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Kunstvolle Volksmusik

Schottische, irische und walisische Volkslieder standen auf dem Programm des ersten diesjährigen Vesperkonzerts – doch es handelte sich dabei um klassische Musik.

Ein Trio und ein Terzett (v. l.): Ruth Lüthi (Violine), Christine Thönim (Klavier), Claudia Eigenmann (Cello), Annette Balmer (Sopran), Susanne Flück (Mezzosopran), Jan Martin Mächler (Tenor).
Ein Trio und ein Terzett (v. l.): Ruth Lüthi (Violine), Christine Thönim (Klavier), Claudia Eigenmann (Cello), Annette Balmer (Sopran), Susanne Flück (Mezzosopran), Jan Martin Mächler (Tenor).
Orith Tempelman

Wenn Volksmusikfreunde das Wort «schottisch» auf dem Programm lesen, dann hüpft vielen von ihnen das Herz – und die wenigsten würden dabei an Werke Beethovens denken. Doch genau das boten das Gesangsterzett Annette Balmer (Sopran), Susanne Flück (Mezzosopran) und Jan Martin Mächler (Tenor) im Zusammenspiel mit dem Instrumentaltrio Ruth Lüthi (Violine), Claudia Eigenmann (Violoncello) und Christine Thöni (Klavier).

Gegen das Januarloch

«Nach einem mit Konzerten reich befrachteten Dezember möchten wir euch das Januarloch füllen», hatten die Veranstalter in ihrer Vesperankündigung geschrieben. Die Vesper vom Samstagabend war aber weit mehr als das. Auf dem Programm standen neben «schottisch» auch «walisisch» und «irisch», wobei es sich um Beethovens Bearbeitungen von Volksliedern aus jenen Regionen ennet dem Ärmelkanal handelte.

Insgesamt sind rund 150 Liedbearbeitungen Beethovens überliefert. Im September 1809 hatte ihm ein in Edinburgh lebender passionierter Liedersammler 43 Melodien zur Bearbeitung geschickt und, wie später noch mehrfach, ausdrücklich um leichte Ausführbarkeit des Klavierparts gebeten. In seiner Antwort bemerkte Beethoven, dass dies eine Arbeit sei, die einem Künstler keinen Spass mache, die aber wohl gut für das Geschäft sei.

Frisch und musizierfreudig

Eindeutig mehr Spass hatten die Ausführenden, und dabei schien es keine Rolle zu spielen, ob die Klavierbegleitung leicht oder doch eher nicht ganz so einfach war. Während den einzeln, zu zweit oder zu dritt auftretenden Sängerinnen und dem Sänger zwischendurch Verschnaufpausen gegönnt waren, konnten sich die Instrumentalisten lediglich während des Applauses jeweils kurz ausruhen. Aber alle sechs Ausführenden blieben bis zum Schluss ihres anspruchsvollen Programms bemerkenswert frisch und musizierfreudig– zur ausgesprochenen Begeisterung der recht zahlreichen und dankbaren Zuhörerschaft.

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