Kunstschnee neu für das ganze Skigebiet

Mürren

Der Sektor Allmendhubel-Maulerhubel-Winteregg im Skigebiet Mürren-Schilthorn kann bisher aufgrund fehlender Leitungen nicht künstlich beschneit werden.

Auch der nördliche Sektor des Skigebiets Mürren-Schilthorn (links der Allmendhubel) soll bald mit einer Fixanlage künstlich beschneit werden.

Auch der nördliche Sektor des Skigebiets Mürren-Schilthorn (links der Allmendhubel) soll bald mit einer Fixanlage künstlich beschneit werden.

(Bild: Bruno Petroni)

Bisher waren die Skipisten und die künstliche Beschneiung im Skigebiet Mürren-Schilthorn mit zwei Überbauungsordnungen geregelt. Deren Pläne sind aber nicht mehr zeitgemäss. Aus verschiedenen Gründen: Einerseits, so steht es im Erläuterungsbericht, würden die genutzten Pistenbereiche nicht mehr mit den im Plan festgelegten Verläufen übereinstimmen. Andererseits war bisher die Beschneiung zwar in weiten Teilen des Skigebiets Mürren-Schilthorn zugelassen – nicht aber im nördlichen Bereich vom Allmendhubel bis zur Winteregg.

Genau dies will die Schilthornbahn nun ändern. «Als die gültigen Pläne erstellt wurden, sah man keine Notwendigkeit für Kunstschnee in diesem Gebiet», so Geschäftsführer Christoph Egger auf Anfrage. Die Winteregg heisse nicht von ungefähr Winteregg – der Ort sei lange Zeit für kalte Temperaturen und entsprechende Schneesicherheit bekannt gewesen. Mit dem Klimawandel habe sich dies in den letzten Jahren geändert.

Aufgrund der wenigen steinigen Abschnitte habe man bisher an der Winteregg auch mit vergleichsweise wenig Schnee gute Pisten erstellen können, sagt VR-Präsident Peter Feuz. «Aber seit letztem Jahr wurde es auch dort problematisch.» Man behalf sich mit einer mobilen Beschneiungsanlage. «Aber wenn man hierfür Extraleitungen ziehen muss, wird das Ganze zur Sisyphusarbeit.»

Kunstschnee ab 2017/2018

Eine fixe Beschneiungsanlage soll es nun richten. Denn der Sektor Winteregg habe für die Schilthornbahn nichts an Wichtigkeit eingebüsst, sagt Christoph Egger. «Ein Drittel unserer Gäste besucht das Skigebiet via ­Grütschalp-Winteregg.» Die Investitionen in neue Sesselbahnen seien ein Bekenntnis zu diesem Standort gewesen: Die Vierersesselbahn Winteregg–Maulerhubel sowie die Verbindungsbahn Allmiboden–Allmihubel wurden im Dezember 2009 eröffnet und kosteten gesamthaft 11 Millionen Franken.

In das vorliegende Projekt investiert das Unternehmen laut Egger rund 7 Millionen Franken: Oberhalb der Bergstation Mürren soll ein Reservoir mit Pumpstation und Betriebsgebäude erstellt werden, dessen Leitungen bis Schiltgrat, dann talwärts in Richtung Gimmeln und der Finel-Piste entlang bis zur Talstation des Schiltgratlifts führen sollen. Eine aneinanderhängende Leitung ist für Allmendhubel via Allmiboden und Maulerhubel bis Winteregg geplant. «So hat künftig jede An­lage eine beschneibare Piste», so Egger. Der Kunstschnee soll praktisch ausschliesslich mit Lanzen auf die Pisten gesprüht werden. Diese lassen sich während der Sommersaison entfernen.

«Seit letztem Jahr wurde es auch an der Winteregg problematisch.»Peter Feuz VR-Präsident Schilthornbahn

Im Frühling soll die erste Bauetappe starten. «Wir hoffen das Gebiet Winteregg bereits im Winter 2017/2018 beschneien zu können», so Egger. Der Teilsektor Schiltgrat-Gimmeln soll ab dem darauffolgenden Winter mit Kunstschnee versorgt werden.

Zuerst muss das Projekt allerdings noch politische Hürden nehmen. Die neue Überbauungsordnung Nummer 49, welche die bisherigen beiden Überbauungsordnungen 33 und 33 A ersetzen soll, liegt noch bis Sonntag auf der Gemeindeverwaltung Lauterbrunnen und im Tourismusbüro Mürren öffentlich auf. Einspracheverhandlungen sind für 22. und 25. November vorgesehen.

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