, wer liebt, der lebt. Bis zum Schluss verfolgten die Kinder konzentriert das Geschehen.

Zu Ehren der restaurierten Orgel liessen die Organisten Marc Fietze und Guy Bovet am Orgeltag, der anlässlich des Auftakts der Schlosskonzerte stattfand, die Königin ein weiteres Mal «sprechen», konzertant und glanzvoll.

Weitere Infos im Internet unter www.schlosskonzerte-spiez.ch.

Berner Oberländer

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